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Durchbruch: Netzhaut-Implantate aus Stammzellen
publiziert: Montag, 30. Jan 2012 / 23:31 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Jan 2012 / 23:49 Uhr
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Die Rettung der Sehkraft soll mit dem Einsatz von embryonalen Stammzellen frühzeitig ermöglicht und damit erhöht werden.
Die Rettung der Sehkraft soll mit dem Einsatz von embryonalen Stammzellen frühzeitig ermöglicht und damit erhöht werden.

Santa Monica - Ergebnisse der weltweit ersten Studie mit Menschen zur Behandlung von Erkrankungen des Auges mit Stammzellen legen laut Advanced Cell Technology nahe, dass das Verfahren sicher ist. Die Forscher haben gegenüber The Lancet angegeben, dass es den beiden Patienten nach der Implantation der Netzhäute seit vier Monaten gut geht.

2 Meldungen im Zusammenhang
Erste Tests mit dem gleichen Verfahren haben jetzt am Moorfields Eye Hospital in London begonnen. Experten wie Dusko Ilic vom Kings College London betonen jedoch, dass noch Jahre vergehen werden, bis sich diese Behandlungsansätze wirklich bewährt haben, berichtet die BBC.

Kampf gegen Morbus Stargardt

Das Ziel dieser ersten Studien mit Menschen ist festzustellen, ob dieser Behandlungsansatz wirklich sicher ist. Gesunde noch nicht ausgereifte Zellen eines menschlichen Embryos werden dazu gebracht, sich zu den Zellen zu entwickeln, die den hinteren Teil des Auges auskleiden. Experten hoffen, dass die Injektion dieser Zellen bei Menschen die Sehkraft wiederherstellen kann, die an derzeit unheilbaren Krankheiten wie Morbus Stargardt leiden. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten Ursachen für das Erblinden von jungen Menschen.

Forscher von Advanced Cell Technology und des Jules Stein Eye Institute at the University of California berichten jetzt erstmals über ihre Erfahrungen mit diesem Behandlungsansatz. An der Studie nahmen eine über 70 Jahre alte Patientin mit trockener altersabhängiger Makuladegeneration und eine über 50 Jahre alte Patientin mit Morbus Stargardt teil. Beide verfügten über sehr schlechtes Sehvermögen und galten als blind. Beide Frauen erhielten in eines der erkrankten Augen eine Injektion mit 50.000 Zellen des retinalen Pigmentepithels.

Weitere Forschungsarbeit nötig

Nach dem Eingriff zeigte sich, dass sich die Zellen wie erhofft mit dem Auge verbunden hatten. Sie überlebten auch die nächsten 16 Wochen der Studie. Das Verfahren scheint sicher zu sein, da es zu keinen Abstossungsreaktionen oder abnormalem Zellwachstum gekommen ist. Obwohl diese Studie nicht darauf ausgelegt war zu überprüfen, ob das Verfahren wirklich funktioniert, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die ersten Ergebnisse nahelegen, dass sich das Sehvermögen der Patientinnen leicht verbessert hat.

Für sichere Schlussfolgerungen ist es jedoch noch zu früh. Es werde noch Jahre weiterer Forschung brauchen, um nachzuweisen, dass dieses Verfahren sicher und wirksam ist. Ziel sei es, Patienten bereits früh zu behandeln und damit die Wahrscheinlichkeit der Rettung der Sehkraft zu erhöhen. Sollten alle diese Ziele erreicht werden, ist mit scharfer Kritik zu rechnen. Der Einsatz embryonaler Stammzellen wird häufig als ethisch nicht vertretbar angesehen.

(asu/pte)

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