Die verdammten Fakten
publiziert: Dienstag, 18. Nov 2014 / 15:56 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Nov 2014 / 10:24 Uhr
Verhinderter Golden Rice: Blinde Kinder, aber wenigstens politisch korrekt.
Verhinderter Golden Rice: Blinde Kinder, aber wenigstens politisch korrekt.

Wissenschaft hat momentan eine schlechte Reputation. Was absurd ist. Denn die meisten, die Wissenschaft kritisieren, leben nur, weil es diese gibt. Doch Wissenschaft ist unbequem. Und während jeder Anspruch auf die eigene Meinung haben kann, hat noch lange niemand Anspruch auf die eigenen Fakten. Doch genau dieser Anspruch wird von Politik und Interessengruppen erhoben.

2 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Wikipedia zum Goldenen Reis
Artikel über den Vitamin A-Reis der ETH.
wikipedia.de

Ausführliches zum VIOXX-Skandal
Ausführlicher, englischer Wikipedia-Artikel zum Skandal um das Schmerzmittel VIOXX
wikipedia.org

Fakten sind. Man kann sie interpretieren, aber nicht in sich abändern. Man kann über die Konsequenzen, die sich aus den Fakten ergeben, durchaus streiten. Aber die Fakten selbst bleiben. Fakten sind, was der Fall ist. Und die beste Methode, festzustellen, was der Fall ist, ist die Wissenschaft - in vielen Fällen sogar die einzige.

Funktionierende Wissenschaft ist ein offenes System, dass alle seine Erkenntnisse und die Wege dazu offenlegen muss, so dass diese überprüft und die Versuche auch wiederholt werden können. Funktioniert ein Experiment sowohl in New York, in Bern und in Neu Dehli, durchgeführt von verschiedenen Forscherteams, kann davon ausgegangen werden, dass man einen Fakt gefunden hat. Wirkt hingegen ein Mittel nur in einer Studie, aber in allen Teststudien nicht, kann man davon ausgehen, dass der ursprüngliche Test nicht richtig durchgeführt oder gar gefälscht worden und das neue Wundermittel Schrott ist. (Problematisch ist es, wenn Studienresultate verfälscht oder geheim gehalten werden. Desaster wie mit dem Medikament Vioxx sind die Folge und ein Verlust der Glaubhaftigkeit des wissenschaftlichen Prozesses, obwohl dieser in solchen Fällen bewusst verfälscht wird.)

So lassen sich manche Systeme ziemlich klar be- oder widerlegen, ganz egal, ob sie populär sind, oder nicht: Homöopathie funktioniert nicht. Impfungen funktionieren. Auch wenn das manche nicht mögen, weil sie sich gerne was einbilden. Vitamintabletten und Nahrungsmittelzusätze? Praktisch immer nutzlos - dafür ist der Urin schön dunkel. Gentechnische Organismen? Nahrungsmitteltechnisch unbedenklich und für den Konsumenten ungefährlich. Ganz egal, was verzapft wird. Alle Kulturpflanzen sind «gentechnisch» durch das Kombinieren von neuem Genmaterial entstanden. (Die andere Frage ist, wie sinnvoll manche dieser Pflanzen sind - vor allem die kommerziell vermarkteten -  da Eigenschaften wie Pestizid-Resistenzen bereits jetzt durch die Evolution der Schadinsekten ausgehebelt werden). Und wenn wir grad bei der Evolution sind: Wissenschaftlich und multidisziplinär jenseits jeder Zweifel bewiesen.

Und wenn die Klimaerwärmung durch den CO2-Ausstoss von Industrie und Verkehr immer noch bestritten wird, während 2014 vermutlich das wärmste Jahr seit der Aufzeichnung der Temperaturen weltweit werden wird, finden sich die Klima-, Impf-, Evolutions- und Pharma-«Skeptiker» alle im gleichen Boot wieder. Und sie können Erfolge feiern. Und dereinst auf den Gräbern der Opfer ihres Wahnsinns tanzen.

Wenn der «Golden Rice», ein open-source Gentech-Reis, der Vitamin A an Millionen Menschen in der dritten Welt liefern könnte, von Greenpeace mit einer Schmierenkampagne verhindert wird, so sorgen diese Leute «politisch korrekt» für das Erblinden von Tausenden Kindern. Und damit diese Kinder auch in Zukunft ganz sicher keine Chance haben werden, wurde Anne Glover, die wissenschaftliche Chefberaterin der EU-Kommision, mit viel Lobby-Arbeit von Greenpeace weg gemobbt und Jean-Claude Juncker hat ihren Posten nicht mehr besetzt. Denn in der Politik zählen Meinungen, nicht Tatsachen. Dass es Juncker war, der dies machte, sollte durchaus einen Hinweis geben, dass dies ohne ideologische Scheuklappen ging dies ganz unabhängig von der Art der montierten ideologischen Scheuklappen ging, denn auch bei konservativen Politikern ist Wissenschaft unbeliebt.

Denn Ideologien und Wissenschaft - so sie denn unabhängig, quasi im viel verschrieenen Elfenbeinturm betrieben werden - vertragen sich nicht gut. Pseudowissenschaft und Ideologien dafür um vieles besser. Wenn hier jetzt Impfkritiker behaupten, dass Ebola nur eine Erfindung der Pharmalobby sei und die Opfer in Afrika, nichts als «Betrunkene, die sich in die Hosen gemacht haben», so sind diese Demagogen nicht nur abstossend und menschenverachtend, sondern sie betreiben einen Kampf gegen die Realität und jene, welche diese zum besseren drehen wollen, um ihre eigene Pseudowissenschaft, die wahnhafte Züge hat, zu propagieren. Wenn vor einigen Jahren der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki aus politisch-ideologischen Gründen behauptete, dass AIDS gar keine Viruserkrankung sei und am besten mit Rote Beete und Knoblauch behandelt wird und dies als offizielle Gesundheitpolitik durchsetzte, tötete er damit vermutlich Hunderte, wenn nicht Tausende seiner Bürger und machte viele Kinder zu Waisen, obwohl die Tatsachen längst bekannt waren. Wenn Politiker immer noch behaupten, dass Klimaerwärmung nur «eine Theorie» sei (das ist übrigens das Maximum, dass es in der Wissenschaft gibt) und die Milliarden an Daten, die es dazu gibt, ignorieren, dann pflegen sie damit vor allem das Ego vieler Stimmbürger, die in nachhaltigem Verhalten vor allem etwas sehen, dass jene, die ohnehin nichts haben, praktizieren sollten. Es wäre von dem her auch interessant, die durchschnittliche Wohnfläche und Fahrzeuggattung zum Beispiel von Ecopop-Befürworten zu sehen.

Wird dann noch daran gearbeitet, dass gewisse fortschrittliche Techniken in der dritten Welt verhindert werden und gleichzeitig der Anspruch gestellt, dass die Menschen dort unsere Probleme lösen sollen, während wir hier fröhlich deren Rohstoffe verbraten, sind wir endgültig in einer Art High-Tech-Kolonialismus angelangt.

Denn der Massstab für das, was gemacht wird, ist derselbe wie damals: Wenn wir das Gefühl haben, dass es uns nutze, soll's gemacht werden und wenn wir nicht daran glauben, stimmt's nicht. Dabei sollten wir es besser wissen und nach Fakten suchen. Denn Fakten sind einfach. Aber nicht ideologisch.

(Patrik Etschmayer/news.ch)

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Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei handelbar wären. Wenn zum Beispiel die Lebensmittel ganz exakt angeschrieben wären, wenn man wüsste woher die stammen, mit welchen Giften sie behandelt wurden und was (beim Fleisch) den Tieren gespritzt und genau gefüttert wurde u s w. Vor allem aber, wieviel der Staat zur Subvention beigetragen hat. (Obschon das hinterher nichts mehr nützt) Handel verbindet die Menschen, heute aber vernichtet er sie eher.
Die Lebensmittel-Subventionen sind für die armen Länder weitaus schädlicher als die Futures und alle die Finanzvehikel, mit denen Lebensmittel noch teuerer werden. Subventionen töten!
Die USA subventionieren die Baumwolle derartig, dass der ganze Welthandel gar nicht mehr funktionieren kann. Kein armes afrikanisches Land wie zum Beispiel Burkina Faso, obschon dort die Löhne weit unter denen der USA liegen, kann zu diesen Preisen ihre Baumwolle verkaufen. Die USA liefert Lebensmittel zu derartig tiefen Preisen nach Mexiko, dass die Bauern dort in die USA auswandern!
Wenn also derartiger Welthandel unter den Freihandel Abkommen stattfinden soll, dann ist das ganze Projekt nicht das Papier wert, auf dem die Verträge stehen! Wir sollten das unbedingt verhindern!
Politisch könnten wir das sofort verhindern, aber die Politik wird schon lange nicht mehr von Politikern gemacht, sondern von der Finanz- und Wirtschaftswelt. Gegen die haben wir keine Chance!
Was ist schon der Juncker? Was in Europa läuft, bestimmt der Draghi!Das Geld regiert die Welt und das bigotte Amerika, wo viele mehr als zwei Hemden haben, kümmert sich einen Schiss um den, der kein Hemd hat. Die Bibel nützt denen nur als Berechtigung zum Totschlagen : Aug um Auge usw.
Vielleicht ein wenig überspitzt, aber sicher nicht falsch! Wir sollten eigentlich alle auf die Barrikaden gehen! Der Putin würde uns dabei unterstützen, ganz sicher, der hat aber auch nur die selben Interessen. Also müssen wir abwarten, bis sich das System selbst zugrunde richtet und das tut es!
Alles ein bisschen negativ das alles, aber realistisch.
Die Realität gibt nicht viel Erbauliches her, und der Mensch wird zum Arbeitstier umerzogen, ohne Bildung, am besten nur noch nützliche Forschung ohne Muse und ohne Beschaulichkeit. Wir merken gar nicht mehr, was wir alles so von uns geben, Faule Griechen, faule Italiener, faule Balkanesen, sobald dort Krisen ausbrechen, mehr bringen wir nicht mehr auf die Reihe. Dabei ist das das wahre Leben, nur die Kunst und die Muse, die Siesta und die Fiesta. In Neapel gibt er einen Spruch: Melio un Amigo in Piazza che una Milliarda in Tazza“. (Ich weiss nicht, ob ich‘s richtig geschrieben habe) Nur dafür lohnt es sich zu arbeiten, wir aber arbeiten lieber der Arbeit wegen und werden immer weniger das, was wir eigentlich sein sollten, Menschen! Ich arbeite sehr gerne und ich habe auch Freude an einer gut gelungen Arbeit, aber doch alles zum Zwecke des guten Lebens!
Demokratie im Niedergang?
Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, Kassandra, danke! Für den Staat die Ausbildungskosten, für die Wirtschaft die Wertschöpfung. Grundsätzlich finde ich es ja sehr gut, wenn der Staat für die Ausbildung und damit für Chancengleichheit sorgt. Zudem halte ich es für sehr wichtig, dass nebst den berufsbezogenen "hard skills" in den Lehrplänen auch die geisteswissenschaftliche und künstlerische Bildung ihren Platz haben.

Was aber seit Jahren zum Beispiel mit dem Musik- respektive Instrumentalunterricht geschieht, ist Ausdruck einer höchst unguten Entwicklung. Echte Bildung (historisch, humanistisch, kulturell) und die Fähigkeit zum kreativen Schaffen sind nicht Luxus, sondern für eine Demokratie fundamental wichtig. Yehudi Menuhin sagte einmal: „Musik zivilisiert.“ Und die Bürgerinnen und Bürger lassen es zu, dass an den Ästen der Menschenrechte und der Demokratie gesägt wird, weil das Bewusstsein für deren Bedeutung fehlt.

Die Konzerne bereichern sich, der soziale Frieden ist gefährdet, und wie es um den Widerstand steht, offenbart das Beispiel Juncker. Am Dienstag wurde bekannt, in Brüssel sei ein Misstrauensantrag gegen die Juncker-Kommission eingereicht worden. „Super, es tut sich was!“, dachte ich. Dann musste ich feststellen, dass die dafür nötigen 76 Unterschriften aus dem rechtsnationalen Lager stammen. Entsprechend wird der Antrag behandelt und entsorgt. Als Störaktion von Rechtsaussen.

Welche Partei hat, nebst anderen, Juncker als Kommissionspräsident portiert? Die Sozialdemokraten. Bravo, Genossen. Ich hoffe, der Nadelstreifenanzug sitzt.

Ja, Kassandra, ich befürchte sehr wohl einen Niedergang. Ein Lieblingsthema von Regula Stämpfli ist auch für mich exemplarisch: das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Auch andere kämpfen schreibend dagegen an:
http://www.zeit.de/2014/24/ttip-freihandelsabkommen-demokratie

In Australien am G20-Gipfel haben vor kurzem Obama, Juncker und Merkel über das TTIP verhandelt, und die Bundeskanzlerin hat in einem Interview angemahnt, dass das Abkommen so bald wie möglich verabschiedet werden soll. Da wird die Demokratie zu Grabe getragen, und unser Steueroptimierer Schneider-Ammann steht schon mit der Schaufel in der Hand bereit.
Kapitalismus im Niedergang?
Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, LinusLuchs.
Die Sache mit der Wissenschaft im Griff der Wirtschaft ist wahrscheinlich politisch komplizierter, als Sie es hier schildern. Gerade die Pharmaindustrie hat ja auch eine intensive Forschung in den eigenen Labors, sie profitiert aber wie kaum eine andere Industrie auf beiden Seiten, Sie erhält so gut wie gratis Zugang zu der staatlichen Forschung an den Unis und sie verkauft Ihre Produkte zu stattlich garantierten Preisen. Das tut sie privilegiert und das kann sie nur, weil es um die Gesundheit von uns allen geht. Wer will hier eigentlich ernsthaft etwas ändern?
Was man sich daher einmal genauer ansehen muss, ist das Wissen, welches sich die Wirtschaft einfach vom Staat nimmt und ihn dann aber bei den Steuern zu bescheissen.
Wir bilden in den Unis z. B. Apotheker auf einem sehr hohen Niveau aus, die dann ohne "Ausgleichzahlung", im Fussball würde man sagen ohne Ablösesumme, von der Pharma eingestellt werden. Alle die vom Staat finanzierte Forschung der Unis und der ETH werden von der Wirtschaft tausendfach vergoldet. Man denke nur einmal an den von Grünberg und Fert entdeckten GMR-Effekt, dessen Entdeckung heute in jeder Festplatte eines PC steckt und der die Speicherkapazität der Festplatte um ein Vielfaches steigert. Die ganze PC-Industrie profitiert milliardenfach davon.

In praktisch jedem Produkt von Appel stecken hunderte sogar manchmal tausende an den Universitäten entwickelten Lösungen. Was zahlt Appel dem Staat dafür? Ein paar Kröten in Irland!

Alle wollen vom Staat profitieren aber Steuern auf Teufel komm raus sparen, dafür gründen sie Scheinfirmen in sogenannten Steuerhinterzieherbescheissstaaten, fälschlicherweise und euphemistisch Oasen genannt.

Sehen Sie, diese konkreten Dinge sind es, die meiner Meinung nach einmal gründlich politisch behandelt werden müssten. Denn es geht doch nicht an, dass wir Steuerzahler jedes Produkt drei bis viermal bezahlen, aber die Wirtschaft uns um die gerechten Steuern betrügt.
Das sind nur mal so ein paar Beispiele.
Die Wirtschaft und die Finanzwelt haben uns voll im Griff, sie gesteht uns noch ein paar Abstimmungen zu und macht aus jedem Ergebnis, was ihr beliebt. Und die andere Seite macht die Demokratie mit ihre populistischen, rechtlich kaum umzusetzenden Initiativen kaputt. Die Wirtschat und die Nationalkonservativen sägen an den Ästen der Menschrechte und der Demokratie, Frau Stämpfli schwadroniert von dem Mainstream an dem sie sich selbst beliebig oft beteiligt.
Ich finde auch, dass man Frau Stämpfli nicht in Grund und Boden argumentieren sollte, wie ich das manchmal tue, aber ich finde nicht nur ihren Stil zum Kotzen sondern auch die Nebenschauplätze ihrer Agitationen. Kurz, Sie macht mehr Schau als grundlegende, seriöse Kritik. Ich bin überzeugt, dass sie ein narzisstisches Wesen ist und mehr den oberflächlichen Effekt als seriöse Kritik im Auge hat.
Alles aber immer mit dem Vorbehalt, dass ich auch Unrecht haben kann.
Inquisition Reloaded
Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, Berechenbaren erschwert es den Konservativen, sich auf Neues, Unsicheres einzulassen. Ja, Kassandra, das sehe ich auch so. Manchmal steckt vor allem Angst dahinter, manchmal Machterhaltung, oft beides. Galilei musste vor dem Papst dem kopernikanischen Weltbild abschwören, auch Darwin löste heftige Gegenwehr der Kirchen aus. Lieber im Glauben an nicht diskutierbare Dogmen verharren und damit herrschen, als sich der steten Entwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse ausliefern und immer wieder neu orientieren.

Rote und Grüne schlittern auch gerne in Glaubensfallen und werden stockkonservativ, meistens ohne es selber zu merken. Die Ecopop-Initiative ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich brauner und grüner Konservatismus in einer unappetitlichen Sauce verbinden kann.

Ist die Wissenschaft heute freier als zu Galileis Zeiten? Es gibt keine Inquisition mehr. Aber es gibt andere Kräfte, die mindestens so hintertrieben und wohl noch um einiges mächtiger operieren. Gerade gestern war ich an einer Tagung im medizinischen Bereich. Ein hoch positionierter und renommierter Experte sagte den bemerkenswerten Satz: „Wenn es nicht um Medikamente geht, ist zu wenig Forschungsgeld vorhanden.“

An der gleichen Tagung wurde ein Diagnose-Instrument vorgestellt. Auf der Grossleinwand prangte plötzlich das Apple-Logo. Der IT-Gigant würde seit kurzem eine kostenlose App anbieten, hiess es, mit welcher in wenigen Minuten eine erste Grobdiagnose vorgenommen werden könne. Wohlgemerkt ging es da nicht um Haarausfall, sondern eine vom Datenschutz her hoch sensiblen Erkrankung.

Kassandra, ich weiss, obwohl wir uns in vielem einig sind, gehen unsere Wahrnehmungen von Regula Stämpfli auseinander. Ich denke, Stämpflis Beitrag „Wissenschaft? Lobbyismus!“ ist sehr ernst zu nehmen. Ich sehe die von ihr beschriebenen Vorgänge in meinem beruflichen Umfeld immer wieder bestätigt, und da schliesse ich nicht von nur einer Beobachtung auf das Ganze. Die Wirtschaft hat die Wissenschaft weitgehend im Griff und bremst die Forschung in den Bereichen, die ökonomisch uninteressant oder gar beeinträchtigend sind.
Die verdammten Fakten
Warum heisst Grönland Grönland?

Warum kann man in Schottland keinen Wein mehr anbauen?

Warum haben Sie nicht erwähnt was Weichmacher bei uns Männern anstellen?

Warum habe sie nicht erwähnt, dass wir Männer wegen den Scheinschwangerschaftsmitteln immer weniger Sperma produzieren?

Zudem nützt Homöopathie auch bei Tieren. Vielleicht haben die aber auch mehr Sprachkenntnisse wie wir;-)))

Grüsse aus Dulliken;-)))
Ideologische Scheuklappen?
Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass es Juncker war, der dies machte, sollte durchaus einen Hinweis geben, dass dies ohne ideologische Scheuklappen ging, denn auch bei konservativen Politikern ist Wissenschaft unbeliebt.“ von einer Unaufmerksamkeit des Herrn Etschmayer reden. Er hat sich da wohl verschrieben! Denn, dass „oder“ im Satz von Etschmayer sollte doch wohl eher ein „mit“ sein. Der Satz ergibt ja gar keinen Sinn sonst, wenn er fortfährt , „denn auch bei konservativen Politikern ist Wissenschaft unbeliebt. Ich bin fest überzeugt, dass Etschmayer es so meinte.
Das dünkt mich, sei dann aber im Falle, dass ich Recht habe, ein vernichtendes Urteil über das konservative Denken im Generellen.
Es beschäftigt mich schon seit Jahren, wie es kommt, dass ein Mensch aufgrund eines Einzelereignisses einen allgemein gültigen Schluss ziehen kann.
Der Vater, dessen Tochter nach einer gewöhnlichen Impfung an Leukämie erkrankte, schwört darauf, dass die Impfung daran schuld sei. Millionen andere Geimpfte, die keinerlei Symptome zeigen, gelten da gar nichts! Der Vater will glauben, was er sich zurechtdenkt. Irgendwer muss doch Schuld sein! Alle die anderen Leukämiekranke sind damit Unwissende gebrandmarkt, das kann ein Gläubige aber nicht sehen.
Ein an Alzheimer Erkrankter Zahnarzt führt die Ursache dafür auf Aluminium zurück, dem er als Zahnarzt zu häufig ausgesetzt war! (Es gibt weder eine gesteigerte Alzheimer-Häufigkeit unter den Zahnärzten noch einen Nachweis, dafür, dass ausgerechnet Zahnärzte häufiger als Schlosser, bei denen es ja auch kein gehäuftes Auftreten von Alzheimer gibt, mit Aluminium in Kontakt kommt.) Beides interessiert einen Gläubigen nicht.
Die Beispiele liessen sich beliebig weiterführen. Wer glauben will, der will glauben, das schlimmste ist aber, dass Glauben auch immer mit dem Bedürfnis nach Mission verbunden ist. Denn dem Gläubigen ist der Glaube wichtiger als jeder Realität.
Im Glauben sehe ich den Konservativen weitaus mehr gefährdet, als den nüchterner, eher wissenschaftlicher denkenden Linken! Konservatismus ist ja häufig genug nichts anderes als Misstrauen dem Neuen, dem wissenschaftlichen gegenüber.
Mag ja sein, dass ich das auch nur glaube, aber dazu kam ich während eines sehr langen Lebens in der Pharmabranche!
Wer nichts von Wissenschaft hält, hat m.E. gehörige Scheuklappen oder ist nicht in der Lage, wissenschaftliches Denken auch nur im Ansatz zu verstehen.
Wovon ich aber auch felsenfest überzeugt bin: Man muss nicht alles Neue immer verwirklichen wollen, es gibt vieles, da sich bewährt hat und gar nicht geändert werden darf! Z.B. die schönen alten Kioske in Zürich, die einer linken Ordnungs- und Gleichmachermanie geopfert werden sollen, was das Leben unmenschlicher, steriler und erheblich teurer macht. Oder gar die ehernen und millonenfach bewährten Menschenrechte, die als eine der grössten Errungeschaften des Menschen gelten, die nun aber ausgerechnet von den Rechten infrage gestellt werden!
Man muss ganz einfach der Dialektik in der Demokratie vollständigen Lauf lassen, sonst funktioniert sie nicht. Nur dogmatisches Glauben allein kann ich nicht gelten lassen, das Alles-Infagestellen aber schon!.
Neoliberalismus keine Ideologie?
Patrik Etschmayer war bei diesem Satz wohl einen Moment etwas unkonzentriert. Greenpeace habe Anne Glover, die wissenschaftliche Chefberaterin der EU-Kommission, weggemobbt, schreibt er. Jean-Claude Juncker habe den Posten nicht neu besetzt. Dann der Satz:

„Dass es Juncker war, der dies machte, sollte durchaus einen Hinweis geben, dass dies ohne ideologische Scheuklappen ging, denn auch bei konservativen Politikern ist Wissenschaft unbeliebt.“

Verstehe ich recht? Da steht doch, Juncker respektive konservative Politiker hätten keine ideologischen Scheuklappen, oder nicht? Ideologie ist also nur etwas für Linke und Umweltaktivisten, oder wie? Was sind denn das für Scheuklappen, die es Juncker nahelegen, die wissenschaftliche Chefberaterin nicht zu ersetzen?

Das schreibt Patrik Etschmayer, der kürzlich unter dem Titel „Das Kalifat des Kapitals“ mit so viel Feuer darlegte, wie der ungebremste, von der neoliberalen Ideologie geprägte Kapitalismus alles aus dem Weg räumt, was der Gewinnmaximierung abträglich ist. Diese Vorgänge vergleicht er mit den irren Aktionen des Islamischen Staats, der nichts anderes ist als die Schreckensherrschaft einer hoch pathologischen Ideologie. Und gerade letzte Woche knöpfte sich Etschmayer Junckers Rolle bei den Steuer-Deals mit Konzernen vor.

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