Doubelt Ammann das Double?
publiziert: Samstag, 3. Mrz 2007 / 00:02 Uhr

Fünf Jahre nach den zwei Olympiasiegen in Salt Lake City kann Grossschanzen-Champion Simon Ammann das Double an den Weltmeisterschaften in Sapporo doubeln.

Unbestritten ist, dass Simon Ammann erneut zu den Favoriten gehört
Unbestritten ist, dass Simon Ammann erneut zu den Favoriten gehört
Gold Yukio Kasaya, Silber Akitsugu Konno, Bronze Seiji Aochi. Im Wettkampf auf der kleinen Schanze ist heute in Sapporo vieles möglich; ein japanischer Dreifach-Erfolg wie 1972 an den Olympischen Spielen kann aber so gut wie ausgeschlossen werden.

Auf der Normalschanze springt die Elite nur in der Vorbereitung, im Sommer-Grand-Prix, an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Bei den letzten grossen Rendez-vous spielte jeweils der Wind das Zünglein an der Waage.

Vor zwei Jahren in Oberstdorf trug er den krassen Aussenseiter Rok Benkovic zum WM-Titel, vor Jahresfrist in Turin hiess der Olympiasieger Lars Bystöl statt Andreas Küttel (mit viel Pech nur 5.). Der Slowene Benkovic ist heute als Titelverteidiger dabei, nachdem er auf der Grossschanze zweimal nur Ersatz war. Der Norweger Bystöl hat in diesem Winter erst sechs Weltcup-Punkte gewonnen, eine WM-Selektion war nie ein Thema.

Gut möglich, dass der Wind auch heute Athleten an die Spitze weht, die niemand auf der Rechnung hat. Das Wetterglück könnte nach dem äusserst fairen Einzel- und dem einigermassen regulären Teamwettkampf trotz gegenteiliger Prognosen aufgebraucht sein.

In den Trainings zeigte Sapporo in den vergangenen Tagen wieder sein wahres Gesicht: Der Wind spielte verrückt, statt die Rangliste hätte man auch im Kaffeesatz lesen können. Erst der gestrige Trainingsdurchgang und die anschliessende Qualifikation liessen verlässliche Rückschlüsse zu.

«Simon ist wieder zu allem fähig»

Unbestritten ist, dass Simon Ammann erneut zu den Favoriten gehört. «Wenn ich etwas anderes sage, als dass eine Medaille mein Ziel ist, nimmt das sowieso niemand ernst», sagt der Weltmeister von der Grossschanze. Ammann reihte sich unter den 13 Fixstartern an fünfter Stelle ein - ohne eine Telemark-Landung gesetzt zu haben.

«Ich konnte heute auch sonst noch nicht ganz das Maximum abrufen.» Ammann pröbelte mit dem Material. Sein schnellster Ski ist leicht beschädigt, sollte aber noch einen Wettkampf überleben. Trainer Berni Schödler weiss am besten, dass sich Ammann im entscheidenden Moment steigern kann und sagt deshalb: «Er ist wieder zu allem fähig und emotional sicher im Vorteil.»

Vor fünf Jahren an den Olympischen Spielen in Salt Lake City hatte Ammann zuerst auf der Normal- und dann auf der Grossschanze gesiegt. Sollte er dieses Kunststück in Sapporo in umgekehrter Reihenfolge wiederholen, wäre Ammann erst der fünfte Skispringer, der im gleichen Jahr auf beiden Schanzen WM-Einzel-Gold gewinnt.

Zuletzt schaffte das Adam Malysz vor vier Jahren im Val di Fiemme. Der 29-jährige Pole gilt in Sapporo auch auf der kleinen Schanze als heissester Kandidat. Malysz ist wie Janne Ahonen oder Andreas Küttel ein Spezialist für kleine Schanzen, auf denen ein guter Absprung und saubere Telemark-Landungen noch wichtiger sind als sonst.

Malysz sprang im letzten Trainingsdurchgang wie schon eine Woche zuvor mit Abstand am weitesten. Auf der grossen Schanze hatte er das auch in der Qualifikation getan -- um dann im Wettkampf als Vierter leer auszugehen. Gestern liess Malysz die Qualifikation aus. Den besten Eindruck hinterliessen die punktgleichen Thomas Morgenstern und Andreas Kofler, der Sieger und der Zweite des Olympia-Springens auf der Grossschanze.

Küttel muss sich steigern

Andreas Küttel liess den zuversichtlichen Worten Taten folgen und meldete sich mit Sprüngen auf 92 und 92,5 m zumindest im Kreis der Springer mit Aussenseiterchancen zurück. Küttel hat die Enttäuschungen der ersten beiden WM-Springen erstaunlich schnell verarbeitet und mit dem Wechsel auf die kleine Schanze viel von seinem Selbstvertrauen zurückgewonnen.

Das letzte Bisschen scheint ihm aber zu fehlen. «Ich bin solid, aber nicht so gesprungen, dass es für ganz nach vorne gereicht hätte.» Betrachtet sich Küttel als Medaillenkandidaten? «Ich glaube schon, ja.» Restlose Überzeugung tönt anders.

Michael Möllinger als 26. der Qualifikation und Guido Landert als 37. sorgten dafür, dass das Schweizer Team heute komplett zum Wettkampf antreten kann. Möllinger, der sich vor zwei Wochen einen Kapselanriss im Fuss zugezogen hatte, verzichtete auf eine schmerzstillende Spritze, weil ihn diese mehr schmerzt als die Verletzung selber.

Heute wird sich Möllinger - zum Gaudi seiner schadenfreudigen Teamkollegen - aber wieder betäuben lassen. Landert hatte wie schon vor Wochenfrist Glück. Nachdem er den Cut auf der grossen Schanze mit 4,1 Punkten Reserve geschafft hatte, waren es auf der kleinen 0,5.

(von Philipp Bärtsch/Si)

 
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