Die alpine WM 2003 - ein Milliarden-Projekt
publiziert: Montag, 27. Jan 2003 / 19:53 Uhr

(Si) Eine alpine Heim-WM ist keine alltägliche Angelegenheit. Zuletzt fand dieses Spektakel 1987 in Crans-Montana statt. Entsprechend hat sich St. Moritz für seine dritte WM nach 1934 und 1974 ins Zeug gelegt.

Pünktlich auf den WM-Winter wurde in St. Moritz das neue Kempinski-Hotel eröffnet, womit der Nobelort wie zwischen 1914 und 1944 wieder über fünf Fünfsterne-Hotels verfügt. Das ist weltweit einzigartig: Auf rund 1000 Einwohner kommt hier eine Luxus-Herberge. 5084 Einwohner (plus zirka 3000 Angestellte während der Saison) zählt die Gemeinde. Die Glamourwelt der Reichen und Schönen hat das St. Moritzer Image geprägt. Hier wurde schon 1889 ein Golfturnier ausgetragen, hier gibt es seit 1890 Bob- und seit 1906 Pferderennen. Und schon in den 30er Jahren wurde der Ortsname mit einem Symbol (der Sonne) offiziell geschützt.

Das Gesamtbudget der WM-Organisatoren beläuft sich auf 80,4 Millionen Franken und ist rund dreimal höher als an der WM 2001 in St. Anton. Fast schwindelerregende Ausmasse nehmen indes die privaten Ausgaben an. Eine geschätzte Milliarde Franken wurde in St. Moritz indirekt investiert. Neben dem Luxushotel und der neuen Piz-Nair-Bahn entstanden unter anderem ein exklusiver Boutique-Komplex, ein Casino oder Norman Fosters "Chesa Futura" (ein futuristischer Schindelbau, der im März bezugsbereit ist). Und in den meisten der insgesamt 42 Hotels, 64 Restaurants und 50 Geschäften erfolgten Umbauten.

Keine bierselige Stimmung à la DJ Ötzi

St. Moritz, 1928 und 1948 bisher einziger Schweizer Veranstalter von Olympischen Spielen, verfügt heute in den Hotels über 5573 Betten. Dazu kommen rund 7500 Betten in Ferienwohnungen, von denen 3500 vermietet werden. Über die Hälfte der Hotelbetten gehören der 4- und 5-Stern-Kategorie an. In einem guten Jahr weist St. Moritz 1,2 Millionen Logiernächte auf.

St. Moritz will aber in Zukunft eine Wintersportdestination für alle sein. An der WM kommt das junge Publikum im Rahmenprogramm beim Swiss Music Festival, das täglich von 17.00 bis 18.30 bzw. 19.30 Uhr auf der Plazza da Ceremonia stattfindet, auf seine Rechnung. Stars und Sternchen, von Nubya über Kisha und Plüsch bis abbazappa, wollen die Zuschauer begeistern.

Eines lässt sich im Hinblick auf die WM jetzt schon sagen: Einen Massenauflauf und bierselige Stimmung à la DJ Ötzi (wie vor zwei Jahren in St. Anton, wo rund 40 000 Zuschauer pro Rennen gezählt wurden) wird es nicht geben. In St. Moritz werden ca. 10 000 Personen pro Renntag erwartet. Das mag auch damit zu tun haben, dass das Zielgelände auf Salastrains nicht derart leicht zu erreichen ist wie noch in St. Anton. Dorthin gelangen Fussgänger entweder auf dem 35-minütigen ´Schellenursliweg´ ab St. Moritz Dorf, mit der Signalbahn (ab St. Moritz Bad) oder der Chantarella Bahn (ab St. Moritz Dorf).

Gute Sicht für die Zuschauer

Die Zuschauer erwarten dafür WM-Strecken, die oberhalb der Baumgrenze liegen und deshalb sowohl am Pistenrand als auch im Ziel hervorragend einzusehen sind. 5 Bergbahnen, 11 Sesselbahnen und 4 Skilifte erschliessen ein Skigebiet mit insgesamt 180 km präparierten Pisten. Die zwei Hauptpisten auf Corviglia, auf denen alle Rennen ausgetragen werden, führen links und rechts entlang der Sesselbahn Salastrains hinunter und münden alle in ein einziges Zielstadion.

Die Abfahrtsstrecke der Männer, konzipiert von Pistenbauer Bernhard Russi, wartet mit dem weltweit steilsten und längsten Starthang (100 Prozent Gefälle) auf. In sieben Sekunden beschleunigen die Cracks auf 130 km/h. Dazu musste oberhalb der Signal-Bergstation auf 2840 m über Meer eine Startrampe in den Fels gebaut werden, die von den Fahrern nur über 151 Treppenstufen zu erreichen ist.

Die einzelnen Pisten im Detail:

Männer-Abfahrt (Corviglia): Start 2840 m ü.M., Ziel 2040 m ü.M., Höhendifferenz 800 m, grösste Neigung 100 % (Start), Länge 2989 m.

Frauen-Abfahrt (Engiadina): Start 2745 m, Ziel 2040 m, HD 705 m, Länge 2719 m.

Männer-Kombinations-Abfahrt: Start 2745 m, Ziel 2040 m, HD 705 m, Länge 2828 m.

Frauen-Kombinations-Abfahrt: Start 2685 m, Ziel 2040 m, HD 645 m, Länge 2584 m.

Männer-Super-G: Start 2645 m, Ziel 2040 m, HD 605 m, Länge 2359 m.

Frauen-Super-G: Start 2590 m, Ziel 2040 m, HD 550 m, Länge 2118 m.

Männer-Riesenslalom: Start 2485 m, Ziel 2040 m, HD 445 m, Länge 1627 m.

Frauen-Riesenalalom: Start 2435 m, Ziel 2040 m, HD 395 m, Länge 1427 m.

Männer-Slalom: Start 2241 m, Ziel 2040 m, HD 201 m, Länge 683 m.

Frauen-Slalom: Start 2205 m, Ziel 2040 m, HD 165 m, Länge 543 m.

Männer-Kombinations-Slalom: Start 2205 m, Ziel 2040 m, HD 165 m, Länge 541 m.

Frauen-Kombinations-Slalom: Start 2185 m, Ziel 2040 m, HD 145 m, Länge 500 m.

(Werner Eisenring/sda)

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