Die Top Ten im Visier eines Swiss-Ski-Trios
publiziert: Donnerstag, 17. Feb 2005 / 15:05 Uhr

Rangierungen unter den ersten zehn sind für die Schweizer Skispringer an den WM in Oberstdorf (De) der Massstab. In der Vorbereitung setzte das Team von Trainer Berni Schödler auf Individualismus.

Die Prozedur wiederholt sich seit 2002 Jahr für Jahr: Simon Ammann und Co. deklarieren vor der neuen Saison die Weltcup-Springen in Engelberg, die Vierschanzentournee und die WM im Skispringen oder -fliegen als grosse Ziele. Ebenso regelmässig enden die Highlights mit bitteren Enttäuschungen.

Nachdem der Skisprung in der Schweiz dank Ammanns Olympiasiegen neue Sphären erreicht hatte, gabs an den erwähnten Events nur noch zwei Top-Ten-Klassierungen. Ammann wurde in der Saison nach den Triumphen in "Gold Lake City" Sechster am Tournee-Springen in Garmisch-Partenkirchen und Zehnter an der WM im Val di Fiemme.

Flexible Vorbereitung als Schlüssel?

Vor diesem Hintergrund erscheint die Zielsetzung für die Titelkämpfe im Allgäu logisch. Im Weltcup reihten sich Ammann, Andreas Küttel und Michael Möllinger seit Saisonbeginn zusammen viermal unter den besten zehn ein. Höhepunkt war der Wettbewerb in Willingen, wo Küttel als Dritter den Sprung auf das Podest schaffte und auch Ammann (7.) und Möllinger (11.) überzeugten.

Die Vorbereitung auf die WM gestaltete Trainer Berni Schödler flexibel. Auf die Reise nach Sapporo verzichtete das ganze Team, Möllinger liess zusätzlich die Wettkämpfe in Zakopane aus, Ammann die Olympia-Hauptprobe in Pragelato.

Der WM-Spirit wurde in einem Camp in Lillehammer beschworen, wo das Trio erstmals seit der Saisonvorbereitung auch auf einer kleinen Schanze trainierte. In Oberstdorf stehen die Entscheidungen von der Normalschanze am ersten Wochenende im Programm (Samstag Einzel, Sonntag Team).

Steinauer ist der vierte Mann

Weil in Oberstdorf wie schon vor vier Jahren in Lahti auf beiden Bakken Teamwettkämpfe ausgetragen werden, bemühte sich Schödler erst recht um einen vierten Mann. Er fand ihn wie erwartet in Marco Steinauer.

Der routinierte Einsiedler sicherte sich den Platz im Team im Duell gegen den jungen Kombinierer Guido Landert letztlich souverän. Dass Steinauer nur mit einem Nobody aus einer anderen Sparte unter Zugzwang gesetzt werden konnte, sagt über die Situation im Nachwuchsbereich der Spezialisten fast alles.

Finnen im Fokus

Für Simon Ammann sind die Teamspringen nicht einfach nur Beigemüse. "Vielleicht liegt ein Exploit drin. Ein Erfolgserlebnis mit der Mannschaft wäre auch deshalb besonders schön, weil dann alle auf einer Höhe stehen würden", sagte der 23-jährige Toggenburger. Die Aussage könnte ebenso gut von einem Mitglied des finnischen Teams stammen.

Die Nordländer hatten sich vor zwei Jahren durchgesetzt und gehören auch heuer zu den Topfavoriten. Ihre Vorgabe lautet: eine Medaille pro Entscheidung. Chefcoach Tommi Nikunen strich gestern heraus, dass in diesem Winter vor allem ein Team geschlossene Stärke demonstrierte: "Bisher war nur Österreich konstant mit vier Leuten vorne dabei."

Trotzdem sind die Finnen eher zu favorisieren, zumal ihr Leader Janne Ahonen wieder fit ist. Der Weltcup-Dominator kämpfte nach elf Erfolgen in den ersten 13 Springen und dem Gesamtsieg in der Vierschanzentournee mit gesundheitlichen Problemen (Grippe). Ahonen tauchte seit Ende Januar nicht mehr im Weltcup auf, erholte sich statt dessen zu Hause und absolvierte rund 50 Trainingssprünge auf seiner Heimschanze in Lahti.

Ahonen vs. Malysz

"Jetzt ist wieder alles okay", meinte der 27-jährige Überflieger. Ahonen träumt neben der erfolgreichen Titelverteidigung mit dem Team von seinem zweiten Einzeltitel nach jenem von der Normalschanze 1997 in Trondheim. Aussprechen mag dies der wortkarge Athlet freilich nicht; bei ihm tönt alles zurückhaltend und bescheiden: "Ich möchte vier gute Wettkämpfe und acht gute Sprünge schaffen."

Ein anderer heisser Kandidat für die Goldmedaillen in den Einzelspringen ist fast schon traditionsgemäss Adam Malysz. Der Pole versteht es wie kein Zweiter, vor Grossanlässen in Topform zu kommen. Zwei Olympia- und vier WM-Medaillen sind dafür Beweis genug. Malysz tritt auf beiden Schanzen als Titelverteidiger an und stand im laufenden Winter viermal zuoberst auf dem Weltcup-Podest.

Oberstdorf (De). Nordische WM. Skispringen.
Programm. Freitag, 18. Februar, 17.00 Uhr: Qualifikation Normalschanze (Einzel). -- Samstag, 19. Februar, 16.00: Einzelwettkampf Normalschanze. -- Sonntag, 20. Februar, 15.30: Teamwettkampf Normalschanze. -- Donnerstag, 24. Februar, 17.00: Qualifikation Grossschanze (Einzel). -- Freitag, 25. Februar, 17.00: Einzelwettkampf Grossschanze. -- Samstag, 26. Februar, 16.00: Teamwettkampf Grossschanze.

Schweizer Team: Simon Ammann (23, Unterwasser, Nationalmannschaft), Andreas Küttel (25, Einsiedeln, Nationalmannschaft), Michael Möllinger (24, Neustadt/De, B-Kader), Marco Steinauer (28, Einsiedeln, B-Kader). -- Bemerkung: Steinauer ist nur für die beiden Teamwettkämpfe selektioniert. Sollte er im Team von der Normalschanze eine ansprechende Leistung zeigen, ist die Teilnahme im Einzel von der Grossschanze möglich.

(von Philipp Bärtsch, Oberstdorf/Si)

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