Dreckschlampe: Teuere Beschimpfung
publiziert: Dienstag, 8. Apr 2003 / 12:17 Uhr

Lausanne - 200 Franken Busse kostet es eine Ehefrau, dass sie die Freundin ihres Noch-Gatten am Telefon als Dreckschlampe beschimpft hat. Das Bundesgericht hat ein Urteil des Luzerner Obergerichts bestätigt.

So schnell sind 200 Franken weg.
So schnell sind 200 Franken weg.
Die Freundin des in Scheidung stehenden Ehemannes hatte im Mai 2000 einen Telefonanruf von dessen Frau erhalten. Im Verlauf des Gesprächs bezeichnete diese ihre Rivalin als billigi huere verdammti Dreckschlampe. Sie wurde dafür von der Amtsstatthalterin der Stadt Luzern wegen Beschimpfung mit 200 Franken gebüsst.

Nachdem sie anschliessend vom Amtsgericht freigesprochen worden war, bestätigte das Luzerner Obergericht die Busse im vergangenen November. In ihrer nun abgewiesenen Beschwerde ans Bundesgericht hatte die Verurteilte eine Verletzung des Grundsatzes im Zweifel für die Angeklagte gerügt.

Das Luzerner Obergericht hatte die Aussagen der Freundin und des Ehemannes - er hatte das Gespräch mitgehört - als glaubwürdig bewertet. Die Glaubwürdigkeit der Beschuldigten zweifelte es dagegen an, weil sie sich auf die Frage nach der Verwendung des Ausdrucks nur sehr vorsichtig und zurückhaltend geäussert habe.

Das Obergericht wertete den Anruf zudem vor dem Hintergrund des erbitterten Scheidungskampfes des Paares. Laut Bundesgericht kann dem Obergericht bei dieser Beweiswürdigung keine Willkür vorgeworfen werden. Es würden sich keine schlechterdings nicht zu unterdrückenden Zweifel am Ergebnis aufdrängen.

(bsk/sda)

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