Doping: IOC plant Untersuchungskommission
publiziert: Mittwoch, 22. Feb 2006 / 20:30 Uhr

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will gemäss Präsident Jacques Rogge nach den Turiner Winterspielen eine Kommission zur Untersuchung des Skandals um die österreichischen Langläufer und Biathleten einsetzen.

«Aus meiner Sicht ist Mayer jemand, der Doping organisiert», sagte Rogge.
«Aus meiner Sicht ist Mayer jemand, der Doping organisiert», sagte Rogge.
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Das Gremium soll die Resultate der Dopingtests der zehn in der Nacht auf Sonntag kontrollierten Athleten, die Erkenntnisse aus den von den italienischen Behörden in Absprache mit dem IOC veranlassten Razzien und mögliche Verfehlungen von Trainern untersuchen. Die Kommission soll ausserdem die Rollen des nationalen olympischen Komitees (ÖOC) und des Ski-Landesverbandes (ÖSV) überprüfen.

Walter Mayer soll vom IOC zur Anhörung aufgeboten werden. Der Auslöser des Skandals muss noch zwei bis drei Wochen in psychiatrischer Behandlung bleiben. In einem Interview bekannte Mayer, dass er sich bei seiner Amokfahrt am Sonntagabend das Leben nehmen wollte. Mayer wurde nach den ersten Razzien als Sportlicher Leiter für Langlauf und Biathlon entlassen.

Er hielt sich trotz Olympia-Sperre bis 2010 (wegen der «Blutbeutel-Affäre» in Salt Lake City) im Quartier der österreichischen Mannschaft auf. «Aus meiner Sicht ist Mayer jemand, der Doping organisiert», sagte Jacques Rogge. «Das IOC wird deutlich zeigen, dass wir solche Leute nicht dulden, auch nicht in privaten Unterkünften», sagte Rogge.

Sanktionen auch ohne positive Testergebnisse

Um Sanktionen auszusprechen, braucht das IOC keine positiven Testergebnisse. Schon der Besitz und die versuchte Anwendung von verbotenen Mitteln und Methoden sind strafbar. «Um jemanden des Dopings für schuldig zu befinden, sind Urin- oder Blutproben nicht unbedingt nötig», sagte Rogge. «Das kann auch auf Grundlage von Beweisen erfolgen. Es gibt Beweise der Polizei, die wir in Kürze bekommen werden.»

Die Resultate der nach den ersten Razzien vorgenommenen Dopingkontrollen liegen noch nicht vor. Betroffen sind sechs Langläufer und vier Biathleten. Gemäss ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth sind die Kontrolleure auf der Suche nach etwas ganz Bestimmten, weshalb die Auswertung durchaus länger als die üblichen 72 Stunden dauern kann.

Die Turiner Staatsanwaltschaft will ihre Ermittlungen derweil nicht länger auf Walter Mayer beschränken. Im Visier sind auch zwei Athleten. Dabei handelt es sich offenbar um Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann. Die Biathleten waren überstürzt abgereist und selbst von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel an den Doping-Pranger gestellt worden.

(bert/Si)

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