Dow Jones über magischer 12 000-Punkte-Marke
publiziert: Samstag, 21. Okt 2006 / 17:33 Uhr / aktualisiert: Samstag, 21. Okt 2006 / 23:55 Uhr

New York - Der Dow-Jones-Index hat diese Woche erstmals auf dem historischen Niveau von mehr als 12 000 Punkten geschlossen.

Wirkliche Euphorie am Markt ist noch nicht aufgekommen.
Wirkliche Euphorie am Markt ist noch nicht aufgekommen.
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Das bekannteste Börsenbarometer der Welt schloss am Freitag in New York knapp über 12'000 Punkten, nachdem der Index am Donnerstag bei einem Rekordhoch von 12 011,73 Punkten aus dem Handel gegangen war. Bereits am Mittwoch war er im Handelsverlauf zeitweise über die magische Marke gestiegen.

Unter Anlegern und Analysten will trotz dieses Rekords keine rechte Euphorie aufkommen. Wegen der Ungewissheit, ob die seit vier Jahren dauernde Hausse weiter läuft, oder ob es in absehbarer Zeit Rückschläge geben wird, bleibt die Wall Street vorsichtig.

Historischer Einbruch

Der historische Rekord kam ausgerechnet am 19. Jahrestag des Börsenkrachs vom 19. Oktober 1987. Damals war der Index um 508 Punkte oder 22,61 Prozent auf 1738,74 Punkte eingebrochen.

Der Index, der die Kursentwicklung von 30 der grössten US-Konzerne widerspiegelt, hatte danach bis zum 14. Januar 2000 auf ein Rekordniveau von 11 722,98 Punkten zugelegt.

Internet-Blase geplatzt

Anschliessend hatte die Wall Street bis Oktober 2002 die schlimmste Talfahrt seit dem Börsenkrach von 1929 erlebt. Das war die Folge der geplatzten Internet- und Technologie-Spekulationsblase gewesen.

Einen weiteren Schlag versetzten die Terroranschläge vom 11. September 2001 der Börse. Die Abwärtsbewegung setzte sich bis zum 9. Oktober 2002 fort, als der Dow-Jones-Index bei 7286,27 Punkten schloss. Erst dann fing sich das Börsenbarometer wieder und konnte seither um rund 65 Prozent zugelegen.

Im Mai 1896 lanciert

Der im Mai 1896 von Charles Henry Dow, dem Gründer des Finanzmedien-Unternehmens Dow Jones, gebildete Index hatte bis zum November 1972 gebraucht, ehe er erstmals auf über 1000 Punkte gestiegen war.

Das Börsenbarometer kletterte dann bis 21. November 1995 auf über 5000 Punkte und stieg bis zum 29. März 1999 erstmals auf die historische Marke von mehr als 10 000 Punkte.

Hohe Firmengewinne

Auslöser der jüngsten Gewinne sind die weiterhin hohen Unternehmensgewinne, die Zinspause der US-Notenbank, die seit Sommer um rund ein Viertel gefallenen Ölpreise und ein solides, aber nicht übertriebenes Wachstum der US-Wirtschaft.

Ausserdem haben die Anleger in diesem Jahr die Aktien der grössten US-Unternehmen «wiederentdeckt», die im Dow sowie in dem 500 Werte umfassenden Standard & Poor's-500-Index enthalten sind.

Weiche Landung erhofft

Die Optimisten, die auf eine weitere Hausse setzen, hoffen angesichts der sich in jüngster Zeit abzeichnenden konjunkturellen Abkühlung auf eine «weiche Landung» der Wirtschaft mit kontrollierter Inflation und einem relativ soliden Wachstum.

Die Unternehmensgewinne werden nach ihrer Einschätzung weiter steigen, und die Währungshüter unter Notenbankchef Ben Bernanke könnten möglicherweise im Frühjahr 2007 mit Leitzinssenkungen beginnen.

Immobilienmarkt schwächer

Die Pessimisten, die eine Baisse erwarten, verweisen hingegen auf den sich rasch abschwächenden amerikanischen Immobilien- und Baumarkt und seine negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Konsumenten.

Sie machen Rezessionsgefahren, teils rückläufige Unternehmensgewinne und mögliche unangenehme Überraschungen an der Inflations- und Zinsfront aus. Ausserdem beziehen sie in ihr Szenario die geopolitischen Gefahrenherde wie den Irak, den Iran und Nordkorea mit ein. Ausserdem befürchten sie einen Wahlsieg der Demokraten bei den Kongresswahlen am 7. November.

(Von Peter Bauer, dpa/sda)

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