Diese Männer wollen Cancellara noch stoppen
publiziert: Samstag, 26. Sep 2009 / 11:17 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Sep 2009 / 13:24 Uhr

Nach dem Gewinn der WM-Goldmedaille im Zeitfahren will Fabian Cancellara morgen Sonntag in Mendrisio das Regenbogentrikot im Strassenrennen holen. Das hat vor ihm noch kein Profi geschafft. Favorisiert sind die Italiener und die Spanier.

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Was möglich ist, wenn er sich auf ein Ziel konzentriert und sich optimal darauf vorbereitet, hat Fabian Cancellara vor etwas mehr als einem Jahr bei den Olympischen Sommerspielen in Peking gezeigt: Gold im Zeitfahren, Bronze im Strassenrennen. Danach war der Berner sowohl körperlich wie mental leer und verzichtete auf die WM in Varese (It).

Beim Titelkampf im eigenen Land konnte der Ausnahme-Athlet aber nicht abseits stehen. Cancellara hat sich in einer Art und Weise auf das über 262 km und 4655 Höhenmeter führende Titelrennen vorbereitet, dass selbst sein sportlicher Leiter Bjarne Riis staunte.

Bewusste Ernährung

Weil es von Vorteil ist, weniger Gewicht die Steigungen empor wuchten zu müssen, hat der Olympiasieger bewusst auf die Ernährung geachtet. Cancellaras schmales Gesicht verrät, dass er abgenommen hat. Entsprechende Fragen wiegelt der Berner aber ab.

Im Schweizer Sextett ist Cancellara der gesetzte Teamleader. Michael Albasini gilt als Co-Leader und Joker. Oliver Zaugg, Gregory Rast, Mathias Frank und Rubens Bertogliati sind die geschätzten Helfer. Die Schweizer müssen nicht die Verantwortung für das WM-Rennen übernehmen.

Aber sie wollen ihren Einfluss geltend machen. Albasini formulierte es so: «Mit Fabian in einer solchen Hochform können wir uns nicht nur verstecken.» Er fühle sich gut und ruhig, bekundete der Berner Zeitfahrweltmeister: «Meine Leistung im Zeitfahren gibt mir für das Rennen vom Sonntag Vertrauen. Es macht keinen Sinn, mit Angst oder Bedenken an den Start zu gehen. Der Final wird hart werden, wie bei jedem anderen Rennen auch.»

«Der Kopf ist bereit»

Ob am Sonntag schönes Wetter herrscht oder ob es regnet, lässt den Berner kalt: «Der Kopf ist bereit. Nur darauf kommt es an.» Aber der Olympiasieger gibt auch zu bedenken: «In einer Lotterie wie dem WM-Rennen gewinnt nicht immer der Favorit.»

Falls es bei der Elite zu einem harten Rennen komme, werde Cancellara das Ziel nicht mit der Spitze erreichen, erklärte in der «Gazzetta dello Sport» Aldo Sassi, der weltweit anerkannte Sportwissenschaftler aus dem Mapei-Zentrum.

Sassi kennt den Berner schon seit dessen Zeiten als Junior und noch besser seit Cancellaras Zugehörigkeit zum Nachwuchsteam von Mapei (2002/03). Sassi weiter: «Schon damals versuchten wir, aus ihm einen Fahrer für die grossen Rundfahrten zu machen. Ich bin überzeugt, dass er eine Ausnahmeerscheinung ist. Fabian kann die Tour de France gewinnen. Dazu müsste er aber noch etwas an Gewicht verlieren.»

Italienische und spanische Favoriten

Seit etlichen Jahren drücken die Formationen der Italiener und der Spanier der Strassen-WM den Stempel auf. Für die Azzurri sollen es diesmal der letztjährige Silbermedaillengewinner Damiano Cunego, Titelverteidiger Alessandro Ballan sowie Filippo Pozzato auf das Podium schaffen.

Damiano Cunego (28) verpasste 2008 nur knapp die Medaille in Varese, da die Gegner seinen Landsmann Alessandro Ballan entkommen liessen. Er ist ein starker Bergsprinter, was er zuletzt bei den Vuelta-Bergetappen unter Beweis stellte. Mit Ballan, Ivan Basso und Pozzato führt er eine starke Equipe an.

Valverde, Sanchez und Freire

Bei den Spaniern steht Vuelta-Sieger Alejandro Valverde deutlich vor Strassen-Olympiasieger Samuel Sanchez und dem früheren dreifachen Weltmeister Oscar Freire im Vordergrund.

Wenn einer die Spanien-Rundfahrt hinter sich gebracht habe, dann könne ihn weder die Länge des Titelrennens noch das Anforderungsprofil erschrecken, sagte Valverde. Der Radprofi aus Murcia wäre - ausser in den Augen seiner Landsleute - ein unbeliebter Weltmeister.

Valverde und der Blutbeutel

Gemäss den Fahndern des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) wurde Valverdes Blut in einem der Beutel von Dr. Eufemiano Fuentes in der «Operacion Puerto» nachgewiesen. Valverde ist deshalb für zwei Jahre für Rennen in Italien gesperrt.

Der Weltverband UCI wie auch die Welt-Antidoping-Agentur WADA hoffen, dass das Schiedsgericht CAS in Lausanne die Suspension mit einem Urteil im November auf Wettkämpfe in der ganzen Welt ausdehnt. Valverdes Rechtsberater sprechen dem CONI die Legitimation ab, eine Sperre zu verhängen, weshalb sie den Entscheid aus Rom angefochten haben.

...und wer noch?

Roman Kreuziger (23) ist für Fabian Cancellara einer der heissesten Anwärter auf den Sieg im Strassenrennen. Der Tour-de-Suisse-Sieger von 2008 stand während der Vuelta unter Schweizer Beobachtung, bei der er sich sehr gewissenhaft auf die WM in Mendrisio vorbereitet hat. leider kann er auf wenig Unterstützung hoffen.

(Toni Nötzli/Tino Richter/news.ch mit Agenturen)

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