Pressespiegel
Die neue Mitte: Gewinn oder Verlust?
publiziert: Dienstag, 25. Okt 2011 / 07:42 Uhr
Neue Kraftverhältnisse: Martin Bäumle und Hans Grunder von GLP und BDP.
Neue Kraftverhältnisse: Martin Bäumle und Hans Grunder von GLP und BDP.

Bern - Nach den nationalen Wahlen stellen die Kommentatoren der Schweizer Zeitungen in den Dienstagausgaben allerhand Planspiele über künftige Allianzen im Parlament an. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht die «neue politische Mitte» und die Rolle der FDP innerhalb dieses Blocks.

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Die Mitte gebe in der Regel den Ausschlag, ob sich in der konkreten Politik eher linke oder rechte Anliegen durchsetzen, analysiert der «Tages-Anzeiger». Jetzt teilten sich gleich vier Parteien diese Schlüsselrolle: FDP, CVP, GLP und BDP.

Viele befürchten Schlimmes von dieser Zersplitterung, doch es müsse nicht so herauskommen. Im Gegenteil: Die neuen Kräfteverhältnisse könnten sich, wenn klug genutzt, als Gewinn herausstellen, heisst es im «Tages-Anzeiger» weiter.

Es ist nur die Verpackung

Die FDP täte gut daran, die Einladung von GLP, BDP und CVP anzunehmen und ihre Politik in der Mitte fortzuführen, spinnt die «Südostschweiz» den Faden weiter. Eine solche Allianz hätte zwar keine Mehrheit im Parlament, Nichtdestotrotz wäre man aber bedeutend und könnte sich den Mehrheitsbeschaffer von Fall zu Fall aussuchen.

Anders sieht dies die der FDP nahe stehende NZZ: Es wäre falsch, jenen leicht hämischen Empfehlungen zu folgen, die FDP habe nun subito eine (weitere) Kurskorrektur vorzunehmen. Der Inhalt sei nicht das Problem, meint die NZZ, es sei seine Verpackung, die nicht überzeuge. Dem Freisinn mangle es nicht an Zank und Selbstkasteiung, sondern an Aufbruchstimmung und Zuversicht.

FDP muss sich mit der Mitte einigen

Auch das «St. Galler Tagblatt» beleuchtet die künftige Rolle der FDP. Parteichef Pelli wiederhole zwar verzweifelt das Mantra, wonach die drei stärksten Parteien Anspruch auf zwei Sitze im Bundesrat haben. Diese Zauberformel habe aber mit der Zersplitterung der politischen Mitte einiges an Magie eingebüsst. Arithmetisch betrachtet hätten nur SVP und SP Anspruch auf je zwei Bundesratssitze. Für die Mitte bleiben deren drei.

Ähnlich schreibt der «Blick»: «Wenn die FDP weiter unbeirrt die Karte numerische Konkordanz spielt, riskiert sie den Sitz des trotz solider Leistung oft kritisierten Wirtschaftsministers Schneider-Ammann.» Der «Blick» rät deshalb: «Viel besser sähe es für die FDP aus, wenn sie sich mit BDP, CVP und SP auf die Wiederwahl von BDP-Finanzministerin Widmer-Schlumpf einigen würde.»

Die penible Verortung jener Kräfte, die sich nicht zu den Polen zählen, sei über weite Strecken eine Marketing-Angelegenheit, meint die «Aargauer Zeitung». Für sie ist die Frage der Mitte-Allianz realpolitisch nur in einem zentralen Geschäft relevant, bei der Zusammensetzung des Bundesrates.

 

(fkl/sda)

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:-D !
Besser kann man es nicht ausdrücken! Danke, Pacino
Der Wahlkampf war eine Zumutung . . .
. . . nun wird es Zeit, dass sich die Gewählten an die Arbeit machen und ihre Wahlversprechen einlösen. Aber halt, erst wollen wir noch die BR-Wahlen abwarten und dann muss noch Europa wieder auf guten Beinen stehen und dann, ja dann sind schon bald wieder Wahlen. Wieder riesen Geschrei, Vorwürfe, Diffamierungen, Versprechungen und dann wird es wieder Zeit , dass sich die Gewählten . . .
Nachtrag
alle Parlamentarier..... (seiner Partei natürlich)
Dafür gibt es doch
die CVP. Das ist die Partei, die immer wartet, bis alle anderen ihre Programme festgelegt haben. Dann hält sie den Kopf aus dem Fenster, um zu schauen, wohin gerade der Wind pfeift, damit der Parteipräsident dann schweizweit alle Parlamentarier gleichschalten kann - andere Meinungen dann kurzfristig unerwünscht. Vor der Kamera kann man dann im Zweifelsfall immer noch schnell die Schallplatte von der Familienpartei auflegen; damit fährt die CVP mit ihren einfachen Wählern immer gut.
Sitzverteilung
-8 SVP, -5 FDP = -13
-5 Grün, +3 SP = -2

BDP und GLP beide +9, wobei ich GLP kaum Mitte Rechts zuordnen kann. Die beiden gleichen sich also wieder aus.

Selbst wenn man die CVP -3 noch zu links zählen würde, käme das auf -5.

Wie man das in eine Mitte Rechts Stärkung des Parlamentes lesen kann verstehe ich nicht.
Das wahre Einzige!
So habe ich das auch nicht gemeint. Es geht mir um die fehlende Selbstkritik. Natürlich muss eine Partei ihrem Programm und Ideen folgen.
Aber die FDP krankt am selben Leiden wie die Hochfinanz. Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit.
Etwas Demut und Selbstkritik wäre schon angebracht, die ist aber absolute Fehlanzeige bei den FDP Exponenten.
Die FDP muss erkennen, dass im Volk Unmut über das pervertierte Finanzmarktsystem da ist und den Mut haben wieder wahren liberalen Werten den Vorzug zu geben. Die FDP hat aber seit 2008 erfolgreich alles im Keim erstickt was irgendwie mit Reformen oder Regulierungen im Zusammenhang mit der Hochfinanz zu tun hat. Von der Minder Initiative sprechen wir lieber schon gar nicht.
So verliert man Wähler. Man kann auch Stur seinen Ideologien nachhängen und Untergehen.
Verschiebung nach links??
Wo bitte gibt es hier eine Verschiebung nach links? Weil die SVP ein paar Sitze verloren hat, was sie durch ihr Budget mittels Initiativen und Referenden locker wettmachen können? Wähleranteil haben sie ja gleich viel und das ist bei Referenden dann eben doch wieder wichtig.
BDP und FDP sind sicherlich nicht links, beide eher Mitte rechts (auch wenn die FDP etwas von rechts erzählt, sind sie definitiv Mitte rechts). GLP ist umweltfreundlich, ja, aber nicht klassisch links. In allen Finanzplatzfragen in Zürich stimmten sie wie die FDP ab.
Ich hätte eher gesagt, das Fazit der Wahlen ist: die Mitte rechts wurde gestärkt, die Links geschwächt; der Umweltschutz wurde gestärkt. Sprich: wir möchten gerne 5er und Weggli, wie man so schön sagt. Die Grünliberalen versprechen halt schon etwas "Umweltschutz ohne Kosten", wie auch immer sie das umsetzen wollen.
Das einzig wahre!
Wenn man immer das Fähnchen nach dem Wind richtet, dann ist man auf dem Holzweg. Wenn jetzt viele Wähler finden, die FDP liege falsch, dann ist das so, aber wenn man ein überzeugter FDPler ist, denkt man, dass man richtig liegt. Die Parteimeinung nach der Gunst der Wähler auszurichten wäre reine Macht(erhaltungs)politik. Finden Sie, die Parteien sollten so agieren?
Dann kommt noch das Kommunikationsproblem dazu.
Wer Parteichef ist und nach Wahlen im TV Interviews gibt, sollte sich dessen was er sagt schon bewusst sein.

Ihre Argumentation ist auch eine Ausrede. Pelli hat es schon so gemeint wie er es sagte, es wurde nämlich wortwörtlich noch von anderen Deutschschweizer FDP'ler übernommen.

Die FDP, Huber, Pelli, Wasserfallen etc. haben auch immer wieder auch nach Verlusten von Kantonswahlen gefunden, die FDP mache nichts falsch und bleibe auf ihrem Kurs.

Sorry Midas, das ist Arroganz im Quadrat. Das kann man nicht schönreden.
Image vs Message
Herr Pelli ist Tessiner. Ich bin auch halber Tessiner.

Nicht Herr Pelli ist arrogant sonder Sie JB, weil Sie davon ausgehen dass jeder Welsche und jeder Tessiner perfekt Schweizerdeutsch sprechen sollte. Sie können bei Welschen und Tessiner nicht jedes Wort auf die Waagschale werfen. Auch Herr Levrat hat Nachteile beim Deutsch, wenn er in einer Arena auftreten muss und ihm ein SVPler immer ins Wort fällt.

Was Pelli mit "Wahnehmungsproblem" meinte, ist das die FDP ihr Parteiprogramm nicht vermitteln konnte. Was ja mehr als stimmt. Die FDP hat im Rahmen der Finanzkrise ein Imageproblem und kann den Bürgern die Message nicht rüberbringen.
 
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