«Dramatischer Anstieg» von irakischen Flüchtlingen
publiziert: Freitag, 16. Feb 2007 / 07:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Feb 2007 / 10:47 Uhr

Bern - Die anhaltende Gewalt im Irak zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Auch in der Schweiz hat sich die Zahl der irakischen Flüchtlinge im Jahr 2006 fast verdoppelt. Nach den Serben stellen sie heute die zweitgrösste Flüchtlingsgruppe.

Die geflüchteten Iraker und Irakerinnen sind vor allem in Nachbarländern untergekommen.
Die geflüchteten Iraker und Irakerinnen sind vor allem in Nachbarländern untergekommen.
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Im letzten Jahr hätten 816 Iraker in der Schweiz um Asyl ersucht, nach 468 im Jahr zuvor, sagte Dominique Boillat vom Bundesamt für Migration (BFM) im Schweizer Radio DRS.

Ende Januar 2007 hielten sich nach Angaben des BFM 3657 irakische Flüchtlinge in der Schweiz auf.

Keine Rückflüge möglich

Jürg Noth, der Chef des Schweizer Grenzwachkorps, erklärte, dass vor allem in den letzten beiden Monaten «der Druck von irakischen Flüchtlingen an der Südgrenze dramatisch zugenommen hat.» Diese Menschen dürfen als vorläufig Aufgenommene in der Schweiz bleiben, oder sie erhalten Asyl.

«Es gibt keine Flüge nach Bagdad, und auch auf dem Landesweg ist es fast unmöglich, nach Irak zurückzufahren», sagte BFM-Sprecher Boillat. Deshalb organisiere die Schweiz keine Rückflüge.

Die Iraker stellen zur Zeit die zweitgrösste Flüchtlingsgruppe in der Schweiz. Weitaus die grösste Flüchtlingsgruppe bilden die Serben; Ende Januar 2007 waren es 9460. Dicht nach den Irakern kommen die Flüchtlinge aus Somalia; Ende Januar waren es 3517.

UNO fordert Hifle

Nach UNO-Angaben mussten bereits zwei Millionen Irakerinnen und Iraker aus ihrer Heimat flüchten. Sie sind vor allem in Nachbarländern untergekommen. Weitere 1,8 Millionen sind laut der UNO Flüchtlinge im eigenen Land.

Die UNO will sich im April mit einer internationalen Geberkonferenz in Genf um Hilfe für die Flüchtlinge bemühen. Dabei will das Flüchtlingshilfswerk der UNO rund 60 Mio. Dollar für die irakischen Flüchtlinge einwerben. Zudem will es für mindestens 20'000 geflohene Iraker Asyl in Gastländern finden.

(bert/sda)

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