Domainverwaltung unter Spamverdacht
publiziert: Mittwoch, 20. Jun 2007 / 13:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Jun 2007 / 14:41 Uhr

Wien - Die umstrittene Anti-Spam-Organisation Spamhaus.org hat die Mailserver-IP-Adressen der österreichische Domainverwaltung nic.at in ihre Spam-Blacklist aufgenommen.

Viele Provider greifen trotz anhaltender Diskussionen auf die Spamhaus-Liste zurück.
Viele Provider greifen trotz anhaltender Diskussionen auf die Spamhaus-Liste zurück.
3 Meldungen im Zusammenhang
Seit 12. Juni 2007 wurden die von nic.at versandten E-Mails daher von den meisten Mailservern abgewiesen, da viele grosse Provider trotz anhaltender Diskussionen über das Projekt auf die Spamhaus-Liste zurückgreifen. Mit der Massnahme will Spamhaus die österreichische Domainverwaltung zum unverzüglichen Löschen von rund 15 strittigen .at-Domains zwingen.

«Das ist ein reiner Erpressungsversuch. nic.at hat und wird niemals Spammails verschicken. Darüber hinaus sind wir rechtlich überhaupt nicht in der Lage, die besagten Seiten zu löschen», erklärt nic.at-Geschäftsführer Richard Wein im Gespräch mit pressetext. Man sei natürlich gegen Phishing und Spamming und begrüsse prinzipiell auch derartige Projekte. In diesem Fall sei man aber definitiv die falsche Anlaufstelle. Die Verantwortlichen hätten sich zudem nicht gesprächsbereit gezeigt, kritisiert Wein die Vorgangsweise der Spamjäger und kündigt rechtliche Schritte gegen das in Grossbritannien beheimatete Projekt an. Der externe Schaden durch nicht zugestellte und gelöschte Mails sei noch gar nicht abzuschätzen, so Wein.

Willkürliche Methoden?

Spamhaus.org ist im vergangenen Jahr einige Mal heftig unter Beschuss geraten. Kritiker warfen den Anti-Spammern willkürliche, geschäftsschädigende Methoden vor.

Ein US-Gericht drohte dem Projekt im Oktober vergangenen Jahres damit, es ganz vom Netz nehmen zu lassen, während etwa das E-Mail-Marketing-Unternehmen E360Insight eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von 11,7 Mio. Dollar gegen Spamhaus erstreiten konnte. Spamhaus erteilte den US-Forderungen mit dem Verweis auf den eigenen Firmensitz in Grossbritannien allerdings eine Absage.

(ht/pte)

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