EU-Finanzminister sehen Anzeichen für Konjunktur-Erholung
publiziert: Samstag, 13. Sep 2003 / 16:39 Uhr / aktualisiert: Samstag, 13. Sep 2003 / 17:11 Uhr

Stresa - Nach Einschätzung der EU-Finanzminister und Notenbankchefs kehrt Europas Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad. Zu diesem Schluss kamen sie bei einem informellen Treffen im norditalienischen Stresa.

Die Finanzminister der EU-Länder sind optimistisch und glauben an eine Erholung der Konjunktur.
Die Finanzminister der EU-Länder sind optimistisch und glauben an eine Erholung der Konjunktur.
Der Präsident der deutschen Bundesbank, Ernst Welteke, sagte, die Weltwirtschaft insgesamt sei auf dem Erholungspfad. Negative Einflüsse wie der Irak-Krieg und der Ausbruch der Lungenkrankheit Sars lasteten nicht mehr auf der Konjunktur.

Der amtierende Ratspräsident und italienische Finanzminister Guilio Tremonti erwähnte den günstigeren Ölpreis und die Preisstabilität als positive Faktoren. Und EU-Währungskommissar Pedro Solbes versprach sich vom besseren Konsumklima einen Antrieb für die Wirtschaft.

Nicht beigelegt werden konnte am Samstag der Streit um die französische Haushaltspolitik. Allerdings wuchs die Bereitschaft zu einem Kompromiss mit Frankreich, der auch Deutschland mehr Spielraum geben könnte.

Solbes bezeichnete die Pariser Pläne aber noch immer als unzureichend. Wir brauchen glaubhafte Daten, mit dem Ziel eines Defizits unter 3 Prozent, sagte er. Frankreichs Finanzminister Francis Mer wiederholte, das Haushaltsdefizit könne erst 2005 unter die Stabilitätsmarke von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden. Für 2004 machte er keine Aussage.

Frankreich dürfte nach Einschätzung von Ökonomen 2004 zum dritten Mal in Folge den Stabilitätspakt zu verletzen. Gegen Frankreich läuft bereits ein Verfahren. Für 2003 geht die französische Regierung von Etatdefizit in Höhe von 4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

(tr/sda)

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