Die europaweite Islamophobie
publiziert: Montag, 18. Dez 2006 / 17:27 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Dez 2006 / 17:44 Uhr

Wien - Islamische Migranten in Europa werden laut einer EU-Studie tagtäglich diskriminiert. Ihre Benachteiligung erstrecke sich dabei auf praktisch alle Lebensbereiche wie Arbeit, Wohnen und Bildung.

Ein Muslim muss nach islamischem Selbstverständnis ein Monotheist sein und Mohammed als letzten und entscheidenden Propheten anerkennen.
Ein Muslim muss nach islamischem Selbstverständnis ein Monotheist sein und Mohammed als letzten und entscheidenden Propheten anerkennen.
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Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Wien vorstellte. Dabei reichten Diskriminierung und offener Rassismus von verbalen Angriffen bis zu Tätlichkeiten.

In Deutschland meldeten verschiedene Organisationen zwischen Januar und Oktober 2005 allein aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg 13 Übergriffe, überwiegend gegen Türken und türkische Einrichtungen.

In Frankreich, das in diesem Jahr landesweit durch schwere Unruhen islamischer Einwanderer erschüttert wurde, hätten Muslime mit einem für ihre Herkunft typischen Namen etwa eine fünf Mal geringere Chance, zu einem Einstellungsgespräch eingeladen zu werden als andere Bürger des Landes, heisst es in dem 117-Seiten-Bericht.

Wie die Direktorin des EUMC, Beate Winkler, vor Journalisten erläuterte, handelt es sich bei dem Bericht für die Jahre 2004/2005 um die erste Erfassung der europaweiten Islamophobie.

«Ein Recht und kein Privileg»

Der Report biete «keine Patentrezepte zur Bekämpfung des Rassismus» an, sondern wolle den Politikern nur Material an die Hand geben, auf dessen Grundlage sie dann die nötigen Reformen einleiten müssten. «Die gleiche Behandlung von Muslimen ist ein Recht und kein Privileg», betonte Winkler.

Ein besonderes Problem bei der Erfassung der Diskriminierung von Muslimen, die mit 13 Millionen Menschen immerhin gut drei Prozent der EU-Bevölkerung stellen, sei die oft unvollständige Registrierung der Übergriffe.

So sei etwa Grossbritannien das einzige Land in der EU, das in seiner Kriminalstatistik Muslime gesondert als Opfer von aus Hass begangenen Verbrechen ausweise. Andere Länder, wie etwa Spanien, hätten praktisch keine Unterlagen über die Diskriminierung von Muslimen.

(dl/sda)

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