Die Darfur-Flüchtlinge sind der Gewalt nicht entkommen
publiziert: Sonntag, 15. Jul 2007 / 22:21 Uhr

Abéché - Über 17'000 Flüchtlinge aus Darfur suchen im Lager Iridimi im Osten des Tschad Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat. Sie harren schon seit Jahren in dem Wüstengebiet aus. Ihre Zukunft ist ungewiss.

«Unser sehnlichster Wunsch ist die Rückkehr in die Heimat.»
«Unser sehnlichster Wunsch ist die Rückkehr in die Heimat.»
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«Unser sehnlichster Wunsch ist die Rückkehr in die Heimat», sagte Abbakar Atomabbakar. Er ist der Vertreter der sudanesischen Flüchtlinge in dem Lager nordöstlich der tschadischen Stadt Abéché. Die Flüchtlinge überleben nur dank der Hilfe zahlreicher humanitärer Organisationen.

Besonders gravierend ist der Mangel an Wasser. «Im Moment könne den Menschen nur rund acht Liter Wasser pro Tag zur Verfügung gestellt werden», erklärte Djerassem Mbaiorem vom UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Bei den hohen Temperaturen in der Region sei damit bald eine kritische Grenze erreicht.

Sorge bereite den Menschen auch die Gewalt ausserhalb der Lagergrenzen, sagte Atomabbakar. Iridimi ist nur eines von einem Dutzend Flüchtlingslager entlang der Grenze. Seit dem Ausbruch des Krieges in Darfur im Jahr 2003 sind über 230'000 Sudanesen vor dem Terror der arabischen Janjaweed-Milizen in den Tschad geflohen.

Kampf um knappe Ressourcen

Die hohe Zahl an Flüchtlingen führt zu gefährlichen Spannungen mit der einheimischen Bevölkerung. «Als die ersten Flüchtlinge kamen, hat die lokale Bevölkerung die knappen Ressourcen mit ihnen geteilt», sagte Mbaiorem: «Mittlerweile haben aber auch die Einheimischen kaum genug zum Überleben». Besonders kritisch ist die Situation im südlichen Grenzabschnitt bei Goz Beida. Im vergangenen Herbst sind Gefechte zwischen der tschadischen Armee und Rebellen ausgebrochen - die Folge waren weitere 150'000 Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden und in diesem Gebiet Schutz suchen.

Der Klimawandel und mit ihm das Vordringen der Wüste in die Sahelzone hat die Konflikte um Weidegründe, Wasser und Brennholz verschärft. Dabei heizen zunehmend auch ethnische Differenzen den Konflikt an.

Gespannte Ruhe

Nach der jüngsten Gewalteskalation hat sich die Lage seit Ende März zwar etwas stabilisiert. Eine weitere Beruhigung wird durch die Regenzeit erwartet, die in diesen Tagen einsetzt.

Ab Mitte Juli werden die meisten Pisten in dem weitläufigen Gebiet unpassierbar, was auch Truppenbewegungen verunmöglicht. «Die Lage im Osten kann aber sehr schnell ändern», sagte Mbaiorem.

Sollte bis zum Beginn der Trockenzeit keine Einigung zwischen den Konfliktparteien gefunden werden, droht im Herbst möglicherweise eine erneute Eskalation der Gewalt.

(von Beat Gerber/sda)

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