Lokal einen Beitrag leisten
Die Artenvielfalt im Garten fördern
publiziert: Freitag, 27. Jun 2014 / 09:54 Uhr

Die Biodiversität zu erhalten und zu fördern ist eine Aufgabe von globaler Bedeutung. Mit naturnahen Strukturen und Bestäuber-freundlichen Pflanzen im eigenen Garten können wir alle lokal einen Beitrag leisten.

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Der Begriff der Biodiversität läuft - ähnlich wie derjenige der Nachhaltigkeit - aufgrund des inflationären Gebrauchs Gefahr, sich abzunützen - zu Unrecht. Denn um die Vielfalt des Lebens steht es auch in der Schweiz entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nicht gut. Es ist deshalb wichtig daran zu erinnern, dass Lebewesen nicht für sich alleine existieren können, sondern ein Ökosystem brauchen, in dem sie sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind. Auch die Menschen sind Teil dieses Abhängigkeitsgeflechts und in hohem Masse auf die intakte Vielfalt verschiedener Lebensräume angewiesen.

Die Besiedelung der Schweiz und die damit einhergehende Entwaldung weiter Landstriche förderten in den letzten Jahrhunderten die Biodiversität stark, da so Platz für neue Pflanzengesellschaften und Lebensräume entstand. Doch seit der Mensch die Landwirtschaft intensiviert und Dünger, Herbizide und Insektizide im grossen Stil einsetzt, ist die Biodiversität zunehmend bedroht. Ironischerweise stellt diese aber auch die Basis für die Produktion unserer Nahrungsmittel dar: rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel sind direkt auf bestäubende Insekten angewiesen.

Natternköpfe statt Geranien

Sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt von Honigbienen, Wildbienen und anderen Insekten wie Schwebefliegen, Käfern und Schmetterlingen sind rückläufig. Bund, Kantone und Gemeinden versuchen, diese Entwicklung umzukehren. Aber auch jede und jeder Einzelne kann mit geringem Aufwand dazu beitragen: Statt den eigenen Garten, Balkon oder Schrebergarten mit exotischen Zierpflanzen zu schmücken, die den hiesigen Insekten oft wenig zu bieten und daher einen geringen ökologischen Wert haben, sollten einheimische Wildstauden angepflanzt werden. Wählt man zum Beispiel Glockenblumen statt Petunien; Natternköpfe, Ochsenaugen oder Ziest statt Geranien; Blausterne statt Hyazinthen oder Weiden und Schwarzdorn statt Forsythien, so kann man sich nicht nur an deren Blütenpracht erfreuen, sondern bietet Bestäubern aller Art ein kontinuierliches Blüten- und damit Nahrungsangebot.

Paradiesische Nischen für Wildbienen

Das ETH-Spin-off «Wildbiene + Partner» setzt sich neben dem direkten Engagement für die Wildbienen auch dafür ein, naturnahe Wildbienenhabitate im Siedlungsgebiet zu schaffen. Sowohl in privaten Gärten als auch auf Schul- und Firmenarealen konzipieren wir bunt blühende Wildbienenparadiese. So konnten wir zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenmanagement der ETH Zürich an der Karl-Schmid-Strasse und am Häldeliweg zwei blühende Flächen schaffen, die Wildbienen und anderen Blütenbesuchern ein Eldorado der Nahrungsfülle bieten.

(Dr. Claudio Sedivy/ETH-Zukunftsblog)

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