Die ewigen politischen Kontrahenten
publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2005 / 17:12 Uhr

Es ist nicht das erste Mal, dass Omar Karami (70) in seiner politischen Karriere auf Rafik Hariri trifft. Schon 1992 musste er wegen Hariri als Premierminister zurücktreten. Am Montag wiederholte sich die Geschichte.

Hariri lebt auch nach seinem Tod in den Köpfen vieler Libanesen weiter.
Hariri lebt auch nach seinem Tod in den Köpfen vieler Libanesen weiter.
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Rafik Hariri und Omar Karami haben eines gemeinsam: Beide sind Sunni-Muslime. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auf. Hariri entstammt einer armen Familie aus der Stadt Saida im Süden der Stadt. Karami ist aus der nördlichen Stadt Tripoli, aus einer reichen, in der Politik Libanons seit Jahrzehnten etablierten Familie.

Am Montag trat Karami nach dem Mord an Hariri auf Druck der Opposition und den Demonstranten auf der Strasse als Premierminister zurück.

Schon 1992 war dies passiert. Im Jahr 1990 am Ende des Krieges war er mit seinem Kabinett nur zwei Jahre im Amt geblieben.

Die libanesische Nationalbank stornierte nach einer massiven Entwertung des libanesischen Pfundes die Unterstützung für die nationale Währung. Der Kurs für einen Doller stieg innert einem Monat von 880 auf 1700 Pfund.

Die Gewerkschaften riefen in der Folge zum Streik auf, die am 6. Mai 1992 in gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Streikenden und dem Militär endeten. In der Folge wurde Karami von Damaskus zum Rücktritt gezwungen.

Hariri und Syrien

Karami klagte Rafik Hariri und den damaligen Präsidenten Elias Hrawi an, die Streiks forciert zu haben mit Unterstützung vom Baath-Regime Damaskus.

Der Milliardär Rafik Hariri sprang nach dem Rücktritt der Regierung tatsächlich in die Bresche. Mit Unterstützung aus Damaskus begann Hariri seine politische Karriere an der Spitze des libanesischen Staates.

Neues Spiel

Im vergangenen Herbst waren die Karten anders gemischt. Rafik Hariri hatte seine Position gegenüber Syrien geändert und liess es mit Syrien und dem Präsident Emile Lahoud, dessen Amtszeit entgegen der Verfassung um weitere drei Jahre verlängert wurde, auf eine Kraftprobe ankommen.

Hariri trat als Premierminister zurück. Und diesmal war Omar Karami der Nutzniesser. Er wurde mit Syriens Segen am 21. Oktober 2004 erneut Premierminister.

Doch seine zweite Amtszeit währte noch kürzer als die Erste. Knapp sechs Monate hat er sich an der Spitze der Regierung gehalten. Und wieder war es die Person von Hariri, die Karami aus dem Amt zwang - Hariri ist zwar tot, aber er lebt in den Köpfen von vielen Libanesen weiter.

(von Barnaby Skinner/news.ch)

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