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Die grössten Impf-Ängste: Was ist wahr?
publiziert: Donnerstag, 12. Nov 2009 / 14:11 Uhr / aktualisiert: Montag, 24. Jan 2011 / 13:29 Uhr

Mit der Schweinegrippe und der Impf-Kampagne kommen auch bekannte Ängste und Verschwörungstheorien zum Thema Impfen wieder auf. news.ch hat Prof. Christian Ruef, Experte für Infektionskrankheiten und Leiter der Spitalhygiene im Unispital Zürich, um eine Antwort auf die bekanntesten Behauptungen rund ums Impfen gebeten.

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Was ist dran an den Impf-Ängsten?
Was ist dran an den Impf-Ängsten?
11 Meldungen im Zusammenhang
Behauptung 1: Impfen dient vor allem der Pharma-Industrie

Ruef: Die Impfung gegen die aktuelle Grippe ist eine wichtige Massnahme, um vorallem diejenigen Personen zu schützen, für die die Grippe ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Das Impfen spart somit eher Gesundheitskosten, als dass es verursacht. Aber die Entscheidung, die Impfung auf nationaler Ebene für bestimmte Bevölkerungsgruppen zu empfehlen, erfolgt nach Risikobeurteilung durch das Bundesamt für Gesundheit und nicht aus wirtschaftlichen Ueberlegungen.

Behauptung 2: Impfen schützt nicht vor der Krankheit, da sich der Erreger ständig verändert

Ruef: Das aktuelle H1N1-Virus ist sehr stabil. Es sind seit dem Frühling keine Aenderungen aufgetreten, die sich ungünstig auf den Impfschutz auswirken würden. Bei 90 % der Geimpften kann ein Impfschutz nachgewiesen werden.

Behauptung 3: Impfen verursacht Krankheiten wie Guillain Barré, MS, ALS oder kann zu plötzlichem Kindstod führen.

Ruef: Es gibt keine wissenschaftlich überzeugenden Hinweise, die einen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem Auftreten von Guillain-Barré, MS, ALS oder plötzlichem Kindstod als plausibel erscheinen lassen. Die genannten Krankheiten treten mit einer bestimmten Häufigkeit in der Bevölkerung auf. So ist es durchaus denkbar, dass sich auch bei Geimpften eine solche Krankheit entwickeln kann, ohne dass die Impfung in der Krankheitsentstehung eine Rolle spielt.

Behauptung 4: Das Impfen um sich vor der Schweinegrippe zu schützen ist nicht notwendig, da der Krankheitsverlauf in der Schweiz harmlos ist.

Ruef: Es ist richtig, dass der Krankheitsverlauf bei der überwiegenden Mehrheit der Erkrankten harmlos ist. Da aber an der aktuellen Grippe weltweit Millionen von Menschen erkranken, beobachten wir zurzeit auch eine hohe Zahl von schweren Verläufen und einen Anstieg von Todesfällen, nicht nur bei Personen mit Risikofaktoren. Somit ist es falsch, diese Grippepandemie zu verharmlosen. Sie ist leider für viele Menschen, inklusive auch Kinder, eine tödliche Krankheit.

(Fabienne Klenger/news.ch)

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