Bedrohung unterschätzt - Kooperation mit Schädlingsbekämpfern nötig
E. coli: Ratten für Menschen und Geflügel als Gefahr
publiziert: Montag, 18. Jan 2016 / 23:37 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Jan 2016 / 23:56 Uhr
Ratten nehmen Krankheitserreger wie ein Schwamm auf.
Ratten nehmen Krankheitserreger wie ein Schwamm auf.

Vancouver - Ratten können Krankheitserreger aus ihrer Umgebung aufnehmen und verbreiten.

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Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of British Columbia. Das Team um Chelsea Himsworth hat nachgewiesen, dass diese Gefahr bisher unterschätzt worden ist.

Multiresistente Stämme

Die Analyse des Kots von Ratten auf einer Geflügelfarm auf dem Land zeigte, dass sie alle aviäres pathogenen E. coli in sich trugen. Dieses Bakterium kann bei Geflügel und möglicherweise auch bei Menschen Krankheiten verursachen. Mehr als ein Viertel der Ratten verfügte über multiresistente Stämme des Bakteriums.

Die aktuellen Forschungsergebnisse stützen Theorien der leitenden Forscherin, wonach Ratten wie ein Schwamm Krankheitserreger aufnehmen. "Können Ratten pathogenes E. coli aufnehmen, dann können sie auch die Quelle für andere Krankheitserreger sein, die wir gar nicht erwartet haben", erläutert Himsworth. Sie leitet ausserdem das Vancouver Rat Project, das die Gesundheitsgefährdung durch Ratten näher erforscht.

"Befall mit Ratten ernst nehmen"

Dass E. coli-Stämme der Ratten auf der Farm jenen sehr ähnlich waren, die auch bei Hühnern nachgewiesen werden können, ist laut den Wissenschaftlern als alarmierend zu betrachten. Denn zusätzlich waren diese Stämme völlig anders als sie bei in Städten lebenden Ratten vorkommen. In früheren Studien hatte Himsworth bereits menschliche Krankheitserreger wie MRSA und C. difficile im Kot von Ratten in Vancouver nachgewiesen.

"Der Befall mit Ratten sollte ernst genommen werden", unterstreicht die kanadische Fachfrau. Die Wissenschaftlerin plädiert vor diesem Hintergrund für eine Zusammenarbeit zwischen Forschern und professionellen Schädlingsbekämpfern. Die Forschungsergebnisse werden im "Journal of Wildlife Diseases" veröffentlicht.

(fest/pte)

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