Die (Fussball-)Welt schaut nach London und Mailand
publiziert: Mittwoch, 6. Apr 2005 / 08:03 Uhr

Nach dem gestrigen Prolog stehen heute Mittwoch die beiden Spitzenspiele der Viertelfinal-Hinspiele in der Champions League auf dem Programm.

Felix Magath ist vor einem Jahr an Chelsea gescheitert - mit dem VfB Stuttgart.
Felix Magath ist vor einem Jahr an Chelsea gescheitert - mit dem VfB Stuttgart.
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Chelsea, Leader der Premier League, empfängt Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München, während sich in Mailand Milan und Inter zum "Euroderby" treffen.

Wieder Aussenseiterrolle Magaths

Vor einem Jahr war Bayerns Trainer Felix Magath mit dem VfB Stuttgart im Champions-League-Achtelfinal an Chelsea gescheitert. Auch jetzt sieht sich der 51-Jährige gegen den englischen Branchenleader in der Aussenseiterrolle.

Gegen diese Truppe seien sogar die Bayern für einmal die Kleinen, hatte Magath vor rund drei Wochen nach der Auslosung gesagt. Doch seither haben die Deutschen - dank zwei klaren Siegen in der Bundesliga - Mut gefasst.

"Wenn die Mannschaft so spielt wie im Achtelfinal gegen Arsenal, ist sie jedenfalls mehr als nur krasser Aussenseiter", betonte Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge, während Magath in der Partie gegen Chelsea "eine riesige Herausforderung" sieht.

Grösster Erfolg der Karriere

Die Basis zum "grössten Erfolg meiner Trainerkarriere" will Magath schon im Hinspiel an der Stamford Bridge legen. "Ein Auswärtstor zu erzielen, ist das vordergründige Ziel", sagte der Trainer.

"Dann könnten wir sogar eine Niederlage verkraften." Doch gerade in der Offensive haben die Bayern Personalsorgen. Topskorer Roy Makaay (sieben Champions-League-Tore in dieser Saison) ist nicht fit, wird aber dennoch spielen.

Der Peruaner Claudio Pizarro, mit zwei Treffern quasi Baumeister der Viertelfinal-Qualifikation gegen Arsenal, fällt wegen eines Muskelfaserrisses aus. Nun soll sein junger Landsmann Paolo Guerrero an der Seite Makaays stürmen.

Doch der Südamerikaner hat seine Tore bisher vor allem als Joker erzielt; in der Startformation der Münchner figurierte Guerrero in der Champions League erst einmal.

Wo sitzt Mourinho?

Chelseas (Personal-)Probleme beginnen derweil schon auf dem Trainerstuhl. Dieser wird gegen die Bayern nicht besetzt sein, weil Coach José Mourinho die erste von zwei Sperren absitzt (er hatte nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen Barcelona dem schwedischen Schiedsrichter Anders Frisk Befangenheit vorgeworfen).

Wo der Portguiese den ersten Teil der Sperre verbüsst, liess er noch offen. Durch einen Assistenten liess er ausrichten, er werde wohl nicht im Stadion erscheinen, da er ohnehin keinen Einfluss auf die Partie nehmen könne.

Ob dies nur eine weitere der (fast) täglichen verbalen Provokationen des Lusitaners war, wird sich am Mittwochabend zeigen.

Robben fehlt

Verzichten müssen die Londoner nicht nur auf die Anweisungen ihres Trainers sondern auch auf die Flügelläufe von Arjen Robben.

Der Holländer, der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in den letzten Wochen zum Leistungsträger entwickelt hat, ist ebenso verletzt wie Verteidiger Paulo Ferreira. Dafür ist Topskorer Didier Drogba wieder dabei.

Der Stürmer von der Elfenbeinküste - mit neun Premier-League-Toren Topskorer der "Blues" - war beim 4:2-Spektakel gegen Barcelona gesperrt; nun soll er wieder für die nötigen Tore sorgen.

Alles spricht für Milan

Die AC Milan geht als (scheinbar) klarer Favorit ins Duell mit Stadtrivale Inter. Jede mögliche Bilanz aus der jüngeren (Derby-)Geschichte sieht die "Rossoneri" im Vorteil.

Milan hat drei der letzten vier Partien gegen Inter gewonnen (zuletzt 1:0 am 27. Februar), Milan ist italienischer Meister, Milan ist erneut Leader der Serie A, Milan hat 16 Punkte mehr geholt als Inter, und Milan hatte sich schon vor rund zwei Jahren im letzten "Euroderby" gegen die "Nerazzurri" durchgesetzt.

Chance für Inter

Dennoch freuten sich vor drei Wochen vor allem die Interisti, als das Los die beiden Stadtrivalen zusammenführte. In 180 Minuten bietet sich Inter die Möglichkeit, viele schlechte Erinnerungen an die "Derbys della Madonnina" auf einen Schlag zu vergessen.

Entsprechend macht der Serbe Dejan Stankovic sich, der Mannschaft und den Tifosi Mut: "Es ist Zeit für uns, ein Derby zu gewinnnen. Dieser Viertelfinal bietet uns eine unglaublich gute Gelegenheit."

Stankovic ist sich aber auch bewusst, "dass Milan immer Milan sein wird, und dadurch ein harter Brocken ist. Es genügt ein Blick auf die letzten Resultate und es wird klar, dass Milan der Favorit ist."

Inter viel zu verlieren

Doch auch wenn Inter mit der Aussenseiterrolle kokettiert: die Squadra von Roberto Mancini hat gegen Milan viel zu verlieren. Scheidet sie aus, steht sie (auch in dieser Saison) vorzeitig ohne Titel da. Und ausgerechnet in der ersten der beiden bisher wichtigsten Partien des Jahres muss Inter auf Stürmer Adriano verzichten.

Der Brasilianer erlitt vor zwei Wochen eine Knieverletzung; möglicherweise wird er auch im Rückspiel fehlen. Keine Sorgen hat derweil Carlo Ancelotti.

Seine Squadra hat die letzten acht Meisterschaftspartien gewonnen und in dieser Phase auch Manchester United zweimal bezwungen. Und nun kann Milan sogar wieder auf Star-Stürmer Andrej Schewtschenko zählen, der nach einem Jochbeinbruch seit Mitte Februar abwesend war.

Dida, Cafu, Nesta, Stam, Maldini, Gattuso, Pirlo, Seedorf, Kaka, Crespo und Schewtschenko: Ancelotti kann gegen Inter das Beste vom Besten auf den San-Siro-Rasen schicken.

(rr/Si)

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