EDA geht von 111 Schweizer Todesopfern aus
publiziert: Sonntag, 2. Jan 2005 / 18:12 Uhr

Bern/Phuket - Eine Woche nach dem Seebeben in Asien steigt die Zahl der Schweizer Opfer weiter an: Inzwischen geht der Krisenstab des Eidgenössischen Departements für auswärtigen Angelegenheiten (EDA) von 111 Todesopfern aus. Für 95 Vermisste gebe es praktisch keine Hoffnung mehr.

Die Rega kann nun die Verletzten liegend transportieren.
Die Rega kann nun die Verletzten liegend transportieren.
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16 Todesopfer seien bisher identifiziert worden, teilte der Krisenstab an einer Medienkonferenz im Bundeshaus mit. Die Zahl der Vermissten nehme ab: Seit gestern sind es 50 weniger, von 500 Schweizern habe man jedoch nach wie vor keine Nachricht.

Seit Mittwoch konnten 85 verletzte Schweizer aus den Katastrophengebieten zurückgeflogen werden. Am Sonntag konnte erstmals ein Verletzter auf einem regulären Linienflug der Swiss repatriiert werden.

Eine Spezialvorrichtung erlaube es nun, Verletzte liegend zu transportieren, sagte der Sprecher der Rega auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Damit könnten Patienten auch auf regulären Linienflügen nach Hause geflogen werden.

In Thailand macht sich Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ein Bild der Situation vor Ort gemacht. Zusammen mit einer 5-köpfigen Delegation besuchte sie in Phuket Helfer und Helferinnen sowie Experten und Verletzte.

Die Aussenministerin zeigte sich vom Engagement der Helfer, der Botschaftsmitarbeitenden und Experten beeindruckt, wie Ivo Sieber, Informationschef des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), sagte.

Die Arbeit der Schweizer Botschaft in Bangkok war in den letzten Tagen in die Kritik geraten. Sie bedaure diese Kritik, sagte Calmy-Rey in einem Interview mit der NZZ am Sonntag. Sie habe für die Sorgen der Betroffenen und Angehörigen Verständnis.

Sie erklärte aber auch: Unsere Leute arbeiten rund um die Uhr und leisten grosse Arbeit. Für diese Arbeit habe Calmy-Rey den Mitarbeitenden vor Ort danken wollen, sagte Sieber.

Die Bundesrätin traf unter anderem den thailändischen Innenminister und den Gouverneur der Provinz Phuket. Danach flog sie am Abend nach Bangkok. Dort wird sie mit dem thailändischen Vize-Aussenminister zusammentreffen. Letzte Station des Reiseprogramms ist dann Sri Lankas Hauptstadt Colombo.

(rr/sda)

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