Die «Seleção» - das nationale Ärgernis
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2008 / 14:04 Uhr

Die Demontage der brasilianischen Fussballer im Olympia-Halbfinal gegen Argentinien hat in der Heimat des fünffachen Weltmeisters einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nach dem 0:3 schritten die Kommentatoren zur schonungslosen Abrechnung mit der «Seleção».

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Im südamerikanischen Raum pflegen die Medien keinen zimperlichen Stil. Die missratenen 90 Minuten von Ronaldinho und Co. wurden zur «Schande von Peking» erklärt.

Sogar auf höchster Regierungsebene wurde das Fiasko thematisiert. Staatspräsident Lula ärgerte sich über den blutleeren Auftritt gegen den Erzrivalen masslos.

Der Ex-Internationale Falcao malte ebenfalls schwarz: «Man darf verlieren, aber nicht so. Viele Spieler haben am Ende den Kopf verloren und wild um sich geschlagen.»

Wachsender Druck

Der eigens für die olympische «Gold-Mission» zur erheblich verstärkten U23-Auswahl delegierte Nationalcoach Carlos Dunga wurde gnadenlos abgeurteilt. Von einem ängstlichen Spiel ohne Taktik war die Rede.

Noch in den Katakomben des Arbeiterstadions befasste sich Dunga ein erstes Mal mit den zu erwartenden Negativreaktionen: «Natürlich wird der Druck grösser und es wird Zweifel an mir als Trainer geben.» Seinen Plan werde er deswegen aber nicht ändern, betonte Dunga.

Plumper Ronaldinho

Diego, Rafinha, Breno genügten nicht, Ronaldinho trägt mittlerweile zu viel Speck um die Hüften. Er führte nur einen faulen Zauber auf. Milans Verantwortliche werden seine mangelhafte körperliche Verfassung mit Argwohn zur Kenntnis genommen haben.

«Es ist ein grosser Schmerz, für den ich keine Erklärung habe», verabschiedete sich Ronaldinho ziemlich ratlos aus Peking. Mit dem einst weltbesten Fussballer hat er (derzeit) nur noch den Namen gemeinsam.

Freude der Argentinier

Die Sorgen der Brasilianer kümmerten die Argentinier wenig. Lionel Messi und seine hochbegabten Freunde tanzten im Teambus. Mit einem Trommelwirbel gegen die Scheiben zelebrierten sie ihre Genugtuung. Messias Diego Armando Maradona pries den Träger «seiner» Nummer 10: «Riquelme hat die Brasilianer zerstört.»

(bert/sda)

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