Die Trümpfe der Abfahrerinnen
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 00:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 07:35 Uhr

Bruno Kernen hat als Abfahrts-Dritter vorgelegt, die Frauen können heute Mittwoch in San Sicario in ihrer Abfahrt nachziehen.

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Anja Pärson visiert ihr erstes Olympia-Gold an Die Aufgabe wird schwierig, aber unrealistisch ist es nicht, dass es erstmals seit 1988 wieder eine Medaille in der Frauen-Abfahrt gibt. Brigitte Oertli, vor 18 Jahren in Calgary nur von der Deutschen Marina Kiehl geschlagen, war die bisher letzte Schweizerin, die sich eine Olympia-Medaille in der Frauen-Abfahrt umhängen durfte. Aufgrund des Trainings ruhen die grössten Hoffnungen auf Fränzi Aufdenblatten und Martina Schild. Nadia Styger und die mit argen Rückenproblemen kämpfende Sylviane Berthod, zu Saisonbeginn klar die Leaderinnen im Schweizer Speed-Team, zählen hingegen nicht zu den ersten Medaillenkandidatinnen.

Aufdenblatten gibt sich cool

Fränzi Aufdenblatten stand in diesem Winter als Dritte in Bad Kleinkirchheim schon einmal auf dem Podest einer Abfahrt, dazu wurde sie zweimal Fünfte. Und im Training zeigte sie, dass sie auf dieser Piste mit ihren vielen Wellen mithalten kann. Die Grossanlässe waren zwar bisher noch nicht ihr Ding: Vor vier Jahren schied die Walliserin in Salt Lake City im Riesenslalom aus, und an den Weltmeisterschaften 2003 und 2005 kam sie bei insgesamt sieben Starts nie über den 15. Rang hinaus. Aber sie sagt trotzdem: «Angst vor Grossanlässen habe ich nicht. Ich bin sowieso nicht eine, die vor so einem Rennen übermässig nervös wird.» Ob Martina Schild in ihrem allerersten Olympia-Rennen die Nerven im Griff haben wird, scheint weit weniger klar. Die 24-jährige Berner Oberländerin, die erst im Januar ihren ersten Weltcup-Einsatz in diesem Winter hinter sich gebracht hat, rückte mit ihren Trainingsleistungen recht unvermittelt zu einer Medaillenhoffnung auf: «Ich versuche, mich nicht unter Druck setzen zu lassen. Ich geniesse den Moment und glaube daran, dass ich in dieser Abfahrt eine Medaille gewinnen kann.»

Styger und Berthod mit Problemen

Nadia Styger strahlt weniger Zuversicht aus: «In der Abfahrt war ich auch im Weltcup nie unter den Top 5. Ich zähle gewiss nicht zu den Favoritinnen. Ein Diplomrang in den ersten acht wäre schon einmal schön.» Auch die Innerschweizerin, die sich mit der Strecke in San Sicario noch nicht wie gewünscht anfreunden konnte, war bisher (wie Fränzi Aufdenblatten) an den beiden von ihr bestrittenen Grossanlässen noch nicht sonderlich erfolgreich. Ihr bestes Ergebnis ist der 8. Rang, den sie an der letztjährigen WM in Bormio im Super-G, ihrer stärksten Disziplin, erreichte.

Die knapp 29-jährige Sylviane Berthod ist vom Schweizer Quartett die Fahrerin mit der weitaus grössten Erfahrung. Seit 1999 war sie an jedem Grossanlass mit dabei. Aber auch ihr blieb der grosse Coup bisher versagt. Nie war sie besser als Siebente (Olympia-Abfahrt 2002 und WM-Super-G 1999). Sie startete stark in die Saison, wurde Zweite in Lake Louise, und auch in Bad Kleinkirchheim reichte es vor einem Monat zu zwei Rängen in den Top 5. Doch dann folgte die Zwangspause wegen ihrer Diskushernie, die sie auch im Abschlusstraining plagte.

Insgesamt gilt es aber festzuhalten: Auch wenn es (noch) keine Medaille absetzen sollte, so sind die grossen Fortschritte, die das im Vorjahr noch und noch geprügelte Speed-Team der Frauen gemacht hat, unverkennbar. Man würde es Cheftrainer Osi Inglin und seiner Crew wünschen, wenn sie dafür auch am wichtigsten Anlass des Jahres belohnt würden.

Österreich seit 26 Jahren ohne Gold

Sechs verschiedene Gewinnerinnen gab es in den sieben Weltcup-Abfahrten des Winters. Eine klare Favoritin ist demnach nicht auszumachen. Die Schwedin Anja Pärson, bereits Weltmeisterin im Super-G, im Riesenslalom und im Slalom, visiert ihren ersten Abfahrtstitel an. Es wäre gleichzeitig ihr erstes Olympiagold. Janica Kostelic, dreifache Olympiasiegerin in Salt Lake City (Riesenslalom, Slalom und Kombination), hat sich im letzten Winter in Bormio den WM-Titel in der Abfahrt geholt. Sie liess das Abschlusstraining aus, angeblich wegen eines erhöhten Pulses. Zur Erinnerung: Die Olympia-Hauptprobe im Februar des letzten Jahres hatte Pärson vor Kostelic gewonnen.

Lindsey Kildow, die als Einzige in diesem Winter zwei Weltcup-Abfahrten für sich entschieden hat, wurde vom US-Team fürs heutige Rennen gemeldet. Ob die am Vortag schwer gestürzte Amerikanerin auch tatsächlich antreten kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Start.

Die beiden letzten Abfahrten vor Olympia wurden eine Beute der Österreicherinnen. Michaela Dorfmeister, die Abfahrts-Weltmeisterin von 2001, gewann in St. Moritz, Renate Götschl, die Weltmeisterin von 1999, reüssierte in Cortina. Erstaunlich: Sollte eine der beiden triumphieren, wäre sie die erste österreichische Abfahrts-Olympiasiegerin seit 26 Jahren, seit Annemarie Moser-Pröll 1980 in Lake Placid.

(von Werner Eisenring, San Sicario/Si)

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