Noch kein «Alarm»
EHEC breitet sich in Europa aus
publiziert: Donnerstag, 26. Mai 2011 / 16:06 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Mai 2011 / 12:50 Uhr
Vorsicht beim Verzehr von Gemüse.
Vorsicht beim Verzehr von Gemüse.

Münster - Die in Deutschland ausgebrochene Darmerkrankung mit dem Erreger EHEC ist inzwischen auch in Grossbritannien, den Niederlanden und Schweden aufgetreten. In diesen Ländern seien Personen infiziert, die sich zuvor in Deutschland aufgehalten hatten, teilte die EU-Kommission mit.

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Wer kürzlich Deutschland besucht habe, soll bei Symptomen wie blutigem Durchfall zum Arzt gehen, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel.

Deutschland halte die anderen Mitgliedstaaten auf dem Laufenden über die Ausbreitung der Krankheit und die Forschung nach den Ursachen. Sollten als Ursache der Infektion bestimmte Produkte ermittelt werden, würde in der EU das Frühwarnsystem für gefährliche Produkte, Rapex, aktiviert. Die Waren würden dann aus dem Handel genommen.

Die EU könnte wegen der EHEC-Epidemie bald europaweit die Alarmstufe 1 ausrufen, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im EU-Parlament, Jo Leinen. Bei der Alarmstufe 1 würden alle Mitgliedsländer der EU aufgerufen, Massnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerung einzuleiten.

4 Tote, 214 Erkrankungen

Das Robert-Koch-Institut hatte wegen des gefährlichen Durchfall-Erregers am Mittwochabend davon abgeraten, in Norddeutschland, das am stärksten betroffen ist, Salatgurken, Tomaten und Blattsalate roh zu verzehren.

Grosse Bäckereien im Norden verzichteten nach der Warnung bei belegten Brötchen auf diese Nahrungsmittel. Norddeutsche Gemüsebauern verzeichneten am Donnerstag massive Umsatzeinbrüche.

Bislang wurden in Deutschland vier Todesfälle mit dem Darmbakterium in Verbindung gebracht. In der zweiten Maiwoche sollen laut offiziellen Angaben 214 Menschen am gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom, das Nierenschäden verursacht, erkrankt sein.

(bert/sda)

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