Fayçal Cheffou
Dritter Attentäter von Brüssel gefasst
publiziert: Samstag, 26. Mrz 2016 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Mrz 2016 / 18:55 Uhr

Brüssel - In Belgien ist einer der mutmasslichen Attentäter von Brüssel in Haft und wird eines Terroranschlages beschuldigt. Wie die Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilte, handelt es sich um den am Donnerstag festgenommenen Fayçal C.

10 Meldungen im Zusammenhang
Der Mann wäre somit der bisher einzige mutmassliche Beteiligte an den Anschlägen von Brüssel, der identifiziert und festgenommen werden konnte.

Fayçal C. werden die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, terroristische Morde und versuchte Morde zur Last gelegt.

Bei Fayçal Cheffou - so nach Medienberichten dessen voller Name - handelt es sich offenbar um den gesuchten dritten mutmasslichen Attentäter vom Flughafen Brüssel. Er wäre demnach in Polizeigewahrsam.

Seit dem Bombenanschlag am Brüsseler Flughafen am Dienstag mit mindestens 11 Toten war fieberhaft nach dem Mann gesucht worden. Auf dem Bild der Überwachungskamera ist er in der Flughafenhalle rechts von den beiden Selbstmordattentätern Najim Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui mit weisser Jacke und schwarzem Hut zu sehen.

Zwei weitere Männer, deren Namen die Ermittler mit Aboubakar A. und Rabah N. angaben, wurden der terroristischen Aktivitäten und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung beschuldigt. Nach Rabah N. war im Zusammenhang mit einer Razzia in Frankreich gesucht worden, mit der nach Angaben der Behörden Anschlagsvorbereitungen in Frankreich vereitelt wurden.

Ein anderer Mann, Abderamane A., werde für weitere 24 Stunden festgehalten. Ein am Freitag festgesetzter Mann, Tawfik A., sei wieder auf freiem Fuss.

Anschlagspläne in Athen entdeckt

Trotz der jüngsten Fahndungserfolge der belgischen Sicherheitsbehörden gab es am Samstag aber weitere Kritik an der Polizei. So soll die griechische Polizei vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen Terroranschlag auf dem Flughafen von Brüssel hindeuteten.

Bereits damals seien die belgischen Behörden informiert worden, berichtet ein griechischer Sender. Der Athener Nachrichtensender Skai beruft sich auf die griechische Polizei. Unter anderem sei eine Karte des Flughafens von Brüssel gefunden worden.

Dem Bericht zufolge wurden die Unterlagen in Wohnungen von Abdelhamid Abaaoud entdeckt, der als mutmasslicher Drahtzieher der November-Anschläge von Paris gilt. Die Unterlagen wurden in Wohnungen entdeckt, die von Islamisten gemietet worden waren.

Nach den Anschlägen von Paris im November habe sich herausgestellt, dass es sich bei einem der Männer um Abdelhamid Abaaoud gehandelt habe, meldete der Sender. Abaaoud gilt als mutmasslicher Drahtzieher der Pariser Anschläge. Er wurde im November wenige Tage nach Terrorserie bei einem dramatischen Anti-Terror-Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis getötet.

Abaaoud hatte auf seinen Reisen quer durch Europa auch eine Wohnung in Athen gemietet. Die französische Polizei hatte nach seinem Tod eine DNA-Probe des Terroristen an die griechischen Behörden übermittelt. Damals war im Zuge der Ermittlungen in einer anderen Wohnung auch ein 33-jähriger Mann festgenommen worden, den die griechischen Behörden anschliessend nach Belgien überstellten.

Nachlässiger Verbindungsoffizier

Am Freitag hatte der belgische Innenminister Jan Jambon bekanntgegeben, dass ein belgischer Polizist in Istanbul den Informationsfluss über den Attentäter Ibrahim El Bakraoui zwischen beiden Ländern verschleppt hat.

Der Verbindungsbeamte habe «mindestens nachlässig und weder sehr proaktiv noch sehr engagiert» gehandelt, als die türkischen Behörden Angaben zu El Bakraoui gemacht hätten, sagte Jambon am Freitag vor Parlamentariern. Der Mann habe «einen Fehler gemacht», was «inakzeptabel» sei.

Jambon gab an, El Bakraoui sei am 11. Juni im türkischen Gaziantep an der Grenze zu Syrien festgenommen worden, worüber der belgische Verbindungsbeamte in Istanbul am 26. Juni informiert worden sei. Drei Tage später habe der Polizist die Informationen nach Brüssel weitergeleitet.

Die dortige Antiterrorbehörde habe daraufhin um weitere Informationen über den in Belgien wegen kleinerer Delikte verurteilten El Bakraoui gebeten. Bis zum 20. Juli sei jedoch nichts geschehen. «Der Verbindungsoffizier hat nichts unternommen, es gab seinerseits keine Kommunikation mehr», sagte Jambon.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die belgische Staatsanwaltschaft hat am Samstag gegen vier Männer Klage wegen terroristischer Aktivität erhoben. Sie ... mehr lesen
Brüssel - Nach den Brüsseler Anschlägen hat sich die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 35 erhöht. 31 Menschen seien am Dienstag am Flughafen ... mehr lesen 1
Immer mehr Todesopfer werden bekannt.
Brüssel/Rom - Nach den Bombenexplosionen in Brüssel und der Pariser Anschlagserie vom November fahnden die Sicherheitsbehörden weiter nach mehreren mutmasslichen ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Mann sei am Samstag im süditalienischen Salerno festgenommen. (Symbolbild)
Rom - Italiens Polizei hat einen in Belgien gesuchten Algerier mit ... mehr lesen
Brüssel - Die griechische Polizei soll vergangenes Jahr in zwei Wohnungen in Athen Pläne entdeckt haben, die auf einen ... mehr lesen
Die Athener Polizei fand Pläne zum Anschlag.
Brüssel - Im Zusammenhang mit den Anschlägen in Brüssel sind am ... mehr lesen 1
Brüssel - Bei dem zweiten Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen handelt es sich wohl um den im Zusammenhang mit den ... mehr lesen
Brüssel - Die belgische Polizei hat laut Medienberichten einen Verdächtigen der Anschläge vom Dienstag ... mehr lesen
Es...
ist schon erstaunlich was für ein Schlamassel die belgischen Sicherheitskräfte und Steuerzahler jetzt aufräumen müssen, weil die Politik über Jahrzehnte aus falsch verstandener Toleranz weggeschaut hat. Schüsse und Explosionen scheinen in Brüssel langsam zur Normalität zu werden. Man muss aber auch in der CH wachsam bleiben und derartige Zustände in den nächsten Jahren politisch bis auf das Äusserste bekämpfen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert.   1
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären ... 1
Dschihadisten bei Luftangriffen in Syrien getötet Beirut - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 731
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 18°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten