Die Bären sind in der Hohen Tatra los
publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 07:43 Uhr

Warschau - Romantische Nachtwanderungen durch die Gebirgstäler der Hohen Tatra in Südpolen sind derzeit tabu. Auch noch so laue, sternenklare Sommernächte können die Verwaltung des Nationalparks im Grenzgebiet zur Slowakei nicht erweichen.

Bären sind grundsätzlich sehr scheue Tiere.
Bären sind grundsätzlich sehr scheue Tiere.
Touristen müssen nachts draussen bleiben - nicht aus Sorge vor Stolperfallen auf den Wanderwegen, sondern um den Menschen tierische Begegnungen zu ersparen: Die Bären sind los.

Von zehn Uhr abends bis sechs Uhr morgens müssen Wanderer das gesamte Gebiet des Nationalparks meiden. Auch in den Gebirgshütten herrscht dann Ausgangsverbot, bestimmte Pawel Skawinski, der Direktor des Nationalparks.

Bisher keine Zwischenfälle

Bislang hielten die Tiere Abstand zu den Touristenpfaden, auf denen in den Sommermonaten tausende Wanderer und Gipfelstürmer unterwegs sind, doch erst in der vergangenen Woche kam es zur Begegnung von Touristen mit einer Bärenmutter und ihren Jungen.

Skawinski weiss, das hätte übel enden können, denn wenn eine Bärin ihre Jungen bedroht glaubt, ist sie besonders gefährlich. Die Jungtiere wiederum verlieren nur zu leicht ihre natürliche Scheu vor den Menschen.

Bären werden gezielt angelockt

Parkranger und Goralen schütteln auch den Kopf über den Leichtsinn mancher Touristen, die bewusst auf Bärensuche gehen oder die Tiere sogar mit Futter locken wollen, um ein besonderes Urlaubsfoto zu schiessen.

An allem ist nur die Dummheit der Leute schuld, meinte Bergbauer Stanislaw Stopka. Sie lassen Verpackungen ihres Essens zurück und locken die Tiere mit dem Geruch an. Das führt noch zu einer Tragödie.

(rp/sda)

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