Die Front gegen Guantánamo wird immer breiter
publiziert: Freitag, 17. Feb 2006 / 07:22 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Feb 2006 / 08:01 Uhr

New York - Die Auseinandersetzung um das umstrittene US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba wird immer schärfer. Nach den UNO- Menschenrechtsexperten fordert auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Schliessung des Lagers.

Selbst Tony Blair ist für die Schliessung von Guantanamo. (Archivbild)
Selbst Tony Blair ist für die Schliessung von Guantanamo. (Archivbild)
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Der engste Verbündete von US-Präsident George W. Bushs im Anti- Terrorkrieg, der britische Premierminister Tony Blair, sei ebenfalls für die Schliessung, sagte der britische Nordirlandminister Peter Hain dem britischen Sender BBC.

Das Weisse Haus wies die Kritik vehement zurück. Bei den Gefangenen handle es sich um gefährliche Terroristen. Das Militär behandle sie jedoch human, wie vom Präsidenten angeordnet, sagte dessen Sprecher Scott McClellan.

USA: Unterstellungen

Es diskreditiere die UNO, wenn ein Team einen Bericht veröffentliche, ohne sich die Fakten anzusehen. Das Team habe sich nur mit Unterstellungen beschäftigt, sagte McClellan weiter.

Die Menschenrechtler hatten einen Besuch in Guantánamo abgelehnt, als klar war, dass sie keine Genehmigung für Gespräche mit den Gefangenen bekommen. Einzelne Verhörpraktiken kämen Folter gleich, berichteten sie an die Menschenrechtskommission. Sie forderten die unverzügliche Schliessung des Gefangenenlagers.

In Guantánamo werden rund 500 überwiegend in Afghanistan und Pakistan aufgegriffene Männer teilweise seit mehr als drei Jahren festgehalten. Die USA betrachten sie als feindliche Kämpfer und wollen sie erst freilassen, wenn der Anti-Terrorkampf vorüber ist.

Kein bewaffneter Konflikt

Der weltweite Kampf gegen den Terrorismus stelle «keinen bewaffneten Konflikt» dar, der eine Internierung von Kriegsgefangenen für die Dauer des Konflikts rechtfertigen würde, heisst es in dem UNO- Bericht.

Annan schränkte zwar ein, nicht mit dem gesamten Bericht übereinzustimmen.

Privatpersonen könnten aber nicht beliebig lange festgehalten werden, ohne dass sie vor Gericht gestellt würden. Guantánamo sollte so bald wie möglich geschlossen werden, schlussfolgerte Annan.

(fest/sda)

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