Neue Vorwürfe gegen Ferrari
Doping-Vertrieb in St. Moritz
publiziert: Donnerstag, 18. Okt 2012 / 14:32 Uhr
Michele Ferrari hat laut den Ermittlern ein effizientes internationales Netz aufgebau. (Symbolbild)
Michele Ferrari hat laut den Ermittlern ein effizientes internationales Netz aufgebau. (Symbolbild)

Der höchst umstrittene Sportmediziner und frühere Arzt von Lance Armstrong, Michele Ferrari, sieht sich weiteren Vorwürfen ausgesetzt.

12 Meldungen im Zusammenhang
Die Staatsanwälte der norditalienischen Stadt Padua, die seit zwei Jahren Antidoping-Ermittlungen führen, werfen dem 59-Jährigen vor, von seiner Wohnung in St. Moritz aus ein Millionengeschäft mit der Betreuung von Athleten aufgebaut zu haben. Dabei soll er die Sportler bei der Einnahme von Dopingmitteln beraten haben.

Nach Angaben der Sporttageszeitung «Gazzetta dello Sport» beträgt Ferraris Geschäftsvolumen über 30 Millionen Euro. Nicht nur einzelne Radprofis, sondern ganze Teams hätten in den letzten Jahren Millionen gezahlt, um sich Ferraris Dienste zu sichern. Die Staatsanwälte haben demnach ein kompliziertes System entlarvt, mit dem Teams Steuern hinterzogen, Geld wuschen und es damit ihren Profis ermöglichten, Ferraris Rechnungen zu bezahlen. Von einem Teamkonto auf einer Schweizer Bank in Locarno hätten Radprofis systematisch Geld abgehoben, um Ferraris Rechnungen zu zahlen, behaupten die Ermittler.

Die Vorwürfe gegen den aus der norditalienischen Stadt Ferrara stammenden Arzt sind gravierend. Die Staatsanwälte werfen ihm Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel des Handels, Schmuggels und illegaler Verabreichung von Dopingprodukten vor. Ausserdem wird Ferrari der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche beschuldigt. Ermittlungen laufen auch gegen seinen Sohn Stefano, den Sportmanager Raimondo Scimone, einen Schweizer Rechtsanwalt und gegen zwei Bankiers aus Locarno, berichtete die Gazzetta.

Ferrari hat laut den Ermittlern ein effizientes internationales Netz aufgebaut und seinen Kunden ein «komplettes Dienstleistungspaket» angeboten, das Beratung für den Abschluss von Verträgen, für Training, Verabreichung von Dopingprodukten und sogar rechtliche Unterstützung bei positiven Dopingkontrollen vorgesehen hat. Ferraris Ziel sei es gewesen, die Leistungen der Athleten zu steigern, um ihnen bessere Verträge zu sichern. Davon habe er selber stark profitiert, so die Ermittler.

 

(bert/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic hat im vergangenen Jahr 14 Entscheide gefällt - einen mehr als 2010 und ... mehr lesen
Die DK hat im Jahr 2012 «nur» zwei Athleten für das Vorhandensein von Cannabis in ihrem Körper bestraft. (Symbolbild)
Anschuldigungen gegen Rabobank. (Symbolbild)
Im holländischen Radsport-Team Rabobank wurde von 1996 bis 2012 angeblich systematisch gedopt. Ein entsprechender ... mehr lesen
Der letztjährige Tour-de-France-Sieger Cadel Evans gab einen früheren Kontakt zum umstrittenen Arzt Michele Ferrari zu. ... mehr lesen
«Dabei wurde nie über Doping gesprochen und es gab auch keine Anzeichen für irgendetwas Illegales», schrieb Evans. (Archivbild)
Den Entscheid über Sanktionen gegen Lance Armstrong wird der Radsport-Weltverband am Montag in Genf fällen. Die UCI wird ... mehr lesen
Die Titel können Lance Armstrong nur von der UCI offiziell aberkennt werden. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kritik am Kontrollsystem der UCI. (Symbolbild)
Nachdem der ehemalige Dopingsünder Tyler Hamilton bereits am Samstag erneut schwere Vorwürfe gegen den ... mehr lesen
Mit dem Abschlussbericht der amerikanischen Anti-Doping-Agentur im Fall Lance Armstrong kommt ein Dopingsystem bisher ... mehr lesen
Gemäss Bericht der USADA kannte der mehrfache TdF-Sieger Lance Armstrong kein Pardon.
Laut Bradley Wiggins habe sich der Radsport inzwischen verändert. (Archivbild)
Die Radsport-Welt ist schockiert über das umfangreiche Beweismaterial ... mehr lesen
Die Anschuldigungen gegen Armstrong bis zur Aufgabe: mehr lesen 1
Armstrong war sich lange sicher, dass EPO nicht nachgewiesen werden kann.
Michele Ferrari hat illegal Pharmazeutika abgegeben.
Bologna - Der italienische Sportarzt Michele Ferrari wurde in Bologna wegen Sportbetrugs zu einem Jahr Gefängnis bedingt ... mehr lesen
Pech für Claudia - 2009 wurde sie wegen eines anormales Blutbildes für zwei Jahre gesperrt.
Pech für Claudia - 2009 wurde sie wegen eines anormales Blutbildes für ...
ISU verlangt Neuaufarbeitung des Dopingfalls  Das deutsche olympische Komitee DOSB will die wegen Dopings gesperrt gewesen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein reinwaschen. 
Historisches Urteil im «Fall Pechstein» Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat im knapp sechsjährigen Kampf gegen den Eislauf-Weltverband ISU ...
Claudia Pechstein im Jahr 2003.
1995 ja - 2015 nein  Lance Armstrong würde unter gleichen Umständen wieder zu verbotenen Mitteln greifen. Der Amerikaner hatte nach langem ...
Lance Armstrong wurden seine sieben Toursiege aberkannt.
Julia Saripowa steht unter Verdacht - mit dem Entscheid ist in Kürze zu rechnen.
Extreme Ausschläge bei Bluttest  Nach drastischen Strafen für fünf russische Geher droht nun auch Steeple-Olympiasiegerin Julia ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Ach wäre der Shaqiri doch zu Dortmund gegangen! Er hätte dann dreimal im Jahr den ... So, 18.01.15 18:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Er ist ja wirklich gut, aber immer der Gleiche ist ein bisschen langweilig. Mein Vorschlag: ... Mo, 12.01.15 23:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Ja, thomy, Wechsel wäre gut für Shaqiri. Nur sollte er zu Dortmund gehen, damit wir ihn öfter sehen ... Di, 30.12.14 01:19
  • thomy aus Bern 4197
    Shaquiri soll wechseln! Es ist schlicht unanständig, eine Frechheit, wie die Bayern ihre ... So, 28.12.14 21:33
  • Bogoljubow aus Zug 346
    Neuer Name Schalke nennt sich ab sofot Schalke 05 Mi, 26.11.14 00:01
  • EdmondDantes1 aus Zürich 14
    Realsatire vom Feinsten Hörte gestern beim Autofahren diese Meldung im Radio "Die ... Fr, 14.11.14 06:41
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Richtig. LinusLuchs Ein Korruptionsumpf ohne Gleichen diese FIFA. Auch keinelei Einsichten ... Do, 13.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 55
    Welch Überraschung! Eine durch und durch korrupte Organisation untersucht sich selber. Das ... Do, 13.11.14 18:12
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -4°C -3°C leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -5°C -2°C bewölkt, Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen -1°C 1°C leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Bern -0°C 2°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Genf 1°C 4°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Lugano 1°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten