Die grosse Schweizer Segelhoffnung
publiziert: Dienstag, 10. Aug 2004 / 20:56 Uhr

Seit Anfang Mai und dem Gewinn der Silbermedaille an der Starboot-WM in Italien dürfen Flavio Marazzi/Enrico De Maria auf eine Olympia-Medaille hoffen. Falls sie auch in Athen so konstant segeln wie zuletzt, sind diese Hoffnungen sogar gross.

Konstanz und Teamwork sind in der Starboot-Klasse elementare Erfolgsfaktoren. Über Konstanz haben sich die beiden Schweizer in diesem Jahr zur Genüge ausgewiesen.

An der WM wurden sie mit verschiedenartig gelagerten Problemen, die mehrheitlich auf organisatorische Mängel zurückzuführen waren, fertig und klassierten sich viermal in den Top 10.

Teamwork ist im Segeln -- wie in jeder andern zwischenmenschlichen Beziehung -- keine Selbstverständlichkeit; Steuermann und Vorschoter sind öfter und länger zusammen als mit ihren Familienmitgliedern. Marazzi und De Maria verbrachten die Zeit nahc dem Ende der Alinghi-Kampagne praktisch ununterbrochen miteinander.

Logisch, dass die Nähe auch Konfliktpotenzial birgt. Dem war auf dem Weg zum WM-Silber so: "In der zweiten Regatta kamen Spannungen auf", erinnerte sich Marazzi. "Es kann nicht immer gut laufen. Aber am nächsten Tag geht man wieder raus und ist alles vergessen."

Diplom als Minimalziel

Viel weniger beachtet, aber nicht minder bedeutsam als der WM-Exploit war im Juli der Gewinn der griechischen Meisterschaft, bei der im Olympia-Gewässer praktisch alle Medaillenanwärter teilnahmen und Marazzi/De Maria ihre Fähigkeiten bei unterschiedlichen Windverhältnissen unter Beweis stellten.

An der offiziellen Zielsetzung, einem Diplomplatz, ändern diese Erfolge nichts. Doch in der "Formel 1 der Segler" scheint nun auch für Marazzi, den Sprössling des Berner Stadienbauers, und De Maria, dem Alinghi-Grinder aus dem Kanton Zürich, mehr möglich: "Eine Medaille wäre schon toll", sagte Marazzi. Es wäre die erst vierte für die Schweiz an Olympischen Spielen im Segeln und die erste seit 36 Jahren.

Das Unternehmen wurde sehr professionell und von langer Hand geplant. Flavio Marazzi, mit seinem Bruder Renato schon in Sydney am Start, arbeitete das Projekt selber aus und zeichnete während der letzten drei Jahre für strukturelle Fragen, aber auch für die Einhaltung des Budgets verantwortlich.

Vater Bruno sorgte für die finanzielle Absicherung, die Trainingsgestaltung oblag Jean-Claude Vuithier, dem zweimaligen Olympia-Teilnehmer im Starboot. Der Jahresverlauf zeigt, dass Marazzi für die Projektleitung in jedem Fall ein gutes Zeugnis ausgestellt werden darf. Eine Medaille wäre die Krönung.

(rr/Si)

 
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