Dramatisches Finale beim Abstecher nach Belgien
publiziert: Montag, 9. Jul 2007 / 20:18 Uhr

Trotz eines Sturzes 2 km vor dem Ziel der 2. Etappe in Gent (Be) setzt Fabian Cancellara die 94. Tour de France als Leader fort. Sieger des zweiten Teilstücks wurde im Spurt der Belgier Gert Steegmans vor seinem Captain und Landsmann Tom Boonen.

Bleibt weiterhin Leader der Tour: Fabian Cancellara.
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Trotz eines Sturzes 2 km vor dem Ziel der 2. Etappe in Gent (Be) setzt Fabian Cancellara die 94. Tour de France als Leader fort. Sieger des zweiten Teilstücks wurde im Spurt der Belgier Gert Steegmans vor seinem Captain und Landsmann Tom Boonen.

Cancellara erreichte das Ziel über zwei Minuten nach den beiden Belgiern -- und sah dabei ziemlich lädiert aus. Bloss die rechte Hand hielt den Lenker fest, den linken Arm hielt er angewinkelt. Es machte den Anschein, als ob Schulter, Ellbogen und Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Eine halbe Stunde nach der Zieldurchfahrt gab der 26-jährige Berner aber Entwarnung: «Jetzt geht es mir gut. Im ersten Moment hatte ich Schmerzen, aber ich habe die betroffenen Stellen mit dem Arzt angeschaut. Ich habe nichts.»

Cancellara hatte Glück im Unglück

Ereignen sich Zwischenfälle solcher Art auf den letzten drei Kilometern, werden die gestürzten Fahrer in der gleichen Zeit wie der Sieger gewertet. Cancellara führt das Gesamtklassement deshalb unverändert 13 Sekunden vor dem Deutschen Andreas Klöden an. Noch vor wenigen Jahren wäre Cancellara das Maillot jaune los gewesen, denn früher kamen nur die auf dem letzten Kilometer gestürzten Fahrer ohne Zeiteinbussen davon.

Ausgelöst hatte den Sturz ausgerechnet Thor Hushovd. Der Norweger war vor der Etappe jener Sprinter, der am wenigsten Rückstand auf Cancellara aufwies. «Ich fiel dann in die Masse», sagte Cancellara. Stürzen könne man in der Tour de France immer, er habe keine Angst vor den nächsten Tagen.

Der Massensturz ereignete sich kurz nach der Einholung einer dreiköpfigen Spitzengruppe mit den Aussenseitern Ruben Perez (Sp), Marcel Sieberg (De) und Cédric Hervé (Fr). Das Trio hatte sich nach 18 km vom Feld abgesetzt und sich während des knapp 150 km langen Vorstosses einen maximalen Vorsprung von rund fünf Minuten verschafft. Die Mannschaft Cancellaras kontrollierte die Vorhut, und als die Teams der starken Sprinter das Tempo auf den letzten 50 km erhöhten, schmolz der Vorsprung.

Koffer bleibt immer noch verschwunden

Während der 2. Etappe hinterliess Cancellara einen souveränen Eindruck. Er sagte auch, dass sich die Charakteristik des Rennens verändert habe. «In früheren Jahren wurde in der ersten Stunde ständig attackiert, heute kommt die erste oder zweite Gruppe weg.» Cancellara trat frisch rasiert zur Fahrt nach Belgien an. Weil der Koffer mit seinen persönlichen Effekten immer noch nicht aufgetaucht ist, kaufte er sich in London unter anderem einen neuen Rasierapparat.

Um den Sieg kämpfte wegen des Sturzes, der das Gros des Feldes blockierte, bloss noch ein Dutzend Fahrer. Dem grossen Favoriten Tom Boonen schien der Sieg am Sitz seiner Sportgruppe so gut wie sicher, doch schliesslich überquerte dessen Helfer Gert Steegmans den Zielstrich als Erster. «Wenn mir Boonen diesen Sieg überlassen hat, wäre dies das grösste Geschenk für mich», sagte Steegmans (27), der auf der nur 200 m von der Zielanlage entfernten Bahn mit dem Radsport begonnen hatte.

Steegmans sagte weiter, er habe schon schnelle Beine, aber er könne überhaupt nicht mit Druck umgehen. Deshalb sei er lieber ein Helfer. In der vergangenen Saison war der Flame noch im Team von Robbie McEwen (Au), dem Sieger der 1. Etappe. Aus Nervosität verwechselte er in der Tour de France 2006 die 500-m-Tafel mit jener, die 200 m vor dem Ziel steht, und brachte seinen damaligen Chef ziemlich in die Bredouille.

Morgen folgt längste Etappe

Am Dienstag steht die längste Etappe der Tour de France 2007 auf dem Programm. Zwischen Waregem (Be) und Compiègne haben die Fahrer 236,5 km zu durchmessen. In Compiègne, dem Startort von Paris - Roubaix, ist erneut mit einer Sprintankunft zu rechnen.

(Daniel Good/Si)

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