«EROS» in der Fondation Beyeler
publiziert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 14:54 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 22:38 Uhr

Riehen - «EROS in der Kunst der Moderne» ist ab Sonntag Thema in der Fondation Beyeler.

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Über 250 Werke von der Skizze bis zum Video zeigen unterschiedlichste Perspektiven auf den Ur-Reiz. Roter Faden ist keiner erkennbar - rote Ohren sind möglich.

Die erste «EROS»-Teilausstellung war den Pionieren Picasso und Rodin und ihrer Schöpfungs-Suche in Eros und Kunst gewidmet.

Die zweite deckt nun die ganze Breite künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Urthema ab. Die Schau solle «Kunstgeschichte erzählen», erklärte Co- Kurator Ulf Küster vor den Medien.

Scharfe Photos

Der Blickwinkel ist zeitlich weit, von der frühen Moderne bis zu Zeitgenössischem.

Er ist auch formal offen: Explizite japanische Holzschnitte sind ebenso zu sehen wie nicht nur im Kontrast scharfe Photos von Mapplethorpe und Newton, Dalìs Schubladenfrau-Skulptur, Klee-Gemälde, Schiele-Aquarelle und ein Knetmasse-Trickfilm.

Dank der Qualität der einzelnen Werke ist die Ausstellung mehr als blosse Spanner-Show.

Es geht laut Küster nicht nur um Sex pur, sondern Andeutungen machten vieles spannend. Einige Werke spielen just mit dem Blick auf erotisches, stellen diesen in Frage und regen Betrachtende derart - auch - zu Selbsterkenntnis an.

Keine ist die richtige Antwort

So lassen Arps Plastiken Körper nur ahnen, was sehr anschaulich gelingt. Pipilotti Rists Video «Pickelporno» überblendet nackte Körper mit Landschaften.

Bruce Naumans Neonröhren-Masturbierende beleuchtet Sexualität als binären Werbe-Akt. Rebecca Horns stählernes «Bett der Liebhaber» zeigt gar keine Körper und ist doch hocherotisch.

Küster räumte ein, dass die Schau zur Frage «Was ist Eros?» so viele individuelle Antworten zeigt, dass keine die einzig richtige sein könne.

So dürfen alle Gäste auf Entdeckungen hoffen. Manches dürfte hingegen dem einen oder der anderen uninteressant erscheinen oder zu weit gehen. Ein roter Faden ist indes schwerlich erkennbar.

(rr/sda)

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