Stingelin zur Turn-Sensation
«Die Erfolge aus den Vorjahren waren kein Zufall»
publiziert: Samstag, 28. Mai 2016 / 22:49 Uhr
Felix Stingelin: «Das Team gehört zu den Königsdisziplinen.»
Felix Stingelin: «Das Team gehört zu den Königsdisziplinen.»

Dank Bronze im Teamwettkampf an den Heim-Europameisterschaften in Bern gewann erstmals in der Geschichte eine Schweizer Mannschaft eine Team-Medaille an kontinentalen Titelkämpfen. Felix Stingelin, der Chef Spitzensport im STV, äusserte sich danach zum historischen Erfolg.

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Felix Stingelin, die Freude und die Erleichterung nach so einem Erfolg muss riesig sein.

Stingelin: «Wir wussten, dass das Potenzial vorhanden ist, das sahen wir ja auch in der Qualifikation. Aber es noch einmal auf den Punkt zu bringen, wenn es um die Medaillen geht, ist dann doch etwas anderes. Wir freuen uns riesig, es ist eine grosse Genugtuung. Es zeigt, dass die Resultate aus den Vorjahren an den Weltmeisterschaften kein Zufall waren, sondern dass die Mannschaft eben wirklich gut ist, sie einen Top-Aufbau gemacht hat und auch an den Olympischen Spielen in Rio bereit sein wird.»

Giulia Steingruber hat in den vergangenen Jahren viele Medaillen für den STV geholt, in Moskau 2013 und Montpellier 2015 gewannen auch die Männer Einzel-Medaillen. Wie ordnen Sie diesen Team-Erfolg ein?

Stingelin: «Das Team ist immer etwas Spezielles. Es ist schwierig, einzelne Medaillen gegeneinander abzuwägen. Jede Medaille hat einen enormen Stellenwert. Aber das Team gehört schon zu den Königsdisziplinen, weil es eine Aussage über die Breite und das System macht und nicht einfach zeigt, ob man einen hochklassigen Athleten hat. Als Verband und Trainer darf man sich von einem solchen Erfolg schon ein Stück mehr abschneiden.»

Cheftrainer Bernhard Fluck hat sich beim STV bedankt, dass ihm auch in Momenten des Misserfolgs wie nach den Weltmeisterschaften in Tokio 2011 vertraut wurde und er die Zeit erhalten hat, dieses Team aufzubauen. Wann haben Sie gespürt, dass hier etwas heranwachsen kann?

Stingelin: «Nach der WM 2011 in Tokio mussten wir uns zuerst wieder finden. Ob wir den Turnaround schaffen würden, haben wir danach allerdings noch nicht gleich gespürt. Erste Anzeichen gab es an der EM 2013 Moskau mit der Silbermedaille von Lucas Fischer, welche zeigte, dass etwas vorhanden ist und dass es vorwärts geht. Das war ein wichtiges Ereignis auch für das Team. Mit jedem Erfolg ist das Selbstvertrauen gestiegen und mit jedem Erfolg ist das Team stetig gewachsen, um dahin zu kommen, wo es heute steht.»

Wie würden Sie das Team und die einzelnen Athleten charakterisieren?

Stingelin: «Sie sind fähig, im entscheidenden Moment mentale Stärke zu beweisen. Das hat früher vielleicht gelegentlich gefehlt. Sie können nicht nur turnen, sie glauben auch dran, dass sie es im entscheidenden Moment machen können. Sie haben nicht Angst vor dem Moment, wo sie sich präsentieren müssen, im Gegenteil, sie können es geniessen. In einer Sportart wie Kunstturnen ist das extrem wichtig und ein entscheidender Faktor, ob man erfolgreich ist. Dass man in diesem Moment, in dem man auf dem Podium steht und sich anmeldet, sich so fokussieren kann, damit die Übung so nach Hause gebracht werden kann, wie man sie im Training geübt hat.»

Am Sonntag bieten sich den Schweizern in den Gerätefinals noch sieben weitere Chancen auf eine Medaille. Was für Erwartungen haben Sie?

Stingelin: «Wir gehen die Gerätefinals relativ entspannt an. Mit der Team-Medaille ist der ganz grosse Druck schon einmal weg vom Team. Darum glaube ich, dass viel möglich sein wird. Die Chancen sind natürlich nicht an allen Geräten gleich gross. Wir schauen speziell aufs Reck und Pablo Brägger, vielleicht hören wir hier ja einmal noch die Schweizer Hymne.»

(bg/Si)

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