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David Aebischer, der 26 Schüsse parierte, und Paul Di Pietro, dem das Siegtor gelang, trugen die Eishockey-Nati gestern zum 3:1 gegen Weissrussland. Beide figurieren überraschend im WM-Team.
Als Nationalcoach Ralph Krueger Anfang März die ersten Spieler für die WM-Vorbereitung aufbot (aus den in den Viertelfinals gescheiterten Klubs), überraschten die Nominierungen von Aebischer und Di Pietro. Für die Olympiaqualifikation einen Monat zuvor hatte Krueger Aebischer übergangen.
Nach dem Klotener Turnier meinte Krueger sogar, dass "die Schweiz noch nie in den letzten acht Jahren über eine derart klare Nummer 1 im Tor verfügte wie momentan mit Martin Gerber". Die Frage lautete: Rückt Aebischer überhaupt ein? Und was ist mit Di Pietro? Der 35-Jährige bestritt fast die gesamte Saison mit dem biederen EHC Chur in der Nationalliga B und dort in den Abstiegs-Playoffs.
Krueger von beiden begeistert
Ralph Krueger schmunzelt, wenn er auf diese Personalpolitik angesprochen wird. Denn die Ergebnisse geben ihm Recht. Krueger: "Es ist toll, wie sich Aebischer seit dem ersten Trainingscamp auf der Lenzerheide im Nationalteam zurückgemeldet hat. Und Di Pietro überrascht mich noch mehr. Es ist enorm, wie er sich während der Vorbereitung steigerte. Und wann haben wir zuletzt in der Nationalmannschaft Spieler gesehen, die vor dem Tor wie Di Pietro mit Körpereinsatz Chancen kreieren?"
David Aebischer kassierte während drei Vorbereitungsspielen gegen Dänemark (3:0), Finnland (0:1) und Weissrussland (3:1) bloss zwei Gegentore. Die Schweizer Backs kennen Aebischers Spielweise. Und an einer WM mit sieben Partien in anderthalb Wochen erweist es sich als riesiger Vorteil, über ein schlagkräftiges Torhüter-Duo zu verfügen. Martin Gerber, die nominelle Nummer 1, hütet am Samstag im zweiten Weissrussland-Länderspiel in Winterthur das Schweizer Tor.
Letzte Spieler werden nominiert
Spätestens nach dieser Partie wird Ralph Krueger die letzten WM-Selektionen bekannt geben. Nicht mehr unmöglich erscheint jedoch, dass Krueger neun statt acht Verteidiger zumindest mal mit nach Wien nehmen wird, denn "bei unseren angeschlagenen Spielern handelt es sich momentan ausschliesslich um Verteidiger", so Krueger.
Ursprünglich beabsichtigte Krueger, sieben Verteidiger und 13 Stürmer für die WM-Vorrunde zu nominieren. Erst nach der Vorrunde dürfen zwei Spieler nachgemeldet werden. Wegen der Schulter Blindenbachers, dem Rücken Bezinas und der Hüfte Streits zieht Kruger nun aber einen "Plan B" in Betracht: Lieber für das erste Spiel nicht das gesamte Kontingent ausschöpfen und dafür die Option offen behalten, im Verletzungsfall Akteure nachmelden zu können.
Krueger: "Gegen Tschechien im Auftaktspiel können wir zur Not auch mit weniger als 20 Feldspielern auskommen. Wichtiger wird sein, dass wir uns für die übrigen Vorrundenspiele gegen Kasachstan und Deutschland optimal positionieren können."
(Rolf Bichsel, Winterthur/Si)




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