Dignitas leistet Sterbehilfe mit Luftballongas Helium
publiziert: Dienstag, 18. Mrz 2008 / 09:01 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Mrz 2008 / 11:54 Uhr

Zürich - Mit der Anwendung eines neuen Mittels hebelt die Sterbehilfeorganisation Dignitas die ärztliche Kontrolle aus. Seit kurzem verwendet sie das Luftballongas Helium. Der Leitende Zürcher Oberstaatsanwalt Andreas Brunner drängt auf gesetzliche Regeln.

Mit der Anwendung eines neuen Mittels hebelt Dignitas die ärztliche Kontrolle aus.
Mit der Anwendung eines neuen Mittels hebelt Dignitas die ärztliche Kontrolle aus.
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Es sei nötig, dass nun endlich ein griffiges Gesetz erlassen werde, sagte Brunner am Morgen gegenüber dem Regionaljournal von Radio DRS. Es gehe nicht um ein Verbot des Sterbetourismus, sondern um klare Regeln.

Dignitas-Gründer und -Chef Ludwig A. Minelli war bislang nicht erreichbar. Und es sei niemand anderes berechtigt, Auskunft zu erteilen, hiess es bei der Sterbehilfe-Orgnisation auf telefonische Anfrage.

Laut Regionaljournal stülpen sich Suizid-Willige einen mit Helium gefüllten Plastiksack über den Kopf und ersticken dann. Das ganze Prozedere nehmen die Vertreter von Dignitas auf Video auf und schicken diese Belege der Staatsanwaltschaft.

Unerträgliche Bilder

Die Bilder seien «fast nicht zumutbar», sagte Brunner. Die Sterbenden bewegten sich zuckend «mehrere zehn Minuten» lang. Das bis anhin verwendete Medikament Natriumpentobarbital ist laut Brunner das geeignetere Sterbemittel. Dafür ist allerdings ein ärztliches Rezept nötig.

Dem widerspricht Rudolf Güntert, Vorstandsmitglied des Vereins Suizidhilfe Zürich: Die Methode sei sehr sicher, wirke rasch und schmerzlos. Das Helium entziehe dem Körper Sauerstoff. Nach etwa einer Minute falle der Patient oder die Patientin in eine Ohnmacht und nach weiteren etwa zwei Minuten erfolge der Herzstillstand.

Jürg Vollenweider, stellvertretender Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zürich Oberland, gab Auskunft an Stelle des abwesenden Brunner: Zum erstenmal habe Dignitas am 18. Februar zum neuen Mittel gegriffen. Seither seien seines Wissens vier Fälle vorgekommen.

(smw/sda)

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