EDA macht Werbung für Microsoft
publiziert: Sonntag, 27. Mrz 2005 / 15:35 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 27. Mrz 2005 / 16:58 Uhr

Bern - Das Schweizer Aussenministerium macht Werbung für Microsoft. Auf einer Website des US-Softwareriesen wirbt ein Informatiker des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für ein Produkt der Firma.

Microsoft hat beim EDA ein eigenes System installiert.
Microsoft hat beim EDA ein eigenes System installiert.
Auf der Internetseite des Softwarekonzerns wird das EDA von Microsoft als Beispiel für die erfolgreiche Installation eines Systems zur Verwaltung und Vernetzung der Server in verschiedenen Ländern verwendet.

Neben dem Text Wir glauben an das Konzept von Micorosoft mit Hilfe von Windows Server System-Innovationen die laufenden Betriebskosten zu senken, ist ein EDA-Informatiker mit einem Foto abgebildet.

Kein Preisnachlass

Wir haben akzeptiert, dass das EDA von Microsoft als erfolgreiches Beispiel (case study) in der internen spezialisierten Presse zitiert wird, bestätigte Isabel Biolley, die persönliche Mitarbeiterin von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey, in einen Artikel im Sonntagsblick.

Ein Honorar oder einen Preisnachlass bei der Beschaffung des neuen Server-Systems habe das EDA dafür nicht erhalten. Es handle sich um ein gutes Projekt, und das Aussenministerium spare damit viel Geld, sagte Biolley. Für das EDA handle es sich deshalb dabei auch nicht um Werbung.

Keine vorschnelle Verurteilung

Nationalrat Erwin Jutzet (SP/FR), der Präsident des Aussepolitischen Kommission (APK), will das Vorgehen des Aussenministeriums zwar nicht vorschnell verurteilen. "Sollte sich aber wirklich heraustellen, dass das EDA ohne Gegenleistung Reklame für eine private Firma macht, ist das "unangebracht", sagte Jutzet auf Anfrage.

Auf jeden Fall müssten die nötigen Abklärungen getroffen werden. So müsse unter anderem festgestellt werden, inwieweit EDA-Vorsteherin Micheline Calmy-Rey über dieses Vorgehen auf dem Laufenden gewesen sei.

(rp/sda)

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