Federers Traum vom achten Wimbledon-Titel geplatzt
Djokovic erneut zu stark für Federer
publiziert: Sonntag, 12. Jul 2015 / 18:27 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 12. Jul 2015 / 21:25 Uhr

Roger Federer hat seinen achten Wimbledon-Sieg erneut verpasst. Wie bereits im letzten Jahr erwies sich der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic im Final als zu stark für den Baselbieter, der dem Serben in knapp drei Stunden 6:7 (1:7), 7:6 (12:10), 4:6, 3:6 unterlag.

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Am Ende schien es, als würde selbst Federer auf seinem Lieblingsplatz, dem Centre Court des All England Lawn Tennis and Croquet Club, nicht mehr an eine mögliche Wende glauben. Nachdem er auch im vierten Satz ein frühes Break kassiert hatte, bot sich dem bald 34-jährigen Baselbieter beim Stand von 3:4 und Aufschlag Djokovic noch einmal die Chance, um in das Spiel zurückzukehren.

30:0 führte Federer im Aufschlagspiel des Serben, zu einem Breakball kam er aber nicht mehr. Zwei starke Aufschläge von Djokovic sowie zwei Vorhandfehler Federers brachten der Weltnummer 1 die 5:3-Führung, wenige Minuten später verwertete der Serbe den ersten Matchball mit einem Vorhandwinner zu seinem dritten Wimbledon-Sieg nach 2011 und 2014. Wie bereits nach seinen ersten beiden Triumphen im Südwesten Londons kniete Djokovic danach auf den Rasen nieder und ass ein paar Grashalme. "In diesem Jahr haben sie besonders gut geschmeckt", sagte der Serbe an der Siegerehrung.

Federer zeigte sich als fairer Verlierer. "Novak spielte heute, während den letzten zwei Wochen und bereits das ganze Jahr hindurch sehr gut. Und auch während des letzten und des vorletzten Jahres. Er hat den Sieg verdient", lobte er seinen Kontrahenten, gegen den er im 40. Duell die 20. Niederlage kassierte. Er verlasse Wimbledon mit gemischten Gefühlen, so der 17-fache Major-Champion. "Ich habe während den zwei Wochen sogar besser gespielt, als ich erwartet hatte. Aber einen Final zu verlieren, macht nie Spass." Für Federer war es die dritte Niederlage in seinem zehnten Wimbledon-Final, nachdem er 2008 Rafael Nadal und im letzten Jahr Djokovic jeweils in fünf Sätzen unterlegen war.

"Als es gezählt hat, war er da"

Der Weltranglisten-Zweite hatte sich nach seinem überragenden Auftritt am Freitag im Halbfinal berechtigte Hoffnungen auf seinen achten Wimbledonsieg machen dürfen, womit er William Renshaw und Pete Sampras als Rekordsieger übertroffen hätte. Zwar schlug Federer nicht mehr so überragend wie gegen Andy Murray auf, aber immer noch stark. Im Final traf er aber auf einen Gegner, der bewies, warum er seit Jahren der beste und konstanteste Spieler auf der Tour ist. "Als es gezählt hat, war er da", so Federer, dem bei 58 Winnern 35 unerzwungene Fehler unterliefen. Djokovic habe bei den entscheidenden Punkten sehr gut gespielt, "und hinten raus war er enorm solid".

Vor allem beim Return beeindruckte Djokovic je länger die Partie dauerte. Die Basis zu seinem Sieg legte er zu Beginn des dritten Satzes, als er kurz bevor der Regen einsetzte und für eine 20-minütige Unterbrechung sorgte, das Break zum 2:1 schaffte, nachdem er zuvor einen Breakball abgewehrt hatte. Damit schaffte es Djokovic, das Momentum wieder auf seine Seite zu bringen, nachdem er im zweiten Durchgang nach sieben vergebenen Satzbällen den Satzausgleich hatte hinnehmen müssen und dadurch kurz die Fassung verloren hatte.

Das Ende des zweiten Satzes war hatte sich zum Höhepunkt des Finals der 129. Austragung der All England Championships entwickelt - - zumindest aus Sicht Federers und der grossen Mehrheit der 15'000 Zuschauer auf dem Centre Court. Nachdem Federer beim Stand von 4:5 einen ersten Satzball abgewehrt hatte, entwickelte sich das zweite Tiebreak des Tages zum Thriller.

Drei Satzbälle im Tiebreak abgewehrt

Wie im ersten Durchgang, als Djokovic nach zuvor zwei abgewehrten Satzbällen das Tiebreak dominierte, startete er besser in die Kurzentscheidung. Er führte 6:3, ehe die dramatischsten Minuten des Nachmittags folgten. Federer kämpfte sich zurück und schaffte mit einer starken Rückhand aus der Defensive das Minibreak zum 6:6. Danach wehrte Federer noch einmal drei weitere Satzbälle ab, ehe er mit einem verwandelten Rückhand-Volley zum 12:10 die Masse in Ekstase versetzte.

Djokovic vermochte danach trotz des frustrierenden Endes des zweiten Satzes im Gegensatz zu Federer sein Niveau noch einmal zu steigern. "Ich wusste, dass ich gegen ihn das Spiel gewinnen muss, und nicht er das Spiel verlieren wird", sagte Djokovic. Am Ende durfte er an seinem ersten Hochzeitstag verdient zum dritten Mal den Challenge-Cup in die Höhe stemmen, womit er mit seinem Coach Boris Becker gleichzog. In seinem 15. Grand-Slam-Final seit Herbst 2010 holte der 28-Jährige aus Belgrad seinen insgesamt neunten Grand-Slam-Titel. Damit übertraf er in der ewigen Rangliste unter anderen Ivan Lendl, Andre Agassi und Jimmy Connors.

(fest/Si)

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