Drogenpolitische Weichenstellungen gefordert
publiziert: Dienstag, 15. Okt 2002 / 14:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 15. Okt 2002 / 15:24 Uhr

Bern - Drogenkonsum und -handel zur Finanzierung der eigenen Sucht sollen straffrei sein, sofern sie Dritte nicht gefährden. Das fordern Suchtfachleute vor den Debatten der Nationalratskommission zur Revision des Betäubungsmittelgesetzes.

Diese und andere drogenpolitische Weichen müssten gestellt werden, hiess es an einer Medienkonferenz der Nationalen Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik (NAS) in Bern.

Sucht sei eine Krankheit, die durch Konsumzwang gekennzeichnet sei. Vor diesem Hintergrund seien Verbote und polizeiliche Verfolgung der Abhängigen nutzlos und therapeutisch kontraproduktiv.

Um Beschaffungskriminalität zu vermeiden, solle auch der Kleinhandel zur Finanzierung der eigenen Sucht nicht strafrechtlich verfolgt werden, fordert die NAS. Die Verfolgung Süchtiger müsse verhältnismässig sein und erst dann ansetzen, wenn öffentliche Güter gefährdet seien.

Es gelte, die polizeiliche Arbeit auf die Verfolgung der organisierten Kriminalität und der Szenenbildung zu konzentrieren. Da habe die Allgemenheit Interessen, die konsequent geschützt werden müssten. Wesentliche Weichenstellungen stehen laut der NAS auch in den Bereichen Cannabis, Finanzierung und Stärkung des Jugendschutzes an.

Beim Cannabis gelte es angesichts der hohen Anzahl Konsumierender und des geringen Suchtpotentials eine möglichst einfache und pragmatische Regelung des Anbaus, des Handels und des Konsums von Cannabis sicherzustellen, welche die heutige Illegalität überwinde, so die Fachleute.

Der Cannabiskonsum solle jedoch nicht bagatellisiert werden, im neuen Gesetz müssten griffige Massnahmen zum Jugendschutz verankert werden.

Zur NAS gehören unter anderem pro juventute, die Ärztevereinigung FMH, der Verband Sucht- und Drogenfachleute Deutschschweiz, das Groupement Romand d´études sur l´alcoolisme et les toxicomanie (GREAT), die Aids-Hilfe Schweiz und die Arbeitsgemeinschaft für risikoarmen Umgang mit Drogen (ARUD).

(fg/sda)

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