EU-Kommission erwägt europaweite Frauenquote
publiziert: Montag, 5. Mrz 2012 / 11:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Mrz 2012 / 13:43 Uhr
Gesetzliche Quoten für Frauen in Spitzenjobs brachten in Frankreich bereits einen Anteilsanstieg von 10 Prozent.
Gesetzliche Quoten für Frauen in Spitzenjobs brachten in Frankreich bereits einen Anteilsanstieg von 10 Prozent.

Brüssel - Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding will im Sommer konkrete Vorschläge für eine EU-weite Frauenquote machen. «Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen», sagte Reding der deutschen Zeitung «Welt».

5 Meldungen im Zusammenhang
Derzeit sei nur eines von sieben Vorstandsmitgliedern bei führenden europäischen Unternehmen weiblich, teilte die Kommission am Montag in Brüssel mit. Seit 2010 habe ihr Anteil zwar zugenommen, dennoch würde es bei dieser Geschwindigkeit vier Jahrzehnte dauern, bis ein ungefährer Gleichstand der Geschlechter erreicht wäre.

«Ich bin zu allem bereit», sagte Reding im Interview mit der Tageszeitung «Die Welt» (Montag). «Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen.» Mit freiwilligen Lösungen würden hingegen häufig keine grossen Fortschritte erzielt. «In zwei Dritteln der Mitgliedsländer sehen wir nur Stillstand, das ist völlig ungenügend, ja, lächerlich», sagte Reding der Zeitung.

Freiwilligkeit hat wenig gebracht

Der Aufruf der Kommissarin an europäische Unternehmen im Frühjahr 2010, den Frauenanteil freiwillig zu erhöhen, blieb weitgehend folgenlos. Nur 24 Firmen haben die Selbstverpflichtung bisher unterzeichnet.

Zwar sei der europaweite Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren mit knapp zwei Prozent so hoch wie selten gewesen, teilte die Kommission mit. Allerdings gehe bereits die Hälfte davon auf Frankreich zurück, das 2011 gesetzliche Vorgaben machte.

Quoten für private Unternehmen gibt es laut EU-Kommission bisher neben Frankreich nur in Belgien, Italien, den Niederlanden und Spanien. Nicht in jedem dieser Länder gibt es Sanktionen, wenn die Quote nicht eingehalten wird.

Deutschland international Schlusslicht

Deutsche Unternehmen holen bei der Frauenförderung insgesamt etwas auf. Inzwischen investieren rund 80 Prozent in die Förderung von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey hervorgeht. Deutschland bleibt mit Blick auf den Frauenanteil in den Vorstandsetagen mit drei Prozent internationales Schlusslicht.

Die EU-Kommission will nun bis Ende Mai die Öffentlichkeit befragen. Von den Ergebnissen wird abhängen, ob die Brüsseler Behörde einen Gesetzesvorschlag macht oder nur eine Empfehlung. Dabei will Kommissarin Reding auch Vorschläge sammeln zur Höhe der Quote, betroffenen Unternehmen, Zeitvorgaben und Sanktionen.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - In Schweizer Verwaltungsräten sind die Frauen dünn gesät. Sie besetzen nur gerade 11,6 Prozent der Sessel. Europa ... mehr lesen
Der europäische Frauendurchschnitt stieg um über ein Viertel.
Bern - Seit zwei Jahren versuchen die Sozialpartner dem Verfassungsgrundsatz «gleicher Lohn für Frauen und ... mehr lesen
Zwischen Mann und Frau bestehen nach wie vor Lohnunterschiede.
Weitere Kinder in der neuen Familie können die Alimente beeinflussen.
Lausanne - Hat ein geschiedener Vater mit seiner neuen Partnerin Kinder, kann sich das auf die Alimente für die Kinder aus der ... mehr lesen
Bern - 20 Jahre nach dem grossen nationalen Frauenstreiktag dürfte sich das Bild wiederholen: Am 14. Juni erwarten die 45 ... mehr lesen 1
90 Prozent der Pflegearbeit wird von Frauen verrichtet, doch die Chefs sind häufig Männer. (Symbolbild)
Das Programm konzentriert sich auf Hilfsprojekte am Horn von Afrika und wurde am Freitag in Rom lanciert, wo Regierungsvertreter von europäischen und afrikanischen Ländern tagten. (Symbolbild)
Das Programm konzentriert sich auf ...
Flüchtlinge  Rom - Die EU will dem Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nach Europa mit einem neuen Aktionsplan begegnen. Dieser sieht vor, die Lebensbedingungen in den ostafrikanischen Herkunftsländern zu verbessern. 
Die EU nimmt die Flüchtlingsstrategie an - in Ankunftsländern muss man sich nun registrieren und Fingerabdrücke abgeben.
EU nimmt neue Flüchtlingsstrategie an Luxemburg - Die EU-Innenminister haben mit einem Tag Verspätung ihre Strategie zum Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in ...
Bundesrat senkt Höchstzahlen  Bern - Nächstes Jahr können Schweizer Unternehmen weniger Fachkräfte aus Ländern ausserhalb der EU und EFTA rekrutieren ...
Bald weniger Fachkräfte aus Drittstaaten in der Schweiz.
Schneider-Ammann sieht offenen Arbeitsmarkt als Erfolgsfaktor Luzern - Bundesrat Johann Schneider-Ammann und UBS-Verwaltungsratspräsident Axel A. Weber ... 2
Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 5°C nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 5°C 7°C stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Luzern 5°C 7°C stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt stark bewölkt
Genf 7°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 7°C 12°C stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen stark bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten