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Die Erinnerung an den 13. Mai 2006
publiziert: Samstag, 10. Mai 2008 / 11:33 Uhr

Für den FC Basel ist die Ausgangslage nahezu die gleiche wie im Mai 2006, als er das letzte und entscheidende Spiel gegen den FC Zürich 1:2 verlor: Ein Punkt aus der direkten Begegnung in der Schlussrunde genügt zum 12. Titel.

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Basel-Trainer Christian Gross spricht mit seinen Spielern.
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Das Tor von Iulian Filipescu in der 93. Minute, das den Baslern den sicher geglaubten Titel sozusagen in letzter Sekunde jäh entriss, ist in Basel durchaus präsent.

Doch Ivan Ergic ist sicher: «Das Trauma, das wir an jenem Abend erlitten, haben wir mittlerweile überwunden.» Der Captain, der mit dem späten 2:2-Ausgleich in Neuenburg dem FCB die leicht vorteilhafte Ausgangslage verschaffte, vermutet allerdings, dass eine neuerliche Niederlage abermals «traumatische Folgen» hätte.

Entsprechend angespannt wirkten die Basler Protagonisten zuletzt. Christian Gross rief einem Journalisten in Erinnerung, dass jetzt das Jahr 2008 sei und nicht mehr 2006; Marco Streller wetterte in Neuenburg nach Spielschluss über die künstliche Unterlage und bezeichnete den Kunstrasen als «dümmste Erfindung».

Um sich in Ruhe auf die «Finalissima» vorzubereiten, trainierte der FCB am Donnerstag und am Freitag hinter geschlossenen Toren im St.-Jakob-Park.

Die Lage: Anders als vor zwei Jahren

Reto Zanni betonte, dass «wir mit positiven Gedanken in dieses Spiel gehen werden». Der Aussenverteidiger beurteilt die Lage anders als vor zwei Jahren. Damals hätten sie in den letzten Runden einen grossen Vorsprung verspielt; diesmal habe man sich frühzeitig auf das Spiel eingestellt.

Ähnlich sieht Daniel Majstorovic, den den FCB am Ende der Saison verlassen wird, die Situation. «Wir dachten damals zu sehr an den Titel und zu wenig an das Spiel. Das wird uns in diesem Jahr nicht passieren», so der Schwede. Er fordert von den Baslern, das Spiel zu geniessen.

«Wir wollen gewinnen», verkündete Gross denn auch gestern vor den Medien. Fragen nach seiner persönlichen Zukunft (Bundesliga?) oder der Vergangenheit (13. Mai 2006) wurden vom Basler Trainer resolut zurückgewiesen, wenn sie ihm überhaupt noch gestellt wurden.

«Es gibt ein Fussballfest vor 38'000 Zuschauern, eine Finalissima. Nur das zählt», antwortete der Trainer auf Fragen, die nicht unmittelbar die bevorstehende Partie betrafen. Der Zürcher fordert von seinem Team einen «kompakten Auftritt» und fuhr fort: «Wir dürfen nicht mit dem Rechenschieber spielen.»

Trotz der Anspannung zuversichtlich

Trotz der Anspannung versuchen die Basler Zuversicht auszustrahlen. Dass die Meisterfeier bereits organisiert ist und die traditionellen Meistershirts bereit liegen, darf nicht als Überheblichkeit gelten, sondern gehört zu den branchenüblichen Massnahmen. Ebenso normal ist Gross´ Motiviations-Terminologie: «Nicht mancher Spieler hat das Double auf seiner Visitenkarte.»

Aus den Vorkommnissen des 13. Mai, als wütende Basler Fans den Rasen stürmten und mit Petarden auch FCZ-Spieler bewarfen, hat auch die Stadionbetreiberin ihre Lehren gezogen. Die Eingangskontrollen werden massiv verschäft. Aus diesem Grund werden die Tore schon drei Stunden vor dem Anpfiff geöffnet.

Pro Person wird mit einer Kontrollzeit von bis zu fünf Minuten gerechnet. Grosse Taschen und Rucksäcke werden nicht geduldet, und Zuschauern, die Feuerwerkskörper mit ins Stadion nehmen, droht ein schweizerweites Stadionverbot. Auch an- oder betrunkenen Personen wird der Einlass verwehrt.

(dl/sda)

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