Kontinuierliche Umweltbeobachtung
ESA schickt dritten Satelliten ins All
publiziert: Freitag, 12. Feb 2016 / 15:23 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Feb 2016 / 15:57 Uhr

Bern/Wien - Am kommenden Dienstag soll mit «Sentinel-3A» der dritte Satellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms «Copernicus» ins All starten. Mit an Bord ist auch Schweizer Technik.

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Der Start soll am 16. Februar um 18.57 Uhr Schweizer Zeit stattfinden. Eine Rockot-Trägerrakete soll den 1,1 Tonnen schweren Satelliten vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk aus auf eine polare Umlaufbahn in 814 Kilometern Höhe bringen, wie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Freitag mitteilte.

Die Hauptaufgabe des Satelliten wird sein, Daten über die Ozeane zu sammeln. Eine Reihe hochpräziser Messgeräte soll die globalen Wassertemperaturen, Meereis-Dicke, Strömungen, die Höhe des Meeresspiegels, sowie Wasserfärbung und Algenblüte erfassen.

Über Land soll Sentinel-3 zudem Daten über Landnutzung, den Zustand der Vegetation und Flächenbrände sammeln. Damit wird der Satellit wertvolle Daten für die Umwelt- und Klimaforschung liefern, aber auch für Land- und Forstwirtschaft, Raum- und Städteplanung und für das Katastrophen-Management.

Schweizer Technologie an Bord

An der Konstruktion und Ausstattung des Satelliten waren mehrere Schweizer Unternehmen beteiligt. So steuerte beispielsweise der Schweizer Technologiekonzern RUAG die Kohlefaser- und Aluminium-Struktur des Satelliten sowie den Steuermechanismus der Sonnensegel bei.

Auch für die Messgeräte an Bord haben Schweizer Forschende und Firmen Komponenten entwickelt und gebaut sowie Mechanismen, um ihre Genauigkeit zu überprüfen. Insbesondere für die multispektrale Kamera, welche die Wasserfärbung und Landvegetation aufnehmen soll.

Das Centre Suisse d'Electronique et de Microtechnique (CSEM) in Neuenburg entwickelte zum Beispiel den Mechanismus zum Kalibrieren der Kamera, der für eine hohe Datenqualität sorgt. Die Beschichtung ihrer optischen Einheiten stammt von der Swissoptics AG. Weiter waren die Clemessy Schweiz AG, Syderal SA und APCO Technologies SA beteiligt.

Insgesamt waren rund 100 Unternehmen in Entwurf und Bau des Satelliten involviert. Die Federführung hatte Thales Alenia Space aus Frankreich.

Kontinuierliche Umweltbeobachtung

Das Programm «Copernicus» ist eine Initiative der EU, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten EUMETSAT. Damit soll nach den Missionen ERS-1, ERS-2 und ENVISAT die kontinuierliche Umweltbeobachtung fortgesetzt werden.

Die «Sentinel»-Flotte überwacht Land- und Meeresoberflächen, beobachtet Klimaveränderungen und Veränderungen in der Flächennutzung. 2014 wurde mit «Sentinel-1A» der erste Satellit der Flotte gestartet. Die Sentinel-3-Mission besteht schlussendlich aus zwei Satelliten: Der zu Sentinel-3A baugleiche «Sentinel-3B» soll 2017 folgen.

Als Gründungsmitglied der ESA war die Schweiz von Anfang an involviert in die Copernicus-Mission und steuerte bereits wichtige Komponenten und Know-How zu den ersten Sentinel-Satelliten bei. Sie beteiligt sich mit jährlich 140 Millionen Euro an der ESA.

Der ESA gehören mittlerweile 22 Länder an; Kanada ist assoziiertes Mitglied. Das Budget der ESA für 2016 beläuft sich auf 5,3 Milliardern Euro.

(arc/sda)

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