Diskussion über Eigenmietwert geht weiter
publiziert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 16:51 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 19:13 Uhr
Der Traum vom Eigenheim wird nur ohne staatliche Förderung zu erfüllen sein.
Der Traum vom Eigenheim wird nur ohne staatliche Förderung zu erfüllen sein.

Bern - Die knappe Ablehnung der Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» dürfte eine erneute Debatte über den Eigenmietwert auslösen. Denn: Mit dem heutigen System sind auch die Gegner der Initiative nicht zufrieden.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der Eigenmietwert sei in der Bevölkerung schlecht akzeptiert, sagte SP-Nationalrätin Hildegard Fässler im Namen des Nein-Komitees. Die Leute würden nicht verstehen, wieso sie ein fiktives Einkommen versteuern sollen. Das knappe Resultat zeige, dass eine komplette Umgestaltung des Systems nötig sei.

Vielleicht gebe es bereits in der laufenden Herbstsession erste Vorschläge, sagte Fässler, die auch die Präsidentin des links-grünen Hausvereins Schweiz ist. Ihre Partei werde zwar nicht selbst aktiv werden. Sie könne sich aber vorstellen, dass die SP Vorstösse zur Ablösung des Eigenmietwertes unterstützen werde.

Bereits eine Motion angekündigt hat die EVP: Der Eigenmietwert soll für alle Generationen abgeschafft werden. Die Abzugsmöglichkeiten bei den Steuern sollen im Gegenzug beschnitten werden: Geschuldete Hypothekarzinsen etwa sollten nur noch während einer gewissen Zeit und nur noch beim Ersterwerb von Eigentum abgezogen werden können.

Verbündete suchen

Auch der Hauseigentümerverband (HEV), der die Initiative lanciert hatte, will die Diskussion vorantreiben. Verbandspräsident und SVP-Nationalrat Hans Egloff kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda an, Verbündete für einen parlamentarischen Vorstoss zu suchen.

Im Abstimmungskampf habe sich gezeigt, dass ein Dialog mit den Gegnern möglich sei, sagte Egloff. Trotzdem bleibt er vorsichtig: Zwar herrsche Einigkeit, dass der Eigenmietwert abgeschafft werden soll. Wenn es aber um die konkrete Einzelheiten gehe, würden die Meinungen rasch auseinander driften, sagte er.

Zurückhaltend zeigte sich der HEV auch in einem Communiqué: In der Pflicht würden nun jene Kreise stehen, die im Abstimmungskampf verlauten liessen, dass die Besteuerung des Eigenmietwertes störend sei, die Initiative aber keine Lösung darstelle. "Nun müssen sie den Beweis antreten, dass ihre Äusserungen ernst gemeint sind."

Der Schweizer Mieterverband (SMV) seinerseits will einen Systemwechsel nur unterstützen, wenn die Mieterinnen und Mieter dabei nicht benachteiligt würden. Mietende und Personen mit Wohneigentum sollen bei gleichen finanziellen Verhältnissen auch gleich viele Steuern bezahlen, hielt der Verband fest.

"Kantone müssen sich bewegen"

Gemäss FDP-Nationalrat Ruedi Noser, Mitglied im Ja-Komitee, fand die Initiative keine Mehrheit, weil die bürgerlichen Parteien nicht geschlossen auftraten. Der knappe Ausgang zeige allerdings, dass ein kompletter Systemwechsel ohne Eigenmietwert und Steuerabzug für Schulden möglich sei.

"Dazu müssten sich aber die Kantone bewegen", sagte Noser. Der Gegenvorschlag des Bundesrates zur HEV-Initiative, welche vom Parlament abgelehnt worden war, habe gezeigt, dass ein Systemwechsel nicht kostenneutral geschehen könne. "Die Kantone müssten akzeptieren, dass es Steuerausfälle gibt".

Dazu sagte Christian Wanner, Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), dass er bereit sei, über eine Reform zu diskutieren. "Die FDK wird den Fahrplan vorgeben", betonte er, ohne allerdings genaue Daten zu nennen. Für die Finanzdirektoren sei der Eigenmietwert kein vordringliches Thema. "Wir sind schon genug beschäftigt mit dem Steuerstreit."

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die Hypothekarzinsen sind in der Schweiz innert weniger Wochen stark angestiegen. Festhypotheken ... mehr lesen
Die «goldenen Zeiten für die Hypothekarnehmer» neigten sich dem Ende zu.
Erst rennen, dann stimmen: Das letzte Weekend sah für manche so aus.
Google Trends In manchen Wochen brummt es nur so in der Google-Liste, in anderen hingegen kehrt das grosse Gähnen ein. Wie in der ... mehr lesen
Bern - Bausparen ist in der Schweiz vom Tisch. Das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres haben sich Volk und Stände ... mehr lesen
Bauspar-Initiative: 68,9 Prozent Nein-Stimmen.
Martin Landolt rechfertigt seinen Vorwurf an die Adresse der SVP.
Martin Landolt rechfertigt seinen Vorwurf an die Adresse der SVP.
Schweiz - EU  Zürich - BDP-Präsident Martin Landolt rechtfertigt seinen Vorwurf an die Adresse der SVP, wonach sich diese «brauner Rhetorik» bediene. Er habe Angst davor, dass die Partei die Schweiz in die totale Abschottung von der EU führe - und sie damit einem EU-Beitritt näherbringe. 
BDP-Präsident will keine SVP-Vertretung im Bundesrat Bern - Ob seine Partei einen Bundesratssitz hat, ist für BDP-Präsident Martin Landolt derzeit ...
BDP-Präsident Martin Landolt: «Mir persönlich würde es derzeit sehr schwer fallen, überhaupt einen SVP-Bundesrat zu wählen.»
Hirschpfeffer! (Archivbild)
Sonderjagd unter Druck  Chur - In Graubünden hat die grösste Jagdveranstaltung der Schweiz begonnen. Die 5200 Bündner Jäger und gut 100 Jägerinnen ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 993
    Die Zeiten haben sich eben verändert! Was früher vielleicht einmal gang und gäbe war, ist heute obsolet. Es ... gestern 16:37
  • Kassandra aus Frauenfeld 993
    Recht hat er! Und es würde mich nicht wundern, wenn auch die SVP auf der ... gestern 16:23
  • Espion aus Meisterschwanden 1
    Lächerlich Als würde auch nur eine Firma in der Schweiz Arbeitsplätze aus ... gestern 13:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2430
    Bekannt! Ch. Levrat verbreitet nicht nur wie gewohnt Dummheiten, sondern auch ... gestern 11:00
  • PMPMPM aus Wilen SZ 157
    Volk und Polizisten kennen die Realitäten Leider gibt es unter den Politikern und Journalisten immer noch zu ... Fr, 12.09.14 22:05
  • LinusLuchs aus Basel 33
    Mission: ungebremster Profit Wie bringe ich ein paar Millionen im Ausland in Sicherheit, damit sie ... Fr, 12.09.14 13:53
  • Kassandra aus Frauenfeld 993
    Super! So sollte es sein, der Mensch ist geboren, um dazuzulernen, Sie tun ... Fr, 12.09.14 12:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 993
    Gut investiertes Geld! Uneigennützig ist das Engagement nicht. Der Erweiterungsbeitrag ist ein ... Fr, 12.09.14 12:17
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 11°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 9°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 11°C 19°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 10°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 13°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 12°C 24°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 16°C 22°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten