Doping-Sünder Mühlegg beendet Karriere
publiziert: Donnerstag, 14. Mrz 2002 / 14:56 Uhr

Nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City will Johann Mühlegg seine Karriere beenden. «Ich ziehe mich zurück», sagte der 31-jährige Wahl-Spanier gegenüber der Madrider Zeitung «ABC». Der 31-Jährige lässt sich allerdings ein Hintertürchen offen.

Die Rücktrittsabsicht sei ihm bei seinem letzten Wettkampf in Soldier Hollow klar geworden, sagte Mühlegg: «Auf den letzten 50 Metern des 50-Kilometer-Laufs wusste ich, dass dies mein letztes Rennen war.» Der kontroverse Allgäuer war nach seinem Sieg des Blutdopings überführt worden und musste die Goldmedaille abgeben. Die beiden weiteren Goldmedaillen durfte er dagegen behalten. Nach der Dopingaffäre tauchte er mehrere Wochen unter.

Mühlegg hält sich allerdings eine Hintertür offen. «Gut, ich muss es mir noch überlegen», antwortet er auf die Nachfrage, ob er sich wirklich aus dem Leistungssport zurückziehen werde. «Wir werden sehen, was geschieht. Aber meine Idee ist, nicht weiterzumachen.» Den Verdacht, er wolle nur deshalb aufhören, weil er wegen der zu erwartenden Sperre vorerst kaum mehr starten kann, wies er zurück. Sein Entschluss habe mit der Dopingaffäre nichts zu tun.

Wenn er dabei bleibt, geht eine Karriere mit vielen Höhen und Tiefen zu Ende. In seiner Heimat sorgte der frühere Junioren- Weltmeister mit der «Geisteraffäre» für Aufsehen. Er warf Bundestrainer Georg Zipfel vor, ihn mit einem Fluch belegt zu haben, und suchte Zuflucht bei einer «Wunderheilerin». Als Mühlegg seine Anschuldigungen gegen Zipfel widerholte, wurde er aus dem deutschen Team ausgeschlossen. Daraufhin siedelte er nach Spanien über und erhielt 1999 die spanische Staatsangehörigkeit.

In seiner Wahlheimat wurde Mühlegg zunächst wie ein Exot betrachtet. Dem spanischen Wintersport verhalf «Juanito» zu unverhofften Erfolgen. Vor einem Jahr holte er den ersten WM-Titel für Spaniens Skiläufer.

Als er des Dopings überführt wurde, folgte nun der jähe Absturz. Eine anberaumte Audienz bei König Juan Carlos wurde «auf unbestimmte Zeit» verschoben. «Dafür habe ich Verständnis», sagte Mühlegg. Zugleich beteuerte er seine Unschuld: «Ich habe nichts Verbotenes getan, und das werde ich beweisen.» Er vertritt eine Verschwörungstheorie: «Es gibt da Leute, die nicht wollen, dass Spanien diese Medaillen gewinnt.»

(bb/sda)

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