Diskussion über Klimawandel
ETH Lausanne testet Meinungsanalyse-Tool am Klimagipfel
publiziert: Donnerstag, 3. Dez 2015 / 13:56 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Dez 2015 / 15:43 Uhr
Die ETH Lausanne hat ein Analyse-Tool entwickelt.
Die ETH Lausanne hat ein Analyse-Tool entwickelt.

Lausanne - Tun die verantwortlichen Politiker genug gegen den Klimawandel? Um die Diskussion über solche und andere Fragen zu messen, hat die ETH Lausanne ein Analyse-Tool entwickelt, das Meinungsäusserungen auf sozialen Medien auswertet.

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Die Plattform, die sich Horizon nennt, wird im Rahmen des Klimagipfels in Paris getestet, wie die ETH Lausanne (EPFL) am Donnerstag mitteilte. Horizon soll Fachleuten, Politikerinnen und Politikern, Unternehmen, NGOs und den Medien einen neuen Zugang zu Rohinformationen verschaffen.

Konkret analysiert das Tool Unterhaltungen, die sich auf sozialen Medien wie Twitter abspielen. «Die Plattform erlaubt es uns, in Echtzeit zu verfolgen, was die Öffentlichkeit beschäftigt», wird Projektleiter Jean-Luc Jaquier vom Social Media Lab der EPFL in der Mitteilung zitiert. Es sei möglich, statistische Trends anzuzeigen und die Argumente, welche die öffentliche Debatte beherrschen, zu identifizieren.

Das Tool übermittelt live die Positionen der Verhandlungsführer, der NGOs und der Medienschaffenden. Gleichzeitig werden die Argumente auch gewichtet, wie es heisst. Die Entwickler wollen so die Verhandlungen am Klimagipfel abbilden.

Möglich machen es verschiedene Algorithmen, welche zum Beispiel Twitter oder Internetforen nach gewissen Schlüsselwörtern durchsuchen, wie Matteo Fumagalli, Kommunikationsverantwortlicher des Projekts «COP21 Horizon» auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Funktionen aufgeschaltet

In einigen Tagen würden zusätzliche Funktionen aufgeschaltet, die das Ausmass des Engagements, die ein Thema auslöst, aufzeigen. Zudem soll das Tool auch die Arten der Emotionen, also etwa Freude oder Ärger, identifizieren.

Es sei klar, dass es sich hier nicht um repräsentative Meinungsumfragen handle, sagte Fumagalli weiter. Dennoch sei es interessant, die Diskussionen in Echtzeit zu verfolgen und zu sehen, wie sich die Argumente in gewissen Communitys - zum Beispiel bei den Medienschaffenden - oder Ländern mit der Zeit veränderten.

Nach dem Test am Klimagipfel werden laut Fumagalli möglicherweise andere Konferenzen mit Horizon begleitet werden. Spannend könnten seiner Meinung nach auch Wahlkämpfe oder Anwendungen im Marketing sein.

Zu finden ist die Plattform, die mit Unterstützung der im Nahrungs- und Futtermittelsektor tätigen Avril Group entwickelt wurde, auf dem Internet unter www.cop21horizon.com. Visualisiert werden die Daten auf einer Weltkugel.

(nir/sda)

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