Bündner sagen Nein zu Olympiade
Die Olympia-Träume in Graubünden sind ausgeträumt
publiziert: Sonntag, 3. Mrz 2013 / 17:03 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 5. Mrz 2013 / 11:39 Uhr
Der Kanton Graubünden hat entschieden: Keine Olympischen Spiele in der Schweiz.
Der Kanton Graubünden hat entschieden: Keine Olympischen Spiele in der Schweiz.

Chur - Der Traum von Olympischen Winterspielen in Graubünden im Jahr 2022 ist ausgeträumt: Die Bündner Stimmberechtigten verwarfen die Olympia-Pläne mit einem Nein-Anteil von fast 53 Prozent.

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41'758 Stimmberechtigte legten ein Nein zur Olympia-Kandidatur in die Urnen, 37'540 ein Ja. Die Stimmbeteiligung von 59,14 Prozent war die höchste der letzten Jahrzehnte bei einer kantonalen Vorlage.

Das Nein zu Olympia nach einer riesigen Propaganda-Schlacht der Befürworter erfolgte fast auf den Tag genau 33 Jahre nach der letzten Ablehnung Olympischer Winterspiele in Graubünden am 2. März 1980. Damals betrug der Nein-Anteil 77 Prozent.

Die schweizerisch-bündnerische Kandidatur wird nun nicht mehr weiterverfolgt. Das bedeutet, dass das Bundesparlament nicht über den Kandidaturkosten-Beitrag und die Defizitgarantie von einer Milliarde Franken befinden wird.

St. Moritz und Davos sagen Ja

Die kommunale Zustimmung zu den Kandidaturbeiträgen in den geplanten Olympia-Dörfern St. Moritz und Davos konnte die kantonal-bündnerische Olympia-Vorlage nicht retten. Für die Weiterbearbeitung der Kandidatur wären drei Ja in Graubünden nötig gewesen.

Regional ist das Stimmverhalten der Bündnerinnen und Bündner verhältnismässig einfach erkennbar. Jene in der Nähe der geplanten Olympia-Austragungsorte waren der Vorlage gegenüber freundlicher gesinnt als die weiter entfernten Gebiete.

Niederlage für Establishment

Das Olympia-Nein ist eine neuerliche herbe Niederlage für das Bündner Establishment aus Regierung, Parlament, bürgerlichen Parteien und Wirtschaft. Erst im November letzten Jahres hatten diese Kreise die Abstimmung über eine kantonale Tourismusabgabe verloren.

Auf der Gewinnerseite stehen die rot-grünen Parteien sowie die Umweltorganisationen. Sie hatten das Stimmvolk vor Schulden, Ruinen und Umweltschäden gewarnt.

Die Bündner Regierung bedauerte «das Ende des Projektes Olympia 2022». Es gelte nun, den Kanton ohne den Schwung einer Olympia-Kandidatur für die Zukunft zu rüsten.

Die Regierung hofft eigenen Angaben zufolge, dass die in den letzten Wochen in Gang gekommene Diskussion zur Weiterentwicklung des Bergkantons genutzt werden kann. Alle Kräfte seien zur Zusammenarbeit aufgefordert.

Promotoren vom Stimmvolk enttäuscht

Die Promotoren der Kandidatur für Olympische Winterspiele 2022 bedauern die Ablehnung der kantonalen Olympia-Vorlage. Für den Trägerverein der Kandidatur ist das Votum des Bündner Stimmvolkes eine «grosse Enttäuschung», wie er mitteilte. Nun seien neue Ideen für einen lebendigen Kanton Graubünden gefragt.

Der Verein rief alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte des Kantons auf, sich Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft Graubündens zu machen und «entsprechende Massnahmen rasch anzugehen».

Die letzte erfolgsversprechende Schweizer Kandidatur für Olympische Winterspiele war jene von «Sion 2006». Der damalige Bundesrat Adolf Ogi führte das Komitee an. Genützt hatte der volle Einsatz des Sportministers nichts. Den Zuschlag erhielt damals Turin (I).

(fest/sda)

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Ich bin keiner von denen ...
Auch wenn da einer ist, der mir nicht ganz dicht zu sein schein, und meint, dass er mich dumm machen kann, so sage ich doch, was ich weiss und mir dazu denke.

Ich habe nur nicht direkt von St.Moritz gesprochen oder anderes beim Namen genannt, sondern dass sich nur diejenigen etwas von so einer Olympiade versprechen, die auch daran glauben, dass sie damit ohne Rücksicht auf Menschen, die Natur und die Umwelt profitable Geschäfte - also Geld! - machen können - in Zukunft und wegen dieser Spiele! Diese Leute denken nicht ans Nachher – daran, dass solche Spiele auch vorbei gehen ...!

Dass aber vielfach solche Spiele auch grosse Verlierer kennen, das ist kein Geheimnis.

Ich habe schon mehrmals gelesen, dass - nach solchen Spielen vieles der Infrastruktur oft nicht mehr gebraucht werden kann und daher nicht oder nur schlecht genutzt ist und einfach noch herum steht - sprich, es werden Verluste eingefahren und etliches muss umorganisiert oder ganz eliminiert werden ...

Ich meine damit viele zu grosse und demnach zu teure Gebäude, Strassen, aufgepumpter ÖV, zu viele Restaurants, Hotels, ein Teil der geschaffenen Arbeitsplätze gehen wieder verloren, usf..

Zur Ergänzung für keinschaf, aus dem Henau, wo er vermutlich nicht lebt, der offenbar zu denen gehört, die immer schon „daran verdient hatten“ bisher ...:

- Am Schluss stehen zu viele Infrastruktur-"Leichen" ungenutzt oder schlecht genutzt herum oder vergammeln ... Was das heisst, das wissen Leute, die sich mit diesen Probleme herum schlagen müssen ...!

Im Wallis selbst hatte ich das zweifelhafte "Vergnügen" einer solchen Infrastrukturleiche zu begegnen ..., vor vielen Jahren einmal.

Die Stille dort war bedrückend ... Ich hatte damals deutlich begriffen, was es heisst, wenn ohne jegliches Verantwortungsgefühl, notabene ohne Verständnis für den Naturschutz, eine komplette Infrastruktur aus dem Boden gestampft wird und was dies bedeuten kann, wenn die "Spiele" dann einmal vorbei sind!
Rambazamba
Da bin ich auch nie dabei es sei denn, es lässt sich gar, gar nicht vermeiden. ;)
Für mich keines davon.
Ich habe überhaupt nichts gegen die Jungs,die da motorisiert um die Wette fahren. Meinetwegen dürfen die das auch als Sport bezeichnen - meiner definitio entspricht es ja;es fördert den Ehrgeiz.

Mich persönlich haben Brot und Spiele noch nie interessiert. Auch Sport nicht. Ich kann Ihnen also nicht sagen,was den Leuten dort wichtiger ist,ob Geld oder Adrenalin. Das dürfte sich wohl individuell unterscheiden und insgesamt die Stange halten.

Ich wäre heute nicht einmal mehr für die Abendaktivitäten "ab 19.00 Uhr Rambazamba im Festzelt" zu begeistern. Aber - wem's gefällt... ;-)
na gut, keinschaf
Sie sind ein Ostschweizer. Hier habe ich Ihnen einen Termin in Ihrer Gegend ohne TV und ohne grosse Kommentare in den Tageszeitungen. Höchstens in den regionalen Blättern wird es einen kleinen Beitrag geben. Nehmen Sie sich den 20. und 21. April mal vor:
http://dsb.s-a-m.ch/upload/DSBUserFile/357/98/1177000_Zeitplan_Eschenb...

Schauen Sie sich das mal an. Nachher reden wir wieder über Sport, Brot und Spiele. Es ist mir klar, dass auch Geld eine Rolle spielt. Aber was ist denn wirklich wichtiger?
Mit Sicherheit nicht.
Olympia ist Brot und Spiele. Was denn sonst.
Oder glauben Sie,es gehe bei irgendeinem am TV übertragenen Skirennen,Tennis- oder Fussballspiel um Sport?
Sport ist gerade gut genug,um anderentags den Sportteil des Blattes mit 5 Buchstaben durchzulesen,damit man(n) auch weiss,was die Kommentatoren davon halten. Oder ist Ihnen noch nie aufgefallen,dass die Diskussionen unter Männern am Stammtisch in der Regel nie beginnen,bevor alle die Zeitung gelesen haben?

Sport ist überhaupt ein Unwort. Man könnte es noch am ehesten als Massnahme zur Förderung des Ehrgeizes betrachten. Das funktioniert übrigens auch auf dem Sofa.
Das andere ist die körperliche Ertüchtigung. Dafür braucht es aber keinen Sport;das ginge auch mit Arbeit.
Es gibt Schlimmeres
Trotzdem finde ich es schade, dass offenbar der Begriff mit vier Buchstaben, der erste ist ein G dem Begriff mit fünf Buchstaben, der erste ist ein S vorgezogen wird.

Wozu auch Sport? Den kann man doch gemütlich auf dem Sofa mitverfolgen. Oder habe ich jetzt wieder was falsch verstanden? Geht es gar nicht um Sport bei Olympischen Spielen?
Bin einer davon.
Ich bin einer dieser engstirnigen... ;-)

Aber ich wäre dafür gewesen;wenn auch mit grossen Bedenken über die Details bei der Umsetzung. Denn Bauruinen und nicht finanzierbare Infrastrukturen machen mir wirklich keine Freude.

Das NEIN der Bündner ist aber nicht aus diesen Gründen zustande gekommen,sondern,denke ich, aus lauter Angst,jemand könnte daran was verdienen... und das ist in Zeiten des überbordenden Neids und gegenseitigem Argwohn nicht angesagt.
Null-Risiko-Rückversicherungs-Garantie-Variante = Nein
Ich glaube zwar was Thomy ausdrücken wollte ist, dass vor allem das bereits reiche St. Moritz mehrheitlich davon profitiert hätte. Den Talgegenden hätte es wenig bis nichts gebracht.

Das war kein Bündner Entscheid. Wenn Schweizer die Wahl haben zwischen einem Erfolg mit Risiko oder Status Quo, dann wählen sie immer die Null-Risiko-Variante. Visionen sind in diesem Land tot oder werden nachträglich von Grünen, Linken, VCS und anderen Gruppen erschossen. Wer heute eine Jungfraubahn bauen wollte, der würde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert oder gesellschaftlich ruiniert und fertig gemacht.

Ich zum Beispiel bin nicht wegen Geld in Afrika, Middle-East und Asien unterwegs, sondern weil mir die Schweiz zu klein, zu engstirnig und bünzlig ist.
Typischer Brunz vom thomy aus Bern!
"Zuviel Geld, das macht korrupt. Dieses Problem haben die Menschen im Graubünden nun nicht!"

Wenn jemand "zuviel Geld" besitzt,hat er es erst recht nicht mehr nötig,korrupt zu sein. Dass dennoch Korruption eine gewisse Rolle im Kanton GR spielt,ist jenen bekannt,die gelegentlich geschäftlich in diesem Kanton zu tun haben. Das weiss man natürlich im fernen Bern und vor allem im thomy-Elfenbeinturm der Furzklugheit nicht. Gell thomy.
Jetzt warte ich natürlich auf die dämliche "Ja,keinschaf aus Henau"-Antwort.
Ich denke, das Stimmvolk ...
... des Kantons Graubünden hat richtig entschieden und gespürt, dass nur diejenigen für diese Olympiakandidatur gewesen sind, die sich dicke Gewinne daraus erhofft hatten.

Zuviel Geld, das macht korrupt. Dieses Problem haben die Menschen im Graubünden nun nicht!
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