Drei Deutsche von PKK-Rebellen entführt
publiziert: Mittwoch, 9. Jul 2008 / 16:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Jul 2008 / 17:04 Uhr

Istanbul - Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK haben drei deutsche Bergsteiger in der Türkei verschleppt. Sie waren zusammen mit zehn weiteren Touristen aus Deutschland unterwegs auf dem Berg Ararat in der Osttürkei.

PKK-Rebellen hatten in den 90er Jahren im Kampf gegen die türkische Armee mehrmals Ausländer in Ostanatolien entführt.
PKK-Rebellen hatten in den 90er Jahren im Kampf gegen die türkische Armee mehrmals Ausländer in Ostanatolien entführt.
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Die PKK begründete die Verschleppung mit den «jüngsten Aktionen» der deutschen Regierung gegen die Organisation, wie der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, erklärte. Nach seinen Worten wollen die Entführer ihre Geiseln aus Bayern in den kommenden Tagen wieder freilassen.

Die deutsche Regierung hatte im vergangenen Monat den kurdischen Fernsehsender Roj TV verboten, den Innenminister Wolfgang Schäuble als Sprachrohr der PKK bezeichnete. Im vorigen Jahr hatte Deutschland zwei PKK-Kämpfer an die Türkei ausgeliefert.

Die Bergsteigergruppe habe in 3200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen, sagte Cetin. Dort seien die Bergsteiger am Dienstagabend gegen 21 Uhr (MESZ) von fünf PKK-Kämpfern überfallen worden.

Suche eingeleitet

Drei der Deutschen seien verschleppt worden. Die Grenzpolizei habe eine grossangelegte Suche eingeleitet. Die zehn anderen Mitglieder der Gruppe seien zu einer Polizeistation gebracht worden.

Die PKK kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei, auch mit Anschlägen in Touristengebieten. Die Organisation ist bisher kaum mit Entführungen von Touristen in Erscheinung getreten, sondern hat sich vornehmlich auf Angriffe auf das Militär konzentriert.

(ht/sda)

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