Herabgestuft
Die USA verlieren das Triple-A-Rating
publiziert: Samstag, 6. Aug 2011 / 08:14 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Aug 2011 / 13:09 Uhr
US-Kongress: Kürzungen gehen nicht weit genug.
US-Kongress: Kürzungen gehen nicht weit genug.

Washington - Die USA haben zum ersten Mal in der Geschichte ihre Spitzenbonitätsnote bei einer führenden Ratingagentur verloren. Standard & Poor's setzte die langfristige Kreditwürdigkeit der weltgrössten Volkswirtschaft in der Nacht auf Samstag um eine Stufe auf AA+ herab.

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S&P begründet den Entscheid mit den «politische Risiken», dass die USA nicht die nötigen Massnahmen ergreifen würden, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Die Kürzungen gingen nicht weit genug. Es sei zudem zweifelhaft, ob sich Demokraten und Republikaner auf zusätzliche Einsparungen einigen könnten.

Auch den Ausblick bewertete die Agentur mit negativ. Damit drohe den USA in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine weitere Herabstufung, falls die von der US-Regierung ausgegeben Sparziele nicht eingehalten würden, hiess es.

Kritik aus dem Weissen Haus

S&P hatte Mitte Juli angekündigt, die US-Bonitätsnote zu überprüfen und eine Herabstufung vom Ausgang des Schuldenstreits abhängig gemacht. Die Agentur mahnte damals einen Defizit von vier Billionen Dollar an. Der nach wochenlangem Ringen im Kongress am Dienstag besiegelte Kompromiss sieht dagegen nur Einsparungen von etwas mehr als zwei Billionen Dollar vor.

Die US-Regierung reagierte kritisch auf den Entscheid. Ihr liege ein Rechenfehler von zwei Bio. Dollar zugrunde, sagte ein Sprecher der Finanzministeriums. Ein Beurteilung, die mit einem solchen Fehler behaftet sei, spreche für sich. In Regierungskreisen hiess es, die Agentur habe die Zahl zwar aus ihrer Analyse gestrichen, der Fehler lasse aber an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln.

Mit gesenkten Bonitätsnote dürften Kredite für die Regierung, aber auch für Unternehmen und Konsumenten in den USA teurer werden. Experten rechnen damit, dass sich die staatlichen Kreditkosten mit der Zeit um 100 Mrd. Dollar verteuern könnten.

Ungünstiger Zeitpunkt

Für die Finanzmärkte könnte die Herabstufung kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Die Furcht vor einer erneuten Rezession in den USA und einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise hatten in dieser Woche weltweit zu Panikverkäufen an den Börsen geführt.

Die beiden anderen grossen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten nach der Einigung zwischen Demokraten und Republikanern am Dienstag vorerst an der Spitzennote AAA festgehalten.

Die Herabstufung durch S&P dürfte dennoch die internationalen Gläubiger der USA beunruhigen, allen voran China, das mit US-Anleihen von mehr als einer Billion Dollar grösster Gläubiger der Vereinigten Staaten ist.

Erst am Freitag hatte die Regierung in Peking die USA zum wiederholten mal aufgefordert, das Schuldenproblem anzugehen und die Dollar-Investitionen Chinas und anderer Länder zu schützen.

Mit der Herabstufung werden US-Staatsanleihen, die einst als die weltweit unbestritten sicherste Geldanlage galten, nun niedriger bewertet als Anleihen von Ländern wie Deutschland, Grossbritannien, Frankreich oder Kanada.

 

(fkl/sda)

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George Bush
ist wohl der gefährlichste Terrorist der jeh gelebt hat zu unseren Zeiten.

Und man darf die Graue Eminenz Dick Cheney nicht vergessen.

Diese zwei haben in 8 Jahren die USA nachhaltig massiv geschädigt in so ziemlich jeder Hinsicht und ausserdem die ganze Westliche Welt in einen sinnlosen völlig übertriebenen wirkungslosen "Krieg gegen den Terror (Islam)" geführt. Die zwei haben die Schulden der USA verdoppelt! und ausserdem den Zerfall des von ihnen stark begünstigten neo-liberalen Finanzmarktsystem eingeleitet unter dem die ganze Welt leidet.

Beide sollten für Verbrechen an der Menschheit nach Den Haag geschafft werden.

S&P haben die Abstufung gemacht. Zurecht. Allerdings hätte diese Abstufung schon 2008 erfolgen müssen. Und warum die anderen zwei Versager Rating Agenturen nicht nachziehen ist mir ein Rätsel.

Die Rechtsbürgerlichen Totengräber der Mittelschichten Europas und der USA sollten sich ernsthaft fragen, wie lange man dieses Finanzmarktsystem noch gewähren lassen will, dass alles um sich herum aussaugt ohne Rücksicht auf Verluste.
Der Anfang vom Ende?
Nach Strauss-Kahn nun auch die französische Nachfolgerin unter Beschuss. Die neuen asiatischen Märkte würden gerne den IWF kontrollieren. Mögliche Folge - keine Fallschirme für Europa - unfreundliche Übernahme der USA durch China mit dem Ziel, den Dollar als Leitwährung durch den Yen zu ersetzen (um diesen dann aufzuwerten). Resultat: Weltwirtschaftskrise mit den Verlierern USA, Europa und Afrika. Auslöser: 8Jahre Bush-Administration und seine absolut verantwortungslosen Tea-Party-Milliardäre, sowie die Toleranz gegenüber China, welches sich einen Deut darum schert, wie seine Arbeiter behandelt und entlöhnt werden.
Ooops, sorry.
Wäre doch auch eine billige Lösung für Europa. Wenn alle Mitglieder sagen "Oops, sorry, stimmt gar nicht das mit Griechenland! Das war nur ein dummer Rechnungsfehler." Würde viel Geld sparen.

Wer andere immer anpisst muss sich nicht wundern, wenn seine Schuhe auch mal nass werden!
korrupt ?
Aufgrund eines solch beschämenden 2-Parteien-Wahlgezänks die Zahlungsunfähigkeit des Staates zu riskieren, widerspricht jeder im Interesse des Gemeinwohls auf Sachlichkeit, Vernunft und Dialog zu beruhenden demokratischen Gesinnung. Am 9. Juli 2001 war in den Medien zu lesen „Warum die USA von R.A. nicht herabgestuft werden, ist offensichtlich deren spekulativen statt objektiven sowie politisch beeinflussten Bewertungen zum Schutze des Dollars und zur Schwächung des EURO’s zuzuschreiben“. Erst am 5. August hat sich nun eine von ihnen gemeldet, wenn auch bezüglich zeitlichem Vorgehen wie erteilter Bonitätsnote unkorrekt (Rechnungsfehler ?). Nicht nur Politiker und Parlamente der USA. sondern auch das dubiose System von Rating-Agenturen haben damit Schiffbruch erlitten sowie jede Glaubwürdigkeit verloren.
Tja nun
Wurde ja auch Zeit!
Schulden sind nicht der einzige Gradmesser
sicher ein wichtiger, aber ganz sicher nicht der Einzige. Und dann gibt es noch unterschiedliche Formen von Schulden (Griechenland hat seine Schulden hauptsächlich im Ausland, Italien im Inland... die Griechen können nichts machen, die Italiener schon).

Der Franken ist massiv überbewertet, wenn man mal das pure Spekulationsgeschäft wegnimmt, würde ich vermuten, dass irgendwo bei 1.25-1.30 ein sinnvoller Kurs ist. Und irgendwann explodiert das Ganze dann in Gegenrichtung, ist nur eine Frage der Zeit...
Schuldenuhr
http://www.ag-edelmetalle.de/charts/schuldenuhr/

Zur Zeit ist die CH das einzige Land das seine Schulden tilgt. Liebe Einwohner dieses Landes sagt bitte nicht, dass der CHF überbewertet ist. Mir scheint, dass das Gegenteil der Fall ist. (Noch)

Mir ist bewusst, dass der hohe CHF Arbeitsplätze kosten wird.

Ich sehe eine Hyperinflation auf Europa zukommen. Jeder der einen eigenen Garten und ein wenig Silber und oder Gold zu Hause hat, wird darüber froh sein. Es ist angenehmer mit 5 Gramm Silber etwas zu kaufen als wie mit einem prallgefülltem Portmonaie.
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