EU-Aussenminister ringen in Griechenland um Geschlossenheit
publiziert: Samstag, 3. Mai 2003 / 20:56 Uhr

Kastellorizo - Die EU-Aussenminister haben ihr informelles Treffen in Greichenland beendet. Nach Bekanntwerden der US-Pläne für eine Stabilisierungstruppe in Irak bemühten sie sich um Geschlossenheit.

Giorgos Papandreou bemüht um Einigkeit.
Giorgos Papandreou bemüht um Einigkeit.
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In keiner Hinsicht haben wir den Eindruck, dass dieses Thema uns spaltet, sagte der griechische Aussenminister Giorgos Papandreou auf der Ägäis-Insel Kastelorizo. Der aussenpolitische EU-Koordinator Javier Solana werde bis zum EU-Gipfel im Juni erste Vorschläge entwickeln.

Die Irak-Krise hatte in der EU einen tiefen Keil zwischen Unterstützer und Gegner des Krieges getrieben. Die EU-Ratspräsidentschaft will künftig solche Grundsatzstreitigkeiten vermeiden.

Die EU brauche eine gemeinsame Bedrohungsanalyse, sagte der deutsche Aussenminister Joschka Fischer. Es gehe um die Sicherheit von mehr als 400 Millionen EU-Bürgern.

Der erwartete Streit über Vorschläge Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs über eine EU-Verteidigungsunion blieb aus. Grossbritannien hatte die Pläne als Konkurrenz zur NATO kritisiert. Frankreichs Aussenminister Dominique de Villepin trat den Befürchtungen über Doppelstrukturen zwischen EU und NATO entgegen.

Zum Abschluss unternahmen die Aussenminister der 15 EU-Staaten und der 10 Beitrittsländer einen symbolischen Abstecher an die türkische Mittelmeer-Küste. Dort begrüsste sie der türkische Aussenminister Abdullah Gül.

Der Besuch war eine Geste an die Türkei, den einzigen EU-Beitrittskandidaten, mit dem noch nicht über die Aufnahme in die Union verhandelt wird. Grund dafür ist die Menschenrechtssituation in der Türkei.

(bert/sda)

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