Selbstvermarktung auf dem Vormarsch
Digitale Musikrevolution lässt Labels links liegen
publiziert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 10:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Okt 2011 / 12:57 Uhr
Musik im digitalen Zeitalter - das Internet öffnet Tür und Tor für den Selbstvertrieb.
Musik im digitalen Zeitalter - das Internet öffnet Tür und Tor für den Selbstvertrieb.

Santa Monica - Das Internet ist für die Musikwirtschaft Fluch und Segen zugleich: Während die Branche einerseits unter der zunehmenden Online-Piraterie leidet, eröffnen sich andererseits auch völlig neue Geschäftsmöglichkeiten.

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Ein Beispiel hierfür sind Web-Dienste wie Topspin Media, die es den Künstlern ermöglichen, die eigene Vermarktung vollkommen selbständig über das Netz abzuwickeln. Der grosse Vorteil: Musiker können so nicht nur ihre PR-Kosten senken, sondern auch ganz ohne Zwischenrufe von Plattenlabels direkt mit ihren Fans in Kontakt treten.

«Die Möglichkeit der Künstler, sich online selbst effektiv zu vermarkten, stellt die nächste wichtige Phase im Zuge der digitalen Musikrevolution dar», wird Ian Rogers, Chief Executive von Topspin, von der New York Times zitiert. Durch Webangebote wie das eigene hätte sich die Art und Weise, wie mit Musik Geschäft gemacht wird, grundlegend verändert. «Wir bieten Tools an, mit deren Hilfe sich das gesamte Online-Business einer Band abwickeln lässt. Dazu gehören beispielsweise der Verkauf von Musikstücken, das Betreiben von Fanclubs oder die Abrechnung von Lizenzgebühren», so Rogers.

Vorteile für Künstler und Nutzer

«Früher haben die grossen Major Labels Musik gefiltert und verteilt. Mittlerweile hat sich das grundlegend verändert. Heute wählt eine zunehmende Zahl von Künstlern den einfachen Distributionskanal des Internets, um die eigenen Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren», erklärt Roland Alton-Scheidl, wissenschaftlicher Beirat bei Creative Commons (CC) Austria, gegenüber pressetext. Das bringe nicht nur für die Künstler selbst, sondern auch für die Verbraucher Vorteile: «Nutzer haben dadurch eine grössere Auswahlmöglichkeit bekommen.»

Für Künstler, die ihre Musik über das Web verbreiten wollen, sei es aber dennoch wichtig, für die nötige Rechtssicherheit ihrer Werke zu sorgen. «In dieser Hinsicht ist der CC-Lizenzansatz, der die Urheber musikalischer Werke selbst entscheiden lässt, wie diese weiter genutzt werden können, eine sehr gute Lösung», betont Alton-Scheidl. Das Problem sei allerdings, dass dieser Ansatz bei den Verwertungsgesellschaften immer noch grossteils auf Ablehnung stosse. «Viele dieser Gesellschaften sind noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen», kritisiert Alton-Scheidl.

Den Trend erkannt

«Topspin gibt Künstlern die Macht, ihre Musik in ein Geschäft und Fans in Konsumenten zu verwandeln», so das Versprechen auf der dazugehörigen Homepage. Das Internetportal, das eigenen Angaben zufolge bereits mehrere tausend Musiker und Bands zu seinen Kunden zählt, ist inzwischen aber bei weitem nicht mehr der einzige Online-Dienst, der ähnliche Services anbietet. Den Trend erkannt haben auch Seiten wie Bandcamp, FanBridge oder ReverbNation, die allesamt völlig losgelöst von den grossen Plattenlabels agieren.

(dyn/pte)

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