Die Hälfte der 16-Jährigen betrinkt sich regelmässig
publiziert: Freitag, 13. Aug 2004 / 08:15 Uhr

Bern - Schweizer Jugendliche betrinken sich öfter als ausländische. Und beim Kiffen gehören sie zu den Spitzenreitern. Dies zeigt die internationale ESPAD-Studie, deren Schweizer Ergebnisse das Bundesamt für Gesundheit veröffentlicht hat.

Die Studie führt aus, dass das Rauschtrinken in den letzten Jahren zugenommen habe.
Die Studie führt aus, dass das Rauschtrinken in den letzten Jahren zugenommen habe.
Eigentlich dürften 15-Jährige weder Bier, Wein noch Schnaps kaufen. Dennoch geben knapp 80 Prozent von ihnen an, im letzten Monat Alkohol konsumiert zu haben. Ein weiteres Resultat der Studie: Mehr als die Hälfte der 16-Jährigen betrinkt sich regelmässig. Bei den 13-Jährigen sind es 20 Prozent.

Dieses Rauschtrinken habe in den letzten Jahren zugenommen, heisst es in der Studie. Es sei hierzulande im europäischen Vergleich stark verbreitet. Mit fatalen Folgen: Alkohol ist der grösste Risikofaktor für Gesundheit und soziale Folgen im Jugendalter.

Präventionskampagnen wirkungslos

Mit Präventionskampagnen könne man den Alkoholkonsum kaum beeinflussen, sagte Studienleiter Gerhard Gmel auf Anfrage. Dazu müsste man die Verkaufsverbote für Jugendliche durchsetzen. Leider sei es für sie sehr einfach, an Alkohol zu gelangen.

Doch die Autoren der Studie sehen eine Mitverantwortung der Gesellschaft: Aller Erkenntnis nach wird solches Trinkverhalten auch durch die hierzulande weit verbreitete Akzeptanz jugendlichen Alkoholkonsums entscheidend begünstigt.

Die Schweizer Jugendlichen trinken nicht nur viel, sie kiffen auch oft. Die Schweiz zählt gegenwärtig in Europa zu den Ländern mit dem höchsten Cannabisgebrauch, weiss die Studie. Knapp die Hälfte der 16-Jährigen hat schon einmal gekifft. Bei den 13-Jährigen sind es 20 Prozent.

25 Prozent der 16 Jährigen raucht

Die Hälfte der 13-Jährigen hat schon einmal Zigaretten geraucht, knapp ein Viertel der 16-Jährigen macht es täglich. Damit liegt die Schweiz im europäischen Mittelfeld. Dies bedeute aber keine Entwarnung, schreiben die Autoren.

Für die Studie wurden in der Schweiz letztes Jahr knapp 7000 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren befragt. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme erstellte die Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

(fest/sda)

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