Doping: Bjarne Riis war «randvoll»
publiziert: Freitag, 25. Mai 2007 / 19:20 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Mai 2007 / 19:39 Uhr

Bjarne Riis hat als erster Tour-Sieger Epo-Doping eingestanden. Der Däne räumte am Freitag an einer Medienkonferenz in Kopenhagen mit seiner Vergangenheit auf. Der heutige CSC-Teamchef gab zu, von 1993 bis 1998 Epo genommen zu haben.

Bjarne Riis (links) und Ivan Basso.
Bjarne Riis (links) und Ivan Basso.
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Riis bequemte sich zu seiner Beichte, nachdem in den vergangenen Tagen durch die Aussagen von Bernd Dietz, Erik Zabel, Rolf Aldag, Udo Bölts, Brian Holm und Christian Henn das Ausmass des systematischen Dopings im Team Telekom Mitte der Neunzigerjahre bekannt geworden war. Der Däne hatte 1996 mit seinem Gesamtsieg in der Tour de France seinen grössten Erfolg erzielt.

Riis gestand seinen Sportbetrug sachlich, kühl und offenbar ohne Reue. «Jetzt ist die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen. Ich habe Epo genommen. Das war Teil meines Alltags. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung», sagte der Däne und ergänzte: «So war die Zeit nun einmal damals. Ich war Radsportler zu den Bedingungen, die es damals gab. Ich bin froh, dass die Bedingungen heute nicht mehr so sind.»

Er habe die Doping-Präparate damals selbst gekauft und eingenommen, sagte Riis weiter und nahm dabei die damaligen Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid in Schutz: «Es tut mir leid, dass sie nun blossgestellt werden. Sie waren dafür zuständig, um auf unsere Gesundheit zu achten und das alles nicht Überhand nimmt.»

Vorwürfe stets zurückgewiesen

Der Däne hatte zuvor Doping-Vorwürfe stets zurückgewiesen, auch als er im April durch den belgischen Masseur Jef d´Hont («Riis war randvoll») schwer belastet worden war. «Ich habe gelogen, dafür möchte ich mich entschuldigen.» In der Radsport-Szene war Riis schon in seiner aktiven Zeit des Dopings verdächtigt worden. Der Tour-Dritte hatte dabei den Spitznamen «Monsieur 60 Prozent».

Wie Erik Zabel riskiert Riis nicht, dass ihm die Erfolge aus jener Zeit aberkannt werden, als er seine Leistung manipuliert hatte. Die Verjährungsfrist von acht Jahren ist längst abgelaufen. Ein Rückblick auf das Tour-Schlussergebnis von 1996 zeigt auf Platz 3 Richard Virenque, der nach jahrelangem Leugnen Doping eingestand, und auf Rang 4 Laurent Dufaux, der in die Festina-Affäre verwickelt war.

Zweiter wurde vor elf Jahren ein gewisser Jan Ullrich, der noch immer behauptet, eine blütenweisse Weste zu haben. Ullrichs Rechtsanwälte haben beim Bundesgericht in Lausanne Einsprache gegen den Entscheid der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes in Bellinzona eingelegt. Diese hatte festgelegt, dass Beweismittel aus einer Razzia in Ullrichs Anwesen in Scherzingen an die deutsche Justiz überstellt werden können.

(dl/Si)

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